Salzburg TV

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Salzburg TV ist ein ehemaliger Privatsender der seit 1. Oktober 2009 als Servus TV auf Sendung ist.

Geschichte

Salzburg TV wurde von den beiden ORF-Journalisten Ferdinand Wegscheider und Christian Jörgner Mitte der 1990er Jahre gegründet und ging am 17. September 1995 im Kabelnetz der Salzburg AG auf Sendung. Von Anfang an kämpften die beiden Gründer für ein damals noch fehlendes Privatfernsehgesetz in Österreich, das eine terrestrische Ausstrahlung privater Fernsehprogramme neben dem ORF erlauben würde.

Im Dezember 1997 stieg die "Neue Welle Bayern" als 13 Prozent-Partner beim Sender ein und ab 1998 produzierte Salzburg TV jeden Tag zehn Minuten aktuelles Programm zusätzlich zum Standardprogramm, das wöchentlich gewechselt wurde. Beide Programmschienen wurden zu dieser Zeit neunmal pro Tag gesendet.

Im Herbst 2000 ließ Wegscheider einen Piratensender am Gaisberg installieren, nachdem ein Ansuchen auf einen terrestrischen Probebetrieb vom Verkehrsministerium abgelehnt worden war. Binnen weniger Tage legten Beamte der Fernmeldebehörde den Sender allerdings wieder lahm, da er jeder gesetzlichen Grundlage entbehrte. Ferdinand Wegscheider trat daraufhin am 31. Oktober 2000 in einen öffentlichen Hungerstreik und bezog dafür einen alten Baucontainer auf dem Alten Markt. Anfang 2001 reichte er gemeinsam mit seinen neuen Partnern, Rudolf Quehenberger, Salzburger Spediteur und Ex-Präsident von SV Austria Salzburg, Heinz Kluppenegger von der Firma EMTS, einem europaweit tätigen Serviceanbieter für Mobiltelefonie, sowie der zum Raiffeisenverband Salzburg gehörende Fremdenverkehrs AG, eine Verfassungsklage ein.

Nachdem das Ministerium die gesetzliche Grundlage für Privatfernsehen im Jahr 2002 endlich geschaffen hatte, wurde Salzburg TV im Sommer 2002 eine Lizenz zuerkannt. Der Sender konnte ab 6. Dezember 2002 von einem eigens errichteten Sender am Untersberg aus sein Programm abstrahlen und war somit über normale Antennen in der Stadt Salzburg, im Mondseeland, im Innviertel und Berchtesgadener Land zu empfangen. Die technische Reichweite betrug damit 550.000 Personen.

Am 26. Februar 2004 erhielt Salzburg TV eine neue Eigentümerstruktur: 48% übernahm die Wirtschaftskammer Salzburg, 37% eine Tochter des Raiffeisenverbandes Salzburg und 10% das Bankhaus Spängler. Die restlichen 5% blieben bei den Gründern Wegscheider und Jörgner. Der Sender wurde zu einem Praxisbetrieb der Fachhochschule Salzburg. Innerhalb von drei Jahren wurde Salzburg TV saniert und zum Verkauf angeboten: Am 1. Jänner 2007 sicherte sich Red Bull Eigentümer Dietrich Mateschitz 95% an Salzburg TV. Wegscheider und Jörgner behielten vorerst wiederum ihre Minderheitsanteile, verabschiedeten sich dann aber Ende März 2008 endgültig von ihrem "Kind".

Neuer Geschäftsführer und Chefredakteur wurde Donald McLoughlin, ein gebürtiger Deutscher und Betriebswirt. Er war zuvor am Aufbau von Antenne Bayern, Kabel eins und DSF beteiligt. Ab 1. Dezember 2008 wurde das Programm auch über Satellit (Astra 1H) abgestrahlt. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass im Laufe des Jahres 2009 eine Umbenennung des Senders in Servus TV erfolgen würde. Nach mehrmaligen Verzögerungen ging der neue Sender am 1. Oktober 2009 auf Sendung.

Trivia

In der Nacht auf 21. April 2006 drangen Einbrecher in die Firmenräume von Salzburg TV in Wals Himmelreich ein und stahlen zwei große digitale Fernsehkameras samt je vier Akkus und Ladegeräten, sowie eine weitere kleinere Kamera. Die Beute war zirka 36.000 Euro wert und entsprach fünfzig Prozent der Produktionskapazität, die Programmausstrahlung musste aber nicht unterbrechen werden.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten