Ruperti-Stadtfest Neumarkt 2014

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Ludwig Gishamer, einer der vier Initiatoren des Ruperti-Stadtfestes in Neumarkt am Wallersee
Musikkapelle aus Huben im Ötztal in Nordtirol
Vor dem alten Zeughaus der Feuerwehr-Hauptwache – das neue wird ja nächstes Jahr eingeweiht werden können – kochten und kosteten Peter Hinterberger, Christian Zweimüller und Heinz Miglbauer ihr Gulasch aus der Kanone
Festumzug
von links Vizebürgermeister Herbert Schwaighofer, Kommerzialrat Karl Lettner, Bürgermeister DI Adi Rieger, Vizebürgermeister Jan Schierl, 2. Bürgermeister der Stadt Tittmoning Andreas Bratzdrum, Altbürgermeister Hans-Georg Enzinger, Altbürgermeister Wilhelm Winter, Regierungsrat Helmut Deinhammer und Landtagsabgeordneter Hofrat Josef Schöchl

Die Jubiläumsveranstaltung 30. Ruperti-Stadtfest 2014 fand als 30. Ausgabe des Ruperti-Stadtfestes Neumarkt am 20. September 2014 in der Flachgauer Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee statt.

Zwei Heilige, vier Initiatoren und Neumarkt am Wallersee ergeben 30 Jahre Ruperti-Stadtfest

Also, das war so: vor 30 Jahren, 1985, hatte der damalige Neumarkter Bürgermeister Hans-Georg Enzinger die Idee, am Ruperti-Tag ein Fest für alle Vereine, die Unternehmen, Landwirte und Bewohner der damaligen Marktgemeinde zu organisieren. Mit Ludwig Gishamer, Karl Lettner und Hermann Scheidler sen. hatte er begeisterte Mitstreiter und so fand am 24. September 1985 erstmals ein Ruperti-Fest in Neumarkt am Wallersee statt.

Rupert von Worms auf Besuch bei Nikolaus von Myra

Anfangs fand dieses Fest noch tatsächlich am Gedenktag an den Salzburger Landespatron, den Rupert von Worms, am 24. September statt. Denkwürdig das Jahr 2000. Da wurde Neumarkt am Wallersee am 24. September zur Stadt erhoben und aus dem Marktfest wurde das Stadtfest. Nachdem aber der Rupertitag irgendwann einmal seinen Feiertagsstatus verloren hatte, verlegte man das Fest an den Samstag um den 24. September. Denkwürdig auch die Jubiläumsveranstaltung 2014, denn da kam doch tatsächlich Rupert von Worms nach Neumarkt am Wallersee zu Besuch. Na ja, natürlich nur in Form einer lebensgroßen Abbildung auf einem der Festumzugswagen.

Brauchtum, Tradition und Handwerk vereint mit Lederhosen und Dirndlgwand

… war das Motto der 30. Jubiläumsveranstaltung am Samstag, den 20. September 2014. Nachdem am Freitagabend auf Bitte des Patrons der Stadtpfarrkirche von Neumarkt am Wallersee, Nikolaus von Myra, es Petrus noch einmal ordentlich regnen und winden ließ - die Straßen sollten doch am Festtag sauber sein, wo doch der andere Heilige, der Rupert, auch kommen wird - war dann am Samstag das Wetter genau richtig. Sonnenschein und ein paar Wolken ließen es angenehm warm werden.

Vor dem alten Zeughaus der Feuerwehr-Hauptwache – das neue wird ja nächstes Jahr eingeweiht werden können – kochten und kosteten Peter Hinterberger, Christian Zweimüller und Heinz Miglbauer ihr Gulasch aus der Kanone, bei Nikolaos Kyrakidis, genannt Niko der Grieche, der an diesem Samstag seinen Geburtstag feierte, brutzelte ein Spanferkel am Grill, Schoko heizte seinen Pizza-Backofen in der Pizzeria Francesco ein, vor Scheidler’s Vinothek wurden Tische und Stühle aufgestellt, Antonia und Sabine Gerbl vom Gasthof Gerbl richteten alles für ihre weitum bekannte Bosna her und entlang der Hauptstraße füllten sich die Verkaufsstände der Vereine mit Helfern.

Handwerker am Hauptplatz

Wilhelm Edtmayer, der Sensenmacher aus Straßwalchen war da, Franz Helminger aus Köstendorf zeigte, wie man aus Holzstämmen Leitungsrohre macht, die noch heute im Berchtesgadener Land für Soleleitungen zum Einsatz kommen, Josef Frauenschuh aus Bürmoos war mit seinen Heurechen nach alter Bauart aus dreierlei Holz nach Neumarkt gekommen, die Weberin Marianne Pagitsch aus Anthering hatte ihren Webstuhl mitgebracht, Berta Theresia Fußl aus Gurten im Innviertel, die seit 30 Jahren töpfert und Keramik bemalt, zeigte ihre Kunstwerke und Hedwig und Franz Strasser aus Lohnsburg am Kobernaußerwald hatte der Stadtschreiber gerade erst vor wenigen Tagen bei einem „Druschtag“ im Freilichtmuseum Stehrerhof getroffen. Franz Strasser fertigt allerlei Körbe aus Draht, Hedwig macht allerlei Körbe aus Stroh. Beispielsweise „Stroh-Bimperl“. Das sind kleine Strohkörbe aus reinem Kornstroh, die Bänder sind geräuchert, nicht gebeizt. Denn so können diese „Stroh-Bimperl“ auch für Brotteige verwendet werden. Angela und Hans Rachl waren aus Perwang am Grabensee gekommen. Sie halten dort 30 Mutterschafe und einen Widder. Diese Kombination ergibt etwa 20 Lämmer jedes Jahr und alle zusammen produzieren Schafwolle, aus der die beiden allerlei Nützliches (Fäustlinge) und Modisches (Hüte) machen.

Federnhutkapelle aus Tirol und Edelweiß-Bandltänzer

Unter den Klängen der Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee rollte die schier endlose Kolonne der Traktoren an der Spitze des Festumzugs heran. Sehr zur Freude der Fotografen saßen auf vielen von ihnen hübsche Bäuerinnen (oder solche, die es noch werden wollen) und etlicher fotogener Nachwuchs. Auch der Ziehharmoniker spielende Nachwuchs war wieder beim Umzug vertreten. Michael Mühlberger von der Stieglbrauerei Salzburg stand auf der Ladefläche eines historischen Stiegl-Bier-Lastwagens und lieferte das Eröffnungsfass Bier bei der Tribüne mit den Ehrengästen ab. Vor dem Anstich durch Bürgermeister DI Adi Rieger kam noch der Warnruf an alle, sie mögen ein paar Schritte zur Seite machen. Doch ganz so dramatisch fiel der Anstich-Verlust Gott-sei-Dank nicht aus. Wäre ja schade ums Bier gewesen!

Optisch und akustisch stahl die Musikkapelle aus Huben im Ötztal in Nordtirol, die zweite Musikkapelle der Marktgemeinde Matrei in Osttirol, den vier- und zweirädrigen Vehikeln fast die Schau. Ihre farbige Tracht, die breitkrempigen Hüte mit großen weißen Federn und die Musikanten selbst belebten den Festzug. Aber es wäre jetzt ungerecht, nicht wenigstens ein paar Gustostückerl der Fahrzeuge zu erwähnen. So konnte ein Mercedes Benz 170 mit Ladefläche bestaunt werden. Diese Baureihe wurde ab 1949 gebaut. Aus dem niederbayerischen Griesbach aus der Oldtimergalerie Rosenau war ein Bentley Invicta 3-litre "Cordery" mit 82 PS aus dem Jahr 1928 zu sehen. Ein interessantes, älteres Ford-Modell, ein Goggomobil – das ist ein Kleinstwagen, der von 1955 bis 1969 im bayerischen Dingolfing hergestellt wurde, und natürlich wieder der knallrote Steyr 55 "Baby", der auch schon im letzten Jahr dabei, waren zu sehen.

Nach Festansprachen und Bieranstich zeigte der Heimatverein Edelweiß aus Neumarkt am Wallersee den Bandltanz, einen mit langen Bändern um einen Baum getanzten Volkstanz. Es ist immer wieder faszinierend, wie da gut 50 oder mehr Tänzer das schöne Muster um den Masten in der Mitte herum formen ohne dabei einen Knoten zu verursachen.

Museum in der Fronfeste feierte ebenfalls 30jähriges Jubiläum

Oberschulrat Johann Goiginger hatte es gegründet. 1991 übernahm Ingrid Weydemann MAS die Leitung und den Aufbau des Museums. Es ist in dem historischen Gebäude der Fronfeste, die 1589 unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als Amtmann- und Gefängnishaus erbaut wurde untergebracht. Ingrid Weydemann begann bereits am Vorabend des Ruperti-Stadtfests mit der Museums-Jubiliäumsfeier mit der Eröffnung der Ausstellung „Über finsteren Wassern“: Michael Weese, Leiter des Landesmuseums Burgenland, porträtierte das Wenger Moor am Nordwestufer des Wallersees und setzt es zu den Landschaftsbildern in der Lyrik Georg Trakls in Beziehung.

Beim Ruperti Stadtfest selbst war im Museum „Tag der offenen Tür“ und vor dem Museum konnten Kinder aus kleinen Holzbausteinen einen Turm bauen - bis dieser umfiel. Die Höhe wurde laufend gemessen.

Martin feierte sein 30jähriges Schaffnerjubiläum

Hubschrauber-Rundflüge über der Stadt, weibliche Stelzengeherinnen, „Big Bubble Clown“ war auch wieder da, vor dem Stadtamt gab es eine Ausstellung von Bildern, die die 30 Jahre Ruperti-Stadtfest dokumentierte, man konnte sich eine Rupertimünze selbst prägen, die Kindertanzgruppe des Heimatvereins Edelweiß trat auf und Martin feierte als Schaffner beim „Wallersee-Express“, dem Bummelzug des Turnvereins Neumarkt 1867, sein 30jähriges „Dienstjubiläum“.

Wenn in diesem Beitrag jetzt nicht alles erwähnt wurde, was diese 30. Jubiläumsveranstaltung des Neumarkter Ruperti-Stadtfests geboten hatte, dann liegt es schlicht und einfach daran, dass eben so viel geboten wurde. Am besten ist es, nächstes Jahr persönlich in die junge Flachgauer Stadt am Land, nach Neumarkt am Wallersee zu kommen!

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