Zäzilia Amalia Kobler

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Zäzilia Amalia Kobler
Sammlung der Briefe "mit Banderole" 1844 bis 1848.

Zäzilia Amalia Kobler (* 13. Mai 1821 in der Stadt Salzburg[1]; † 14. Juni 1848 ebenda) ist die Tochter von Fanny Kobler, Höllbräuwirtin in der Judengasse in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Leben

Franziska Fanny Kobler bekam ein Kind, Zäzilia Amalia Kobler, mit (dem in der Geburtsurkunde „nicht eingetragenen“) Francesco "Franz" Filastro Castelli (* 17. Juni 1796 in Brescia, Lombardei; † 20. April 1832 ebenda).

Der „Oberlieutenant im Genie Korps“ war mit ihr verlobt, wollte aber mit der Heirat warten, bis er Frau und Kind versorgen könne. Als Landvermesser beim Militär verdiente er nicht ausreichend. Rührende Briefe z. B. an „Fräulein Malli Kobler. Im Gasthofe zur Hölle Judengasse Nr. 67. Salzburg“ belegen seine Fürsorge für Frau und Kind. Bevor er jedoch die ersehnte Beförderung zum Hauptmann erhielt, erkrankte er und verstarb.

Ein Brief des Vaters aus Brescia vom 26. November 1832 sagt u. a.: „Der unglückliche Franz starb den 20 April d. J. in dem Hause seiner Schwester. [...] er starb ohne eine schriftliche oder mündliche Anordnung treffen zu können. – Aber da das Unglück nie allein kommt, muß ich Ihnen bemerken, daß das Geld welches er hatte nach seinem Tode sich nicht mehr vorfand [...]“. Vom späteren Ehemann der Zäzilia Amalia, Richard Schlegel, liegen Briefe vor, u. a. 1845 an „Fräulein Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren in der Hölle“.[2]

Am 21. April 1846 heiratete sie im Salzburger Dom[3] Richard Franz Schlegel. Zäzilia Amalia starb 14 Tage nach der Geburt ihrer Tochter Franziska Schlegel (* 1. Juni 1848) am 14. Juni 1848 und wurde in der Familiengruft auf dem Sebastiansfriedhof bestattet.[4]

Die umfangreiche Sammlung der Kobler-Spängler-Briefe enthält zahlreiche Briefe der „Mali“ bzw. „Maly“ (auch „Mally Kobler“ 1840 in einem Brief von Paul C. Reschig) von verschiedenen Personen, 1842 und 1844 z. B. von Rosa Hablin (damals in Varazdin, Kroatien). Diese Beziehung scheint eine „etwas anstrengende Freundschaft“ gewesen zu sein. Wiederholt wird nach Bekräftigung von „Treue“ und „Liebe“ verlangt. Mit Rosa korrespondierte Amalie auf Deutsch und auf Französisch. Bei den Kobler-Spängler-Briefen ist auch ein Brief auf Italienisch erhalten geblieben.[5] 1843 bekam sie einen Brief von „Karl“; ebenfalls 1843 schreibt sie an einen „lieben Freund“ (wohl „Karl“). Zahlreich und umfangreich sind die Briefe der „Maly“ bzw. „Mali“ an ihre Herzensfreundin in etwa gleichem Alter, an Betti Kobler (* 1825; † 1881), Betti ist ihre Tante in Schärding. Ein Schwerpunkt dieser Briefe [bisher übertragen 1844 bis 1846] ist die ständige Frage nach Gesundheit und Wohlergehen, ein weiterer vielfach wiederholte Grüße von den Salzburger Familien Paurnfeind, Schlögelhofer, Laschensky, Kudorfer (auch Kuedorfer), Weizner usw. Neben den Beteuerungen „innigster Liebe“ in für uns heute vielleicht befremdlicher Intensität stehen Forderungen nach umgehender Antwort mit „langen“ Briefen. Fragen der aktuellen Mode spielen eine große Rolle; manches ist „Alltagsklatsch“ mit vielleicht (für uns heute) versteckten Hinweisen auf das Salzburger Leben und auf dort beliebte Örtlichkeiten in den 1840er Jahren. Vom Ehemann Richard Franz Schlegel wird berichtet, dass er ein offenbar gefragter und mit Operationen erfolgreicher Arzt war. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die gesellschaftliche „Rolle“, die man spielt (spielen will) und etwa mit Modebekleidung demonstrieren kann. 1848, kurz vor ihrem Tod nach der Geburt der Tochter, erzählt sie in Briefen an Betti Kobler, wie in Salzburg der Fasching mit verschiedenen Bällen festlich begangen wurde. Die Briefe an Betti von 1844 bis 1848 wurden sorgfältig aufgehoben.[6]

Quelle

Einzelnachweise

  1. Taufbuch der Pfarre Salzburg-St. Andrä, Band VI, S. 68.
  2. Belege im Besitz der Familie; kleines Foto, 5 x 5 cm, von ca. 1846
  3. Trauungsbuch der Dompfarre Salzburg, Band IX, S. 134.
  4. Sterbebuch der Dompfarre Salzburg, Band V, S. 281.
  5. vgl. Kobler-Spängler-Briefe von 1847, jedoch nicht übertragen
  6. Alle Briefe übertragen: Kobler-Spängler-Briefe; siehe Foto oben.