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Fahrrad: Nachhaltige Mobilität?

Das Fahrrad gilt als das nachhaltigste Transportmittel. Doch wie nachhaltig ist das Radfahren wirklich?

Radeln am Tauernradweg SN/TOM SON
Radeln am Tauernradweg

Die Hälfte der Autofahrten in Österreich ist kürzer als fünf Kilometer. Viele überflüssige Fahrten sind die Folge. Und mit dem Fahrrad ist man in der Stadt nicht nur umweltbewusster, sondern oft auch schneller unterwegs als mit dem Auto.
Österreich verfügt zwar insgesamt über eine gute Radinfrastruktur, hat aber auf jeden Fall noch einiges an Aufholbedarf im Vergleich etwa zu den Niederlanden und Dänemark. Diese Länder gelten als die vorbildlichsten Radnationen Europas. In den Niederlanden gibt es 37.000 Kilometer an Radwegen, sie gelten als die besten Fahrradwege der Welt. Man sagt scherzhaft, dass Niederländer auf dem Fahrrad geboren werden. In Wien soll in den nächsten Jahren ein Mega-Radhighway entstehen.

E-Bike-Ladestation SN/Markus Greber
E-Bike-Ladestation

Dieser wird auf rund sieben Kilometern von der Donaustadt in die Innenstadt führen. 2021 wurden am Praterstern mehr als 1,3 Millionen Radfahrer gezählt. Auf der stadtauswärts führenden Seite gibt es einen fast 4,5 Meter breiten Mega-Radweg in beide Richtungen, der bestehende Radweg stadteinwärts bleibt erhalten. Voraussichtlicher Baustart für die Praterstraße ist Herbst 2022, geplante Fertigstellung Herbst 2024.
In Salzburg sind vor allem im Sommer zu viele Autos in der Stadt. Es ist kein Wunder, dass so mancher Salzburger Autofahrer für Kurzstrecken gerne mal Rad, S-Bahn, Lokalbahn oder Obus nutzt. Doch nicht jeder wohnt in der Nähe der Stadt beziehungsweise des Arbeitsortes. Dabei wäre gerade das tägliche Radeln zur Arbeit umweltbewusst und wichtig für die eigene Gesundheit!

Jobrad statt Dienstauto?

Attraktive Angebote wie Jobräder für Mitarbeiter wären ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein Jobrad funktioniert folgendermaßen: Ein Unternehmen stellt Mitarbeitern zu attraktiven Bedingungen ein alltagstaugliches "Dienstfahrrad" zur Verfügung, dieses Rad kann sowohl dienstlich als auch privat genutzt werden. Der Mitarbeiter verpflichtet sich im Gegenzug dazu, das Rad oft auch für den Arbeitsweg oder für dienstliche Strecken einzusetzen. Der Betrieb kann dafür aus einer Reihe an attraktiven Förderungen wählen.
Meist zahlt der Mitarbeiter den Restbetrag in Form einer monatlichen Nutzungsgebühr in 48 Monatsraten ab. Bei normalen Fahrrädern kann seitens des Betriebes auch der Vorsteuerabzug in Höhe von 20 Prozent geltend gemacht werden.

ÖBB-Kooperation mit bike-energy

Ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr kann entscheidend dazu beitragen, dass Menschen aufs Rad umsteigen. Das Fahrrad muss kostengünstig und einfach von A nach B transportiert werden können.
Neben Transportmöglichkeiten des Rades in den Öffis braucht es genügend Fahrradständer und vieles mehr. Mitpendler reagieren wenig verständnisvoll, wenn ihnen ein Rad Platz wegnimmt oder der Ein- und Ausstieg verkompliziert wird.

Transportmöglichkeiten in den Öffis SN/öbb/peter limpl
Transportmöglichkeiten in den Öffis

Gut: Die ÖBB bieten ein Radticket an, das für die meisten Nah- und Fernverkehrszüge gilt. Um die Kombination aus Rad- und Bahnfahren weiter zu stärken, kooperieren die ÖBB mit dem Salzburger E-Bike-Hersteller bike-energy. An 19 Standorten mit bis zu 100 Ladepunkten entstehen E-Bike-Ladestationen für ÖBB-Mitarbeiter. Pro Station können fünf E-Bikes geladen werden.

Produktion und Recycling

Obwohl Fahrräder absolut wirtschaftlich und so kostengünstig wie möglich produziert werden, sehen Experten Verbesserungspotenzial bei der Produktion und dem Recyceln. Wichtig ist dabei das Cradle-to-Cradle-Prinzip, das auf geschlossenen Rohstoffkreisläufen basiert.
Bei der Entwicklung aller Produkte sollte darauf geachtet werden, dass sie nach dem Lebenszyklus komplett recycelt werden können. Beim Mountainbike gilt es zum Beispiel, auf Rahmen, Federgabel, Lack, Reifen und die Bremsen zu achten, in denen - was Nachhaltigkeit betrifft - Verbesserungspotenzial schlummert.
Immer öfter von Kunden nachgefragt wird nachhaltige Bikekleidung. Diese Produkte sind bereits seit einigen Jahren am Markt erhältlich, die Materialien werden von Jahr zu Jahr besser. Weitere Verbesserungen sind notwendig, um das Radfahren noch nachhaltiger zu machen.

Aufgerufen am 07.07.2022 um 04:34 auf https://www.sn.at/leben/fahrrad-nachhaltige-mobilitaet-119573035

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