Peter Krön

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Wirkl. Hofrat Lic.phil. Dr.iur. Peter Krön (* 23. November 1928; † 30. Juli 2019) war Leiter der Kulturabteilung des Amtes der Salzburger Landesregierung.

Leben

Peter Krön wuchs in Wien auf, wurde bereits im Alter von 16 Jahren zum Militär einberufen, legte dann in Villach die Matura ab, studierte in München Philosophie sowie in Graz Rechtswissenschaften und promovierte zum Dr. jur.

Nachdem er bei den Böhler-Edelstahlwerken, bei der Mürztaler Verkehrsgesellschaft und von 1965 bis 1970 als Generalsekretär der Katholischen Aktion Salzburg tätig gewesen war, trat er im Jahr 1970 in den Salzburger Landesdienst.

1971 wurde er zum Leiter der Abteilung 12 des Amtes der Salzburger Landesregierung bestellt, die zunächst für Naturschutz und Kultur und dann für Kultur und Sport zuständig war. Von 1969 bis 1971 moderierte er auch die TV-Serie "Orientierung". 1974 wurde er zum Hofrat ernannt.

In Kröns Amtszeit fielen die Beschlussfassung des ersten Salzburger Kulturförderungsgesetzes sowie die Gründung des Museums Rupertinum, des Salzburger Freilichtmuseums, des Salzburger Filmkulturzentrums "Das Kino" und der Arge Kultur(gelände Nonntal), der Kauf und Ausbau des Petersbrunnhofes, der Bau des Orchesterhauses des Mozarteumorchesters und die Durchführung der großen Landesausstellungen.

Besondere Bedeutung hatten für Krön die Förderung der zeitgenössischen Kunst, die Gründung der Kulturvereine in den Gemeinden und die Entwicklung einer Kultur "von unten". Zwei von Krön organisierte Urheberrechtskongresse mündeten in eine Novellierung des österreichischen Urheberrechtsgesetzes. Sein Entwurf des Kulturellen Leitbildes der ARGE ALP wurde von den Regierungschefs beschlossen. Krön betreute auch die Partnerschaft des Landes Salzburg mit der Republik Litauen, leitete die Kommission des Europarates zur Evaluierung der litauischen Kulturpolitik und war Honorarkonsul der Republik Litauen. Er war weiters Mitglied des Kuratoriums der Internationalen Stiftung Mozarteum.

Nach seiner im Jahr 1993 erfolgten Pensionierung war Peter Krön ehrenamtlich als Präsident des Salzburger Kunstvereins, 1994 bis 1999 des Kuratoriums der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (dem er seit 1986 bis zu seinem Ableben angehörte) und der Internationalen Paul-Hofhaymer-Gesellschaft für Alte und Neue Musik sowie als Kurator des Erste Salzburger Sparkasse Kulturfonds tätig.

In verschiedenen Funktionen war Dr. Krön für Rotary International tätig: Präsident des Rotary Clubs Salzburg (1968/69), Governor für Westösterreich (Rotary District 1920), Tschechien und die Slowakei, Direktor im internationalen Vorstand und Ausbildungschef der 533 rotarischen Governors.

Hofrat Dr. Peter Krön war verheiratet mit Magda Krön, AHS-Lehrerin für Deutsch und Geschichte sowie Hochschullehrerin, die ihm einen Sohn und zwei Töchter schenkte.

Porträt

Er war ein großer Mann, und das nicht nur, weil er groß gewachsen und damit schon unübersehbar war. Vor allem sein Lachen war so herzhaft wie schallend, und immer wieder wusste er einen Witz, den er mit dem klassischen, immer leicht verführerischen Unterton einleitete: Kennen sie den?

Nicht nur diese Erscheinung und diesen Witz (der, wenn er gut ist, immer mit Geist zu tun hat) wird man vermissen. Man wird eine Kulturinstanz von prägender Gestalt vermissen, wie sie Salzburg auch weit über seine eigene aktive „Beamtenzeit“ hinaus bis heute nicht mehr hervorgebracht hat.

Peter Krön, der „Kulturhofrat“, der im 91. Lebensjahr gestorben ist, war ein Ermöglicher, mehr: Er war ein neugieriger, zugewandter, unentwegt sich Einsetzender und für die Sache stark machender Freund der Künste und der Künstler. Scheuklappen kannte er nie, denn sonst wäre der – politisch durch den damals zuständigen SPÖ-Landesrat Herbert Moritz – nachhaltig vertretene – Aufbruch der 1980er-Jahre nicht möglich gewesen. Von der „Szene der Jugend“ bis zu Literatur- oder Rockhouse, von der Öffnung der Salzburger Festspiele über Aufbau und tatkräftige Förderung qualitätvoller „Kultur auf dem Land“, von späteren (Ehren‑)Ämtern wie der Präsidentschaft des Salzburger Kunstvereins bis zum Einsatz für so unterschiedliche Institutionen wie Robert-Jungk-Bibliothek oder Paul-Hofhaymer-Gesellschaft, vom kirchlichen Engagement bis zur weltoffenen interkulturellen Verständigung (etwa als hochaktiver Honorarkonsul von Litauen): Peter Kröns Spuren sind unauslöschbar. Sie haben sich eingegraben, weil sie nie den bequemen, genormten Wegen gefolgt sind, sondern bewusst (und mit kritisch wacher Geist) das Nicht-Konforme, dass nicht schnell Gangbare gesucht haben.

Seine Loyalität zu den politischen Entscheidern, auch wenn sie eine andere „Farbe“ hatten, stand nie infrage, aber innerhalb dieser „Beamtentugend“ wusste Peter Krön die ihm vom Amt gegebenen eigenen Gestaltungsspielräume so kreativ wie nachhaltig zu nutzen. Er war ein Verhandler mit Handschlagqualität, weil er für die Sache brannte, nichts und niemanden wie einen „Akt“ behandelte. Sein Sachverstand war, gewonnen aus Disziplin, Fleiß und Wissen, unbestechlich. Man konnte mit ihm auf hohem Niveau diskutieren, auch streiten. Und am Ende landete er doch irgendwann bei einem heiteren Aperçu. Oder bei einem Witz. Und bei diesem Lachen, das so ansteckend war, weil es auch über sich selbst lachen konnte.

Weblink

Quellen

Zeitfolge
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