Basil von Amann

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Optat Basilius, auch Basil Optat(us), von Aman (* 3. Juni 1747; † 25. März 1785 Freising [Bayern]) war ein Salzburger Beamter der Mozartzeit.

Leben

Basil war ein jüngerer Sohn eines hohen Salzburger Beamten, des Generaleinnehmers Franz Anton von Amann, und der Maria Theresia geb. Fallnhauser.

Er schlug gleich seinem Vater die salzburgische Beamtenlaufbahn ein und wurde 1767 Unterschreiber in Glanegg. 1771 wurde er als Generaleinnehmereiadjunkt seinem alternden Vater zugeteilt.

Als der künftige Schwiegervater gesicherte finanzielle Verhältnisse sehen wollte, erhob Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo den jungen Basil großzügig zum 1772 Hofkammerrat.

So heiratete Basil am 26. November 1772 Franziska, Tochter des Lorenz Josef Polis, Hofkammerrates, und der Maria Anna Aniser. Sie hatten die Kinder

  • Maria Theresia (* 1773 Salzburg), verh. (1800) mit Franz Pirent, Apotheker in Mährisch-Weißkirchen.
  • Maria Franziska (* 1774), verh. in Vielun, Preußisch-Polen;
  • Franz, (* 1777; † 1828 Eichstätt, Bayern), Offizier zuerst in salzburgischen, dann österreichischen, schließlich bayerischen Diensten, verh. mit Ernestine von Fischer;
  • Maria Anna Viktoria, verh. mit dem Kaffeesieder Reidl in Pest (Ungarn);
  • Maria Aloisia (* 1782), verh. mit dem k. k.Hauptmann Josef Angelini von Pilios Caprino.

Das junge Paar lebte auf großem Fuß, erwarb Schloss Aigen und 1775 den Sitz St. Gilgen.

Zur Erschließung von Zusatzeinkünfte übernahm Basil die Aufgabe der Biergelder-Einnahme des Hofbräus Kaltenhausen, die bei dieser Gelegenheit der Generaleinnehmerei zugeordnet wurde. Da er mit seinen eigenen Einkünften seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte, bediente er sich aus den ihm anvertrauten Geldern. So brachte er sich in eine unhaltbare Lage, die die Ursache seiner nachfolgenden geistigen Erkrankung gewesen sein mag. Jedenfalls sah sich sein Vater genötigt, ihn im Jahr 1783 einer Freisinger Heilanstalt anzuvertrauen. Basils Zustand verschlechterte sich aber, statt sich zu verbessern. Ende 1784 entdeckte der bereits todkranke Vater den von seinem Sohn verursachten Fehlbetrag. Er erklärte sich zu dessen Begleichung bereit und bat den Fürsten nur um Geduld, bis er das Geld durch Verkauf einer Liegenschaft aufgebracht haben würde. Diese Huld gewährte der Fürst etwas ungnädig, doch keine zwei Wochen später starb der Greis. Zwei Monate darauf schied auch Basil aus dem Leben.

Der Erzbischof hielt sich mit seiner Ersatzforderung an den Nachlass seines Dieners Franz Anton, der sich damit als überschuldet erwies. Immerhin aber gewährte er Basils Witwe ein Gnadengeld auf drei Jahre in Höhe von zehn Gulden monatlich, das war ein Drittel der Bezüge des verstorbenen Gatten.

Der Lebenswandel der Witwe erregte freilich bei der Salzburger Obrigkeit Anstoß. Nicht nur hatte sie ein uneheliches Kind (ob bereits aus der Zeit ihres Gatten in der Irrenanstalt, ist nicht klar), auch finanziell lebte sie über ihre Verhältnisse. Als sie ihre Absicht anzeigte, sich mit Josef Anton Kraus, Handelsherrn in Trient, zu vermählen, befahl der für seinen herben Humor bekannte Erzbischof, dieser Heirat möglichst den Weg zu ebnen, verzichtete auch auf die bei Auswanderung anfallende Abgabe und verlangte der Witwe von Amann lediglich die Verpflichtungserklärung ab, dass sie nie mehr zurückkehren werde. So verließ die Witwe nach ihrer Wiederverehelichung im Jahr 1788 Salzburg – und ihre bei Verwandten untergebrachten Kinder – für immer.

Schloss Aigen wurde im April 1788 von den Vormündern der verwaisten Kinder an Hieronymus Maria Grafen von Lodron verkauft.

Quellen