Richterhöhe

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Denkmal Eduard Richter auf der Richterhöhe
Karte
Bertolds-Zwinger mit Bertoldssturm
Die drei historischen Höhen auf dem Mönchsberg, Plan von 1922
Richterhöhe, Ansicht von Süden, Bildmitte: Bertholdstum (unterer Zwinger), links davon Michaelsturm (0berer Zwinger)
Richterhöhe: Blick auf Riedenburg, dahinter auf Gneis und Leopoldskron-Moos

Die Richterhöhe[1], ursprünglich Eduard-Richter-Höhe bezeichnet, ist mit 505 m ü. A.[2][3] die zweithöchste Erhebung auf dem Mönchsberg, einem der Salzburger Stadtberge in der Stadt Salzburg.

Geografie

Geringfügig höher ist die Karolinenhöhe, geringfügig niedriger ist die dritte Anhöhe, die Franz-Josefs-Höhe[4] Die Richterhöhe, wie sie heute offiziell heißt, ist ein beliebtes Ausflugsziel im Südwesten des Mönchsberges. Von diesem Aussichtspunkt hat man einen freien Blick nach Süden über das Salzburger Becken, auf das Schloss Leopoldskron, Leopoldskroner Moos im Leopoldskroner Moor und den Untersberg, nach Westen zum Staufen sowie nach Osten auf die Festung Hohensalzburg.

Geschichte

Der Falkenzwinger der Wehranlage wurde im Jahre 1906 nach Eduard Richter (* 1847; † 1905), einem Geografen, Historiker und Alpinisten, der von 1871 bis 1886 in Salzburg lebte, benannt. 1907 wurde ihm dort auch ein Denkmal errichtet.

Die Wehranlage geht auf die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbauten Wehrtürme zurück. Die Anlage wurde unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron in kleinen Teilbereichen verstärkt. Auf der Richterhöhe, genauer im Oberen Zwinger (Falkenzwinger), befinden sich der mittelalterliche Josefs- und der Michaelsturm. Der einst zentrale und wichtigste Turm des Oberen Zwingers, der alte Falkenturm (heute Kupelwieserschlössl), befindet sich samt Umfeld heute im Privatbesitz. Zum Falkenzwinger gehörte ursprünglich auch der spätmittelalterliche Barbaraturm, der heute ebenfalls im privatem Besitz ist.

Den Unteren Zwinger (auch Bertoldzwinger) begrenzen im Süden der mittelalterliche Bertoldsturm und im Norden der Lodronsche Georgsturm (Militärwachhaus, Turm beim Weingartenhaus).

Als Verteidigungsanlage stand das Gelände ab etwa 1670 im Besitz der "Hohen Landschaft" des Fürsterzbistums und kam danach in ärarischen (staatlichen) Besitz der Habsburgermonarchie. Von 1724 bis um 1800 wurden die Türme des Oberen und Unteren Zwingers, der Josefsturm und der St. Michaelsturm, als Pulvermagazin genutzt. 1905 kauft die Stadtgemeinde Salzburg unter Bürgermeister Franz Berger das Gelände und machte es 1906 unter Mitwirkung des Stadt-Verschönerungsvereines der Allgemeinheit zugänglich.

Peter Handke wohnte mit seiner Tochter Amina ab August 1979 für zehn Jahre im heute privat genutzten Raum der Wehranlage (Dr.-Ludwig-Prähauser-Weg 17) im Kupelwieserschlössl seines Freundes Hans Widrich. Das historisierend über dem Fels der Stadtmauer errichtete Schlösschen war nach 1860 anstelle des uralten Falkenturmes errichtet worden.

Gegenwart

Die Richterhöhe ist heute mit seiner ausgezeichneten Aussicht nach Süden und Südwesten, aber auch auf die Festung Hohensalzburg ein von Besuchern sehr gerne genutzter Ort.

Den St. Michaelsturm benutzt heute die Pfadfindergruppe Salzburg 11 Morzg, die Salzburger Pfadfinder haben alle drei Türme der Richterhöhen gegen geringes Entgelt von der Stadt Salzburg gepachtet. Der Lodronsche Georgsturm (Weingartenturm) ist als Wohnung genutzt.

Am steilen Südabhang des Mönchsberges und des Festungsberges gab es bis ins Spätmittelalter außerhalb der Wehranlagen Weingärten. Seit 2008 wird auf Initiative der Salzburger Pfadfindergilde im Unteren Zwinger (unterhalb der Richterhöhe) in Anlehnung an den den mittelalterlichen Weinbau kleinflächig Wein angebaut.

Bilder

 Richterhöhe – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweise

  1. auch laut maps.stadt-salzburg.at
  2. Quelle www.openstreetmap.org
  3. Im Stadtplan von 1919 im Historischen Atlas der Stadt Salzburg, Blatt IV 8, wird die Höhe mit 502 m ü. A. angegeben.
  4. Siehe auch Aussichten auf dem Mönchsberg