Hofbräu Kaltenhausen

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
ein naturtrübes Bier aus Kaltenhausen
Hofbräu Kaltenhausen, Ansicht von Norden
Hofbräu Kaltenhausen, Brauereigebäude
Kaltenhausen, Ansicht von Norden
Hofbräu Kaltenhausen, mit Gastgarten, nördliche Ansicht
Braugasthof Kaltenhausen, Rupertigwölb
Hofbräu Kaltenhausen vor und nach dem Abbruch des alten Brauereigebäudes, Collage

Das Hofbräu Kaltenhausen wurde 1475 vom Kaufmann und Salzburger Bürgermeister Hans Elsenheimer in Kaltenhausen im Norden von Hallein gegründet. Es ist die älteste Brauerei im Land Salzburg.

Geschichte

1475 errichtete Hans Elsenheimer das Kalte Bräuhaus. Der Standort unterhalb der Barmsteine hatte einen besonderen Vorteil gegenüber den meisten anderen Brauereien von seinerzeit: 'Windröhren' [1] erzeugten im Berg eine wechselwirksame Zirkulation von Innen- und Außenluft, wodurch sich eine natürliche Kühlung ergab.

1486 wurde die Brauerei von Fürsterzbischof Johann III. Beckenschlager als Hofbrauerei übernommen wurde.

Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach erwarb 1496 die Elsenheimerische Brauerei zu Kaltenhausen und erweiterte sie großzügig. Dies brachte dem Fürsterzbischof den Spitznamen Lindl-Wirt bei der Salzburger Bevölkerung ein.

150 Jahre später, 1646, wurden bereits in zwei Bräupfannen 12 800 Eimer Bier gebraut. Im selbem Jahr wurde auch erstmals das noch heute bekannte Märzenbier gebraut. Auch bei den folgenden Salzburger Fürsterzbischöfen war die Brauerei immer ein besonderes Liebkind.

1648 entstand eine Zweigniederlassung in der Stadt Salzburg im hf Kalten Brauhaus im Kai beim Kajetanertor.

Kurfürstin Maria Leopoldine von Pfalz-Bayern (* 1776; † 1848) und ihr Sohn Maximilian Graf Arco-Zinneburg machten aus der Brauerei einen der führenden Industriebetriebe des 19. Jahrhundert. 1898 kaufte die Deutsche Bank die Brauerei, aus der sie dann 1901 die "Aktiengesellschaft Brauerei Kaltenhausen" machte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Brauerei der größte Steuerzahler der Gemeinde Taxach. Seit 1896 liegt die Brauerei im Stadtgebiet von Hallein. 1921 ist die Brauerei ein Gründungsbetrieb der Österreichischen Brau AG, die 1998 mit der Steirerbrau zur Brau Union Österreich AG fusionierte.

Das Hofbräu Kaltenhausen hatte an der Müllner Hauptstraße 1 in Salzburg-Mülln einen Bierkeller mit Gastgarten[2] und besaß von 1950 bis 1979 auch den heutigen Urban-Keller in der Stadt Salzburg in Schallmoos.

Die Brauerei Kaltenhausen ist nicht nur die älteste Brauerei Salzburgs, sondern auch die älteste Weißbierbrauerei Österreichs.

21. Jahrhundert

2010 stellte die Brauerei mit Ende des Jahres die Produktion der Biersorten "Kaiser" und "Edelweiß" in Kaltenhausen ein. Die Produktion wurde in die Brauerei Zipf und die Brauerei Wieselburg verlagert. In Kaltenhausen hingegen entstand eine Art "Bier-Superministerium"[3] unter Leitung von Braumeister Günther Seeleitner. Er betreut seither die Bereiche Tradition, Moderne und Produktion. Es wird weiterhin Bier gebraut, wenn auch in kleinen Mengen (zwölf Hektoliter pro Sud entspricht dann einer Kleinstbrauerei). Allein Die Weisse in der Stadt Salzburg braut doppelt so viel (Datenstand Sommer 2010).

Zu diesem neuen Zweck kaufte Braumeister Günther Seeleitner um 650.000 Euro eine neue, maßgeschneiderte Brauerei(anlage) von Caspary, einem Hersteller von Innovations- und Gasthausbrauereien im bayerischen Chieming. Mit dem Herzstück, zwei Kupfergefäße, die im Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen aufgestellt werden, sollen dann ab Juni 2011 20 Hektoliter pro Sud produziert werden können. Im Bergkeller unter den Barmsteinen werden vier große und vier kleine Gär- und Lagertanks errichtet. Drei Biersorten werden gebraut werden, daneben soll es auch Sorten mit limitierter Menge gegen[4].

2016 wurde ein an das Sudhaus angebaute Gebäude abgerissen, in dem sich ein großer Veranstaltungssaal befand.

Ableitung des Namens

Bei den Barmsteinen tritt ein ungewöhnliches Phänomen auf, das die Errichtung des Hofbräus Kaltenhausen erheblich erleichterte. Nämlich das Anlegen eines natürlichen Bierkellers. Dazu in der Chronik der Brauerei: ...Durch den Schutt des Steilhanges strömte von den Barmsteinen unterirdisch kalte Luft zum Bergfuß herab und trat an manchen Stellen als kalter Wind aus dem Boden. Diese Windröhren[1], die oft auch als Wind- oder Wetterlöcher bezeichnet werden, bewirkten auch, dass sich am Bergfuß mitten im Sommer Nebel bildeten und das Erdreich bereits in geringer Tiefe gefroren war, weshalb an diesem Platz natürliche Eiskeller zur Lagerung des leicht verderblichen Bieres gebaut werden konnten. Der Name Kaltenhausen wird von diesen Kellern abgeleitet...[5]

Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen

Hauptartikel: Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen

Zum Hofbräu gehört auch eine große Gastwirtschaft, der Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen. 2009 feierte das Pächterehepaar Edith und Anton Haas ihr 20-jähriges Pächterjubiläum im Braugasthof mit einem eigens dafür geschaffenen Ruperti Bier.

Ruperti-Gwölb

Hauptartikel: Ruperti-Gwölb

Das Ruperti-Gewölb ist ein Veranstaltungssaal der Brauerei.

Bindereimuseum Hofbräu Kaltenhausen

Hauptartikel: Bindereimuseum Hofbräu Kaltenhausen

In den Gewölben, wo bis 1965 die Fassbinderwerkstätte des Hofbräus Kaltenhausen untergebracht war, befindet sich seit 1986 das Bindereimuseum Hofbräu Kaltenhausen.

Zahlen

Biere bis 2010

Bilder

 Hofbräu Kaltenhausen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

Zwink, Eberhard (Hrsg.), Autoren: Dopsch, Heinz; Heger, Norbert; Heinisch, Reinhard Rudolf; Schlegel, Richard; Schlegel, Walter; Wagner, Franz; Walterskirchen, Gerhard und Zaisberger, Friederike: 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüros, Salzburg 1977

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Windröhren sind meist röhrenförmige Höhlen mit zwei oder mehreren Ausgängen, durch die bei Temperaturschwankungen der Außenluft eine deutlich bemerkbare Luftströmung stattfindet; Quelle Windgrotten
  2. Quelle ein Foto in Salzburg Vorstädte Album 1860 - 1930, Verlag für Photografie, Wien, 1998
  3. Zitat Salzburger Nachrichten, 6. Juli 2010
  4. Salzburger Nachrichten, 23. Dezember 2010
  5. Salzburger Nachrichten, 5. Mai 2011