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Geschichte Seehams

Die Geschichte von Seeham ist eng mit dem zwischen 760 und 765 vom Baiernherzog Tassilo III. gegründeten Benediktinerstift Mattsee – ab 1045 Kollegiatsstift – verknüpft, das bis 1398 territorial und bis 1807 kirchenrechtlich dem Bistum Passau unterstand. 1398 verkaufte der Bischof von Passau die Burg und Herrschaft Mattsee und das Gebiet der Trumer Seen kam so in den territorialen Besitz des Erzbischofs von Salzburg.

1568 ist Seehaim auf der Bairischen Landtafel von Philipp Apian verzeichnet[1].

Am 9. Dezember 1807 trat der Reichsfürst und Bischof von Passau, Leopold Leonhard Raymund Graf von Thun und Hohenstein, die noch in seinem kirchlichen Wirkungsbereich, aber innerhalb der Salzburger Landesgrenzen liegenden Pfarrgemeinden - darunter Seeham - frei (=unentgeltlich) an das Erzbistum Salzburg ab.

1839 wird das Vikariat Seeham, damals noch zu Pfarre Mattsee gehörig, von Benedikt Pillwein beschrieben.[2]

Nach der bürgerlichen Revolution von 1848 wurde von Kaiser Franz Joseph I. das Kaiserliches Patent vom 17. März 1849, das "Provisorische Reichsgemeindegesetz" (RGBL Nr. 170/1849) erlassen, gemäß dem ein Ortsgemeinde, darunter versteht man in der Regel eine als selbständiges Ganze vermessene Katastralgemeinde, das Recht hat, eine selbständige Ortsgemeinde zu bilden. Die Gemeindegrenzen von Seeham wurden nach dem „Franciszäischen Kataster“ von 1830 festgelegt. Das Protokoll der ersten Sitzung des Gemeindeausschusses der Gemeinde Seeham ist mit 19. Juli 1850 datiert. [3]

Um 1872 entwickelte sich Seeham zu einem Ort der Sommerfrische. Josef Sigl III., Gasthaus- und Metzgereibesitzer in Seeham, Besitzer mehrerer Häuser, Wohnungsvermieter und Badinhaber, bewarb intensiv den Aufenthalt im neuen Saison- und Badeort Seeham, mit dem Stellwagen erreichbar binnen einer Stunde ab der Westbahn-Station Seekirchen. 1874 eröffnete Josef Sigl ein Neugebäude, die Pension Sigl und legte den dazugehörigen Park und eine Badehütte an.[4] [5] [6]

1874 erscheint eine erste Broschüre "Seeham am Trumersee bei Salzburg, mit seinen Umgebungen, Seebädern und Ausflügen" im Verlag von Max Glonner. Als Anhang ist eine von Karl von Frey nach der Natur gezeichnete und autographierte Aussicht von der Wiesenberghöhe beigegeben. [7] [8]

Ein "Saison-Verein" [9] [10] zur Förderung des Fremdenverkehrs wird gegründet. Auch mehrere Privatpersonen errichen Badehütten. 1927 erwirbt der Saisonverein schließlich die Gesamt-Konzession für den Badebetrieb und das gesamte Parkgelände. Mitte der 1930er-Jahre bestehen dort ein kleines Strandbad, der Seewirt, es gibt eine Bootsvermietung und einen Tennisplatz (bestehend bis ca. 1980). 1954 wird die Badeanstalt neu errichtet. In den 1960er-Jahren wird das Strandbad durch Aufschüttung auf die heute gegebene Fläche vergrößert. Bis in die 1960er-Jahre war Seeham noch ein Dorf in Seenähe.

In den 1970er- bis 1990er-Jahren wächst der Ort durch Verbauung den Dürnberg hinauf nach Westen, sowie bis Gröm nach Süden und nach Südwesten den Wiesenberg hinauf; es vergrößern sich die Weiler Fraham und Matzing. [11]

2018 hat Seeham ca. 1 900 Einwohner. und Fremdenverkehr für den Ort eine große Bedeutung. Die ortsansässigen Landwirte betreiben ökologische und nachhaltige Landwirtschaft, Viehzucht und Milchproduktion, sodass die Marke "Biodorf" eine solide lokale Basis besitzt. Es gibt kleine und mittlere Einzelhandelsunternehmen sowie Produktionsbetriebe, die sich harmonische ins Ortsgefüge integrieren.

Ereignisse

1865 soll das neu erbaute Krämerhaus samt Krämerei-Gewerbe und Tabaktrafik verkauft werden. Am 21. Dezember 1867 kommt es zu Versteigerung.[12][13]

Am 3. April 1866 ertrinken drei Menschen bei eine Fahrt über den Obertrumer See. Dieses Unglück erregte damals österreichweit mediale Aufmerksamkeit.[14][15][16][17][18][19][20]

Am 19. Mai 1871 zerstört ein Brand den Bauernhof des Aicherbauern in Talacker.[21][22][23][24]

Am 14. Jänner 1898 wollen drei geübte Männer von Berndorf über Seeham nach Mattsee mit Schlittschuhen über den zugefrorenen Obertrumer über die sogenannte Eisbrücke. Aufgrund dichtem Nebels verlieren sie jedoch die Orientierung und fahren auf eine große eisfreie Fläche zu, wo sie ertrinken.[25]

  1. Bairischen Landtafel, 1568, von Philipp Apian
  2. books.google.at/Benedikt Pillwein, 1839, Seite 253
  3. Offizieller Führer der Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer, Seeham
  4. ANNO, Salzburger Volkszeitung, 9. Juli 1872, Seite 4
  5. ANNO, Salzburger Volkszeitung, 25. August 1874, Seite 4
  6. ANNO, Salzburger Zeitung, 8. Mai 1875, Seite 6
  7. www.ilab.org/catalog/Panorama - Frey, Carl von: Gebirgs-Ansicht von der Wiesenberghöhe bei Seeham. Nach der Natur aufgenommen. Seeham, Siegl, o. J. (1873). 1 lithogr. Leporello (ca. 19 cm x 130 cm) Kl.-8°. OHLwd. (leicht fleckig)
  8. anno.onb.ac.at/1874
  9. anno.onb.ac.at/1882
  10. anno.onb.ac.at/1892
  11. Seeham Gemeindechronik
  12. ANNO, Salzburger Zeitung, 29. Juli 1865, Seite 4
  13. ANNO, Salzburger Zeitung, 29. November 1867, Seite 6
  14. ANNO, Salzburger Zeitung, 5. April 1866, Seite 4
  15. ANNO, (Linzer) Tages-Post, 7. April 1866, Seite 3
  16. ANNO, (Grazer) Tages-Post, 7. April 1866, Seite 9
  17. ANNO, Neue Freie Presse, 7. April 1866, Seite 4
  18. ANNO, Fremden-Blatt, 7. April 1866, Seite 5
  19. ANNO, Wiener Zeitung, 8. April 1866, Seite 3
  20. ANNO, Innsbrucker Nachrichten, 10. April 1866
  21. ANNO, Salzburger Chronik, 23. Mai 1871, Seite 4
  22. ANNO, Salzburger Volksblatt, 27. Mai 1871, Seite 3
  23. ANNO, Salzburger Chronik, 5. August 1871, Seite 4
  24. ANNO, Salzburger Zeitung, 19. August 1871, Seite 3
  25. ANNO, Salzburger Volksblatt, 15. Jänner 1897