Peter Putzer

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Univ.-Prof. Dr. Peter Putzer (* 7. September 1939 in Salzburg; † 15. August 2015) war ein österreichischer Rechtshistoriker.

Leben

1959 maturierte er in Salzburg. Nach dem rechtswissenschaftlichen Studium an der Universität Innsbruck wurde er dort 1964 zum Dr. jur. promoviert. Er studierte auch einige Semester Kunstgeschichte, was später in mehreren Publikationen zur Reichssymbolik in der Bildenden Kunst seinen Niederschlag fand.

1965 kam er an die Rechtswissenschaftliche Fakultät der damals jungen Universität Salzburg und begann seine Tätigkeit als Hochschulassistent am damaligen Institut für Rechts- und Staatsphilosophie.

1970 habilitierte er sich für das Fach Rechtsgeschichte.

Mit 1. Februar 1973 wurde er zum Außerordentlichen Universitätsprofessor für Deutsche Rechtsgeschichte, Österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte und Deutsches Privatrecht ernannt. Bis zu seiner im Jahr 2004 erfolgten Pensionierung war er am Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Fakultät tätig. Jahrelang war er Leiter der Abteilung für Salzburger Rechtsgeschichte und Rechtsarchäologie und später Vorstand des seinerzeitigen Instituts für Österreichische Rechtsgeschichte. 1989 verlieh ihm der Bundespräsident den Berufstitel „Ordentlicher Universitätsprofessor“.

2004 trat er in den Ruhestand, fungierte aber weiterhin als Lehrbeauftragter an seiner Heimatfakultät.

Forschungsschwerpunkte waren:

  • Salzburger Rechtsgeschichte,
  • Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte,
  • Strafrechtsgeschichte,
  • Rechtsquelleneditionen,
  • Rechtsarchäologie, Rechtsikonographie und
  • Rechtliche Volkskunde.

Sein Interesse galt vorwiegend der Landes- und Rechtsgeschichte des Erzstiftes und des Kurfürstentums Salzburg. Überdies befasste er sich mit der Wissenschaftsgeschichte (insbesondere an der Salzburger Universität), der Wirtschaftsgeschichte (Zunftzwang und Gewerbefreiheit), der Geschichte des Verhältnisses von Staat und Kirche (konfessionsrechtliche Aspekte der Salzburger Protestantenvertreibung), der Geschichte von Minderheiten im Reich und in Salzburg (Juden und Zigeuner), der Geschichte des Umweltrechts (Waldordnungen) und der Rechtsarchäologie.

Werke

Zahlreiche rechtshistorische Veröffentlichungen, darunter

  • Kursalzburg. Ein Beitrag zur Territorialen Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte gegen Ende des alten Reiches. Jur. Habilitationsschrift (masch.); Salzburg 1969.
  • Staatlichkeit und Recht nach der Säkularisation, in: Heinz Dopsch, Hans Spatzenegger (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land Verlag Anton Pustet, Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2. Band II/2, S. 620 ff.
  • Salzburgs rechtliche Stellung im Staatsverband der Habsburgermonarchie, in: Dopsch/Spatzenegger (wie vorhin), S. 1023 bis 1055.
  • Peter Putzer, Josef Leitinger, Werner Thuswaldner: Rechtspflege in Salzburg. 70 Jahre Justizgebäude (Salzburg Dokumentationen 44). Salzburg 1979.
  • Das Salzburger Scharfrichter-Tagebuch (1757 - 1817). (= Schriften des Instituts für historische Kriminologie, Band 1) ISBN 978-3-85437-010-9.
  • Otto Seger, Peter Putzer: Hexenprozesse in Liechtenstein und das Salzburger Rechtsgutachten von 1682 (= Schriften des Instituts für historische Kriminologie, Band 2)
  • Die Alma Mater Benedictina als Barockphänomen. Zur Geschichte der Salzburger Benediktineruniversität. In: Barocker Geist und Raum. Die Salzburger Benediktineruniversität, hrsg. von Christian Rohr, Salzburg 2003.
  • „ ... dieser über alle Beschreibung boshafte Inquisit“ - Zum Ende des peinlichen Strafrechts in Salzburg. Salzburg Archiv Band 22 aus der Schriftenreihe des Vereines Freunde der Salzburger Geschichte 1996.
  • „... der zweyte Streich ist schnell auf den ersten glikhlich und geschikht erfolget...“ Ein Kunstfehler des Scharfrichters anno 1766. Salzburg Archiv Band 23 aus der Schriftenreihe des Vereines Freunde der Salzburger Geschichte 1997.
  • „... der unnützen Verschleppung des Geldes außer Lande ... der thätigste Einhalt zu verschaffet...“ Bemerkungen zur Erzstift-salzburgischen Lotterie-Polizei im 18. Jahrhundert, in: Glück im Spiel - Lotterien der Mozartzeit. Katalog zur Sonderausstellung im Salzburger Barockmuseum vom 13. Dezember 2002 bis 2. Februar 2003, hrsg. von Günther G. Bauer. - (Salzburg: Spielforschung der Universität Mozarteum Salzburg) 2002, S. 79-98
  • Sonja Pallauf und Peter Putzer (Hg.), Die Waldordnungen des Erzstiftes Salzburg (Fontes rerum austriacarum. 3. Abt.: Fontes iuris 16), Wien 2001.
  • Eine Malefizordnung für die Stadt Salzburg von 1664, in: Salzburg Archiv 27 (2001), 199-212.
  • Eine „Wende“ an der Universität. Über die Wiederherstellung des Originalzustandes der barocken Universitätsszepter, in: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde-Info, 4/2001, S. 6–7.
  • „… unter den Talaren versteckt …“ - Zum Schicksal des Salzburger Szepterpaares während seiner Würzburger Zeit 1846-1944, in: Gerhard Ammerer; Christian Rohr; Alfred Stefan Weiss (Hg.), Tradition und Wandel. Beiträge zur Kirchen-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte. Festschrift für Heinz Dopsch, Wien und München 2001, S. 404.
  • Vom Zunftzwang zur Gewerbefreiheit. Aspekte der rechtlichen Ordnung des Salzburger Gewerbes, in: Dopsch, Festschrift, 107-125.

Würdigungen

Quellen