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Hans Schmid

Das Grab von Hans Schmid auf dem Salzburger Kommunalfriedhof

Prof. Hans Schmid (* 20. November 1893 in Kleintajax bei Znaim, tschechisch Dyjákovičky, Mähren; † 27. Mai 1987 in Salt Lake City, Utah, USA, begraben auf dem Kommunalfriedhof in Salzburg in einem Ehrengrab der Stadt Salzburg) war Militärkapellmeister in Salzburg, Musiker, Dirigent, Komponist, Kapellmeister vieler Musikkapellen. Sein Hauptwerk war der "Rainer-Marsch".

Inhaltsverzeichnis

Leben

Am 20. November 1893 wurde Hans Schmid in Kleintajax bei Znaim in Mähren geboren. Der Vater von Hans Schmid, Thomas Schmid, war der Besitzer einer kleineren Landwirtschaft. Er war jedoch auch Tanzmusiker und der Leiter einer Tanzkapelle. Thomas Schmid war der erste Lehrer seines Sohnes, der bereits als kleiner Bursche als Bläser und Streicher in der Kapelle seines Vaters tätig war.

Als Hans Schmid zehn Jahre alt war, schrieb er seine ersten Kompositionen: Tanzmusik. Unter den älteren Musikern erregten diese Kompositionen jedoch Aufsehen. Schmids Vater schickte den jungen Burschen in die städtische Musikschule nach Znaim, um ihn zu fördern, da er das Talent seines Sohnes erkannt hatte. Woche für Woche ging der kleine Hans den vier Kilometer langen Weg von seinem Elternhaus zur Znaimer Musikschule zu Fuß, doch das machte ihm nichts aus, auch wenn der Wind noch so brauste. Seine Leidenschaft für die Musik war so groß, erzählte Hans Schmid in seinem Alter oft.

Da Thomas Schmid ein bescheidener Kleinbauer in Mähren war, konnte der Wunsch seines Sohnes nicht in Erfüllung gehen: am Konservatorium in Wien studieren. Doch ein Lehrer von Hans Schmid, der an der Znaimer Musikschule unterrichtete und das Talent des jungen Burschen erkannt hatte, bot glücklicherweise seine Hilfe an: Er schickte ihn, der damals 15 Jahre alt war, zu Josef Winkler, dem ehemaligen Leiter der "Fürst-Auersperg-Kapelle" in Salzburg. Winkler wiederum schickte seinen neuen Zögling Hans Schmid zu Militärkapellmeister Hilderich Pinl, der damals der Leiter der Regimentsmusik des Salzburger Stammregimentes Infanterieregiment 59 "Erzherzog Rainer" war.

Die dortige Aufnahmsprüfung und das Probespiel bestand Hans Schmid extrem gut. Sofort wurde er als Musikeleve in die Regimentsmusik aufgenommen, wo er der erste Geiger und Bassflügelhornist war. Hiermit hatte Schmid seine neue musikalische Heimat entdeckt.

Bald wurde Hans Schmid, der in seiner Jugend von seinen Musikkameraden meist nur "Bua" gerufen wurde, zu einem anerkannten Musiker, Arrangeur und später auch Dirigenten. Doch im Jahre 1915, als der Erste Weltkrieg über ganz Europa hereingebrochen war, wurde Schmid mehr als ledigliche Anerkennung zuteil: Bis weit über die Kreise seines Regimentes hinaus erhielt er musikalischen Ruhm. Hans Schmid wurde nämlich 1915 wegen des Krieges nach Galizien versetzt. Dort entstand in der Nähe der kleinen Provinzstadt Chorlupy in einer von Granaten schwer beschädigten orthodoxen Kapelle das bis heute wohl meistgerühmteste Werk von Hans Schmid: der "Rainer-Marsch". Der Urtext (drei Strophen) stammt vom Musik-Korporal Josef Schopper. Am 11. September 1915 dirigierte Hans Schmid die Uraufführung dieses Marsches im Schlosshof der galizischen Stadt Olyka. Er war damals erst seit kurzem der neue Leiter der Regimentskapelle. Der Marsch fand sehr großen Anklang. Kaum ein Jahr später, nachdem das "Rainer-Regiment" an die italienische Front verlegt worden, wurde der Marsch von den dort stationierten Regimentskapellen sehr oft gespielt.

Hans Schmid setzte kraft dieses Erfolges seine Tätigkeit als Komponist fort. Während der "Rainer-Marsch" in den folgenden Jahren und Jahrzehnten einen wahren Siegeszug rund um die Welt antrat, reifte Schmid als Komponist selbst heran. Bis zu seinem Tod schrieb er mehr als 250 Werke, darunter 70 Märsche, über 30 Konzertstücke, ungefähr 30 Konzertwalzer, auch viele Lieder, Salonorchesterliteratur und drei Operetten.

Prof. Hans Schmid war außerdem bei vielen Musikkapellen in Salzburg Kapellmeister, so zum Beispiel bei der Bürgermusik Tamsweg, Musikkapelle Seetal im Lungau, Trachtenmusikkapelle Straßwalchen und bei der Trachtenmusikkapelle Maxglan. Auch war er der Leiter eines Salonorchesters in Salzburg. Als gebürtiger Mähre fand Hans Schmid seine eigentliche Heimat in Salzburg.

In den 1950er-Jahren musste Hans Schmid mit seiner Gattin Hedwig schweren Herzens Österreich aus existenziellen Gründen verlassen. Er wandert am 20. März 1952 von Salzburg in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Doch in seinem Herzen blieb er ein leidenschaftlicher Österreicher. In der Neuen Welt, wo er sich in Salt Lake City (USA) niederließ, verstand er sich als kultureller Botschafter seiner Heimat, dem "Heimatland der Musik". Bis zu seinem Tod pflegte Prof. Hans Schmid stets einen sehr engen Kontakt mit Salzburg und Österreich.

2019: Diskussion um seine nationalsozialistische Vergangenheit und das Ehrengrab

Im November 2019 entflammte eine Diskussion über Text des Rainer-Marsches auf. Entstanden war diese Diskussion, weil die Stadtgemeinde Salzburg über eine Beendigung der Verlängerung des Ehrengrabs für Hans Schmid nachdenkt. Dabei wurde ein anderer Aspekt von Schmid bekannt, seine NS-Vergangenheit. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP begann am 1. Mai 1938 und endete mit Kriegsende. Seine Mitgliedsnummer war: 6.319.577. Nummern zwischen 6.100.000 und 6.600.000 bekamen nur Parteigänger, die nachwiesen, dass sie sich schon vor dem "Anschluss" für die Nationalsozialisten engagiert hatten.

Zudem scheint Schmid als Blockleiter in Maxglan-Süd auf und als Musikleiter im NSKK - dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps. Später sagte Schmid über seine NS-Vergangenheit, er habe durch die NSDAP-Mitgliedschaft "keinerlei Vorteile oder Nutzen gezogen". Mitglied sei er nur geworden, weil er in einem Großbetrieb beschäftigt gewesen sei und nach dem "Anschluss" um seine Existenz gefürchtet habe. Schmid galt nach dem Krieg als "minderbelastet".

Schmid-Biograf Karl Müller sieht die Diskussion um das Ehrengrab kritisch. "Man kann nicht nur auf Hans Schmid schauen." Wenn, dann müsste man bei allen Ehrengräbern Nachforschungen anstellen.

Der Rainerbund Salzburg spricht sich entschieden für eine Verlängerung des Ehrengrabs von "Prof. Hans Schmid" aus, wie Obmann Markus Lechner betont. "Hans Schmid hat sich in seinem langen Leben zahlreiche Verdienste musikalischer Art erworben." Und Schmid sei nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA eine "geschätzte Persönlichkeit" gewesen. "Wir Salzburger sind ihm zweifellos zu großem Dank verpflichtet."[1]

Ehrungen

Die Tamsweger Hans-Schmid-Straße ist nach ihm benannt.

Seit 1993 ist in Salzburg-Maxglan der Hans-Schmid-Platz nach dem Komponisten benannt.

Hans Schmid ist am Salzburger Kommunalfriedhof in einem Ehrengrab begraben.

Quellen

  • Musiklexikon
  • Musikverlag Rundel

Einzelnachweis