Leben

Sicherheit für die Kleinsten auf dem Fahrrad

Kinder lieben Bewegung - auch am Fahrrad. Doch das Radeln will gelernt sein. Mit diesen Tipps gelingt der Einstieg bestimmt.

Übung macht den Meister! SN/saalbach.com/yvonne hörl
Übung macht den Meister!

In Österreich gilt: Kinder dürfen ab zwölf Jahren allein mit dem Rad fahren. Jene, die unter zwölf sind und keinen Radfahrausweis besitzen, müssen von einer mindestens sechzehn Jahre alten Person beaufsichtigt werden. Kinder können dabei in einem Kindersitz auf dem Rad, mit einem Fahrradanhänger oder in einer Transportkiste befördert werden. Wichtig ist die Radhelmpflicht, die für Kinder bis zum zwölften Geburtstag gilt. Es liegt in der Verantwortung der Aufsichtsperson, dies zu überprüfen. Das betrifft auch Kinder unter zwölf Jahren, die in einem Radanhänger befördert oder auf einem Fahrrad mitgeführt werden.

Radfahrprüfung & -ausweis

Die Radfahrprüfung wird zumeist im Rahmen des Schulunterrichts in der vierten Klasse Volksschule vorbereitet und durchgeführt. Es handelt sich um eine freiwillige Prüfung, die Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren zum Lenken eines Fahrrads im Straßenverkehr berechtigt - und das ohne Begleitperson! Beim Radfahrausweis handelt es sich somit um eine behördliche Bewilligung. Die Straßenverkehrsordnung regelt nicht, inwiefern dieser Nachweis zu erfolgen hat, das kann von den zuständigen Behörden unterschiedlich behandelt werden.

Fahrradhelmpflicht gilt für Kinder bis zum 12. Geburtstag. SN/Irina Schmidt - stock.adobe.com
Fahrradhelmpflicht gilt für Kinder bis zum 12. Geburtstag.

Bernhard Kreuzer, Obmann der Radlobby Salzburg, erachtet Radfahrprüfung und -ausweis als sinnvoll. "Jeder muss die Verkehrsregeln kennen, bevor man auf der Straße radelt", sagt Kreuzer und ergänzt: "Autofahrer müssen dort, wo Kinder radelnd unterwegs sind, ganz besonders vorsichtig sein. Vorausschauendes Fahren ist das Gebot der Stunde."

Die Gesetzeslage in Österreich sieht Kreuzer restriktiver als zum Beispiel in den Niederlanden oder Deutschland. Vorsicht ist immer und überall geboten. Wichtig ist, dass Aufsichtspersonen (Eltern, Lehrer etc.) vor allem darauf achten, dass nur gut ausgebaute und gepflegte Radwege benutzt werden. "Dann fühlen sich die Kinder zu Beginn auch viel sicherer und passen sich nach und nach an den Verkehr an."

Gängige Verhaltensregeln

Welche Verhaltensregeln sind für Kreuzer denn besonders wichtig? "Sehr wichtig ist der Blick über die Schulter. Zum Abbiegen sollte man, sobald ein Radfahrer auf einen Autofahrer trifft, immer Handzeichen geben, aber diese können natürlich übersehen werden. Was hinter einem passiert, das ist oft entscheidend!"

Unbedingt die Spur zu halten und sie nicht plötzlich zu wechseln ist ebenfalls von großer Bedeutung. "Natürlich sollten Kinderfahrräder auch technisch in einem einwandfreien Zustand sein", führt Kreuzer aus. Hier geht es vor allem um den Rahmen und die Speichenspannung, auf die es mit zunehmendem Alter des Fahrrads zu achten gilt. Gute Bremsen sind wichtig, aber: "Man freut sich zwar, wenn man eine Scheibenbremse hat, aber bremst man in der Kurve mit dem Hinterrad, kann man leicht wegrutschen. Oft geht es um Kleinigkeiten."

Bild: SN/kreutzer
„Sehr wichtig ist der Blick über die Schulter.“ Bernhard Kreutzer, Radlobby

Weitere Themen sind die richtig eingestellte Sitzhöhe, der richtige Reifendruck und das Fernhalten von Gefahrenzonen. Stets brenzlig: Lkw rechts zu überholen! Man muss sicherstellen, dass diese stehen und nicht abbiegen können. Kreuzer hat noch ein paar Tipps parat, die jeder Verkehrsteilnehmer beherzigen sollte: "Gefährde niemanden, nimm Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer und tu nichts Dummes. Bei Letzterem ist gemeint, dass man sich nicht selbst in Gefahr bringt." Könnte es eng oder knapp werden, dann lieber schnell durchradeln und den Gefahrenbereich zügig wieder verlassen, empfiehlt der Experte. Aber besser ist natürlich, vorausschauend zu fahren und es gar nicht so weit kommen zu lassen! "Es ist immer hilfreich, sich links oder rechts über die Schulter umzuschauen."

Rad fahrende Kinder sollten auf jeden Fall ihre Koordination schulen, bevor sie sich auf die Straße wagen. Laufräder sind eine gute Möglichkeit, da die Kleinen dann schon in ganz jungen Jahren ein besseres Gleichgewicht entwickeln. Gut ist es, wenn die Eltern die aktive Mobilität vorleben und die Kinder gleich in jungen Jahren mit dem Rad in Berührung kommen.

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Rollende Blumenvase SN/alexandra dasch
Rollende Blumenvase

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Aufgerufen am 07.07.2022 um 03:10 auf https://www.sn.at/leben/sicherheit-fuer-die-kleinsten-auf-dem-fahrrad-119622799

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