Schießpulver

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Schießpulver hatte zu den Zeiten der Fürsterzbischöfe aus Gründen der Verteidigung eine große Bedeutung.

Geschichte

Im Laufe der Jahrhunderte bauten die Erz- und Fürsterzbischöfe die Festung Hohensalzburg sowie die Verteidigungsanlagen um die Stadt immer mehr aus. Um im Fall eines Angriffs oder einer Belagerung ausreichend Schießpulver zur Verfügung zu haben, stapelten die Fürsterzbischöfe gewaltige Mengen an Schießpulver in Türmen.

Um 1700 verfügte der Salzburger "Kriegsrat" über nicht weniger als elf Pulverdepots im Bereich der Stadt Salzburg. Allein drei Pulvertürme befanden sich auf der Festung Hohensalzburg, vier am Mönchsberg und drei am Kapuzinerberg.

Die erste Pulverniederlage befand sich vor dem Klausentor.

1733 waren in diesen elf Depots 2 225 Zehntner Schießpulver gelagert.

Diese große Menge an explosivem Stoff beunruhigte natürlich die Bürger der Stadt Salzburg. So wurde schon am 26. Juli 1693 dem Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein der Bericht erstattet, dass ein Pulverturm auf der Festung Hohensalzburg "nicht ohne große Feuersgefahr nur mit einer Tür und einem Dach aus Holz versehen sei." Aber auch bei anderen Türmen erhöhte sich die Feuergefahr durch um diese Türme herum errichtete Holzbaracken. Fürsterzbischof Johann Ernst erließ daraufhin die Verordnung, dass der bemängelte Turm auf der Festung mit festem Ziegeldach und einer eisernen Tür zu versehen sei.

Am 8. August 1700 stellte der Leiter des Miliz-Bauwesen den Antrag, einen neuen Pulverturm errichten zu dürfen. Denn es waren derartig große Mengen an Schießpulver vorhanden, "daß nunmehro alle dergleichen Türm oder Behälter angefüllt und fast überhäuft sind."

Am gefährlichsten erschienen die vier Pulvertürme am Mönchsberg auf der Richterhöhe und unmittelbarer Umgebung, da diese nur 40 bis 60 Schritte auseinander lagen.

Die "militärische Oekonomie-Kommission" berichtete am 13. Juni 1729, dass 1728 zwei Mal unweit der Pulvertürme am Mönchsberg der Donner eingeschlagen hatte [Anm.: wohl eher der Blitz]. Sie baten den hochfürstlichen Kriegsrat, die rund 1 305 darin gelagerten Zehntner Schießpulver andernorts zu lagern, um die Gefahr für die Bürger in der Stadt zu mindern. Sie schlugen [[Schloss Glanegg] und Schloss Neuhaus vor. Man könne ja bei Kriegsgefahr beizeiten dieses Pulver wieder umlagern.

Der Präsident des Kriegsrates, Josef Veigl, schlug am 7. Mai 1733 vor, zur Vermeidung von Unglücken auf dem Mönchsberg, einen neuen Pulverturm an dem Ort Hexentanz zu erbauen. Dieser Platz war im Bereich des heutigen Barbaraturms auf dem Mönchsberg.

Am 11. Mai 1733 beantragte dann die "Miliz-Oekonomie-Kommission" die Errichtung eines neuen Pulverturmes am Hexentanz. Er sollte 1 000 Schuh von den bestehende Pulvertürmen errichtet werden. Mit Dekret vom 21. Juli 1733 wurde der Bau genehmigt und wahrscheinlich noch im selben Jahr fertiggestellt worden sein.

Während die älteren Pulvertürme etwas abseits lag, führte am Barbaraturm und am neu errichteten Turm ein viel begangener Fußweg vorbei. Daher beantragte am 17. Mai 1746 der Hofkriegspräsident, das neu erbaute Pulvermagazin mit einer kleinen Mauer zu umgeben. Die Kosten dieser Mauer wurden am 28. Mai 1746 vom Hauptmann Stephan Albert Theodor de Guardi mit 532 Gulden veranschlagt.

Bis 1867 war der Eigentümer des Barbaraturms das k. k. Militärärar. Als 1867 die Stadt Salzburg aufhörte als Festungsstadt zu gelten, wurde am 13. November 1867 das k. k. Ärar als Eigentümer sämtlicher Befestigungsanlagen in Salzburg im Grundbuch eingetragen. Mit Kaufvertrag vom 1. Mai 1898 erwarb die Stadtgemeinde Salzburg eine Reihe ehemaliger militärischer Objekte. Der Barbaraturm wurde am 10. August 1896 bei einer öffentlichen Versteigerung um 16 035 Gulden von der Stadtgemeinde Salzburg ersteigert.

Anlagen zur Schießpulvergewinnung

Im Gebiet der Altstadt von der Stadt Salzburg, vor allem am Mönchsberg, gab es etliche Pulverstampfen, die Schießpulver herstellten.

Quelle