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Salzburger Glockenspielturm

Der Salzburger Glockenspielturm und Neue Residenz am Residenzplatz
Der Salzburger Glockenspielturm (rechts), links die Domkuppel vom Salzburg Museum gesehen
Der Salzburger Glockenspielturm in der Altstadt
Der Glockenspielturm, rechts der kleine Turm des Rathauses, daneben der Zwiebelturm der Michaelskirche und darüber die Pfarrkirche Mülln von der Festungsgasseaus
Das Salzburger Heimatwerk unter dem Glockenspielturm

Der Salzburger Glockenspielturm ist ein Turm in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Turm ist ein Teil der Neuen Residenz und befindet sich auf der Seite zum Residenzplatz. Auf dem Turm ist im obersten Stockwerk das Salzburger Glockenspiel eingebaut.

Geschichte

1605 ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau am Rand der Neuen Residenz einen aus der Fassade hervortretenden schlanken Turm errichten, der aus drei Stockwerken bestand und (nur) etwa 25 Meter hoch und etwa halb so breit war. Er diente später als Unterbau für den Turm aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, errichtet unter Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg?.[1]

Um 1695 kaufte Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein von dem Glockengießer Melchior de Haze aus Antwerpen in den Niederlanden die 35 Glocken und ließ das Glockenspiel über dem letzten Stockwerk des Turmes einrichten. 17011702 wurde der viereckige Turm dabei um ein gemauertes Achteck (Oktogon) mit ovalen Fenstern und darüber liegend um einen hölzerne Arkaden aus acht offenen Rundbogenfenstern auf 45 Meter bzw. fünf Stockwerke erhöht. Damit der Turm das gesamte Gewicht von Glocken und Spielwerk tragen kann, wurde er verbreitert und seitlich mit Zugstangen aus Eisen verstärkt.

1706 wurde das Stiegenhaus zum Aufgang auf den Glockenspielturm vom Stuckateur Giacomo Bertoletto in besonders kunstvoll gestaltetem Stuck mit Obst- und Blumenornamenten, Figuren, Masken und Wappen des Fürsterzbischofs Wolf Dietrichs ausgestattet und in den Farben gelb und weiß bemalt. Im Erdgeschoß ist dem Turm ein zweiseitige Arkade vorgestellt. Die vorgesetzte nördliche Arkade wurde 1701 erbaut, in und vor der sich in fürsterzbischöflicher Zeit die Hauptwache befand. Die südliche Arkade wurde 1860 ergänzt. Heute befindet sich in diesem Raum der Eingang zum Salzburger Heimatwerk.

Das Turmbauwerk

Der Turm des Glockenspieles wurde 1701/1702 aufgestockt, die Kosten teilten sich die Hofkammer und die Hohe Landschaft. Die Fundamente und die Pfeiler mussten dabei verstärkt werden und der Turm verbreitert. Der Turm verjüngt sich schlüssig nach oben hin. Der untere Teil ist im Gundriss etwa quadratisch, das oberste quadratische Geschoß (viertes Stockwerk, ) besitzt die zum Glockenspiel zugehörigen Uhren und verweist so auf die oberen Stockwerke. Der oberste gemauerte Turmteil mit der Mechanik des Glockenspieles wird deutlich zierlicher und löst die strenge Form mit seinen großen ovalen Fenstern weiter auf, das oberste Stockwerk ist aus statischen Gründen aus Holz und im Grundriss ebenfalls achteckig. Dieses Stockwerk löst sich in der strengen Formgebung nach oben durch die großen Rundbogenöffnungen noch weiter auf. Diese Öffnungen waren für die allseitige Hörbarkeit der einzelnen Glocken sehr wichtig. Die Pilaster des gemauerten Achteckgeschoßes finden sich architektonisch in den Säulen des darüber stehenden Arkadengeschoßes wieder. Das Glockenspiel benötigte einen hölzernen Aufbau um Schwingungen der vielen Glocken gut abfedern zu können und Beschädigungen am Mauerwerk darunter zu verhindern.

Die Armillarsphaere

Über dem Turm-Arkaden und seinem Kupfer gedeckten niedrigen Barockzwiebelhelm befindet sich ein vergoldetes astronomisches Gerät, eine sphaera armillaris, die den Lauf der Planeten beschreiben kann, jedoch keine genauen astronomischen Beobachtungen von Sonne und Planeten erlaubt. Dieses Gerät, gelegentlich auch (von Gott gelenkte) "Weltmaschine" genannt, ist samt umgebendem Schmuckwerk etwa vier Meter hoch. Somit erreicht der Turm eine Höhe von fast 50 Metern.

Besichtigung

Führungen auf den Glockenspielturm finden von Ende März bis Ende Oktober jeweils am Donnerstag um 17:30 Uhr und am Freitag um 10:30 Uhr statt. Karten sind im Salzburg Museum und im angeschlossenen Panorama Museum erhältlich. 190 Stufen führen hinauf zurGlockenstube und zum Aussichtspunkt. Für gehbehinderte Personen ist ein Aufstieg in diesem historischen Turm nicht möglich. Bei jeder Führung können aus Platzgründen höchstens zwanzig Personen teilnehmen.

Alte Ansichten des Glockenspielturmes

(Auf den Bildern ist das Glockenspiel selbst nicht erkennbar)

Bilder

  Salzburger Glockenspielturm – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Literatur

  • Friedrich Pirckmayer: „Das Residenz-Neugebäude“. Beitrag zur salzburgischen Bau- und Kunstgeschichte, in: MGSLK 33, 1893
  • Hermann Spies: Geschichtliches über das Salzburger Glockenspiel, in MGSLK 86/87, 1946/47, S. 49-56
  • Hans Nüchtern: Hornwerk und Glockenspiel: ein Salzburger Buch, illustriert von Willi Bahner, Donau-Verlag, 1947, 107 Seiten
  • Peter Laub, Erich Marx, Gerd Pichler und Mitarbeiter: Das Salzburger Glockenspiel in der Neuen Residenz - Bericht zur Restaurierung, Band 55 der Jahresschriften des Salzburg-Museum, herausgegeben vom Bundesdenkmalamt und vom Salzburg Museum, Verlag Salzburg Museum, 2013, 239 Seiten

weitere Quellen

  • Video-Dokumentation über Restaurierung des Salzburger Glockenspiels zwischen 2008 und 2011.
  • Informationstafeln vor Ort

Weblink

Einzelnachweise