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Johannes-Schlössl

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Müllner Kirche u. Johannes-Schlössl (rechte Seite).
Johannes-Schlössl der Pallottiner, Eingangsseite.
Stadtansicht von Kulstrunk, 1916, am oberen Bildrand sieht man das Johannes-Schlössl.

Das denkmalgeschützte Johannes-Schlössl liegt in der Stadt Salzburg im nordwestlichen Teil des Mönchsberges.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die von Lorenz Hübner erhobene Meinung in seiner Beschreibung der Haupt- und Residenzstadt Salzburg (1793, Seite 475), das Schloss sei einst von den Rittern von Weittingen errichtet worden, entspricht nicht den Tatsachen. Ein solches Rittergeschlecht hatte es im 15. Jahrhundert in Salzburg nicht gegeben. Sehr wohl aber gab es einen Domdechanten mit dem Namen Johann Krafft von Weittingen (genannt 1603 als Erneuerer einer Marmortafel in der Schlosskapelle).

Es war die reiche Münzmeisterfamilie Thenn, die das Schlössl zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbauen ließ. Georg Thenn kaufte am 2. November 1511 von Wolf Reinthaler ein Grundstück, das die Schluchten genannt wurde. Am 9. Oktober 1554 erwarb er von den Vormünden der Christoph Saxlschen Kinder deren Behausung samt Stadel und Grundstücken sowie das kleine Haus auf dem Vogelthenn.

In einem Erbschaftsstreit nach dem Tod seiner Frau zeigte es sich, dass Georg Thenn seinen Besitz an Ludwig Alt IV. (die Familie [Alt]] war mit der Familie Thenn verwandt) verpfändet hatte. Dessen einzige Tochter heiratete den fürstlichen Rat und Untermarschall Sebastian von Haunsberg. Das Ehepaar verkaufte 1589 den Besitz an Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, der es zu seinem Sommersitz machte. Bald schon hatte Wolf Dietrich die Freude am Schloss verloren und gab das Thennschlössl mit dem Frankmannschlössl im Tausch gegen einen Teil des Dechanteigartens dem Salzburger Domkapitel. Fortan hieß das Schlössl Dekanatschlösschen.

Am 29. September 1678 erwarb die Hohe Salzburger Landschaft das Schlössl. Diese brachten dann Soldatenfamilien darin unter. 1713 waren 39 Männer, 41 Frauen und 68 (!) Kinder dort wohnhaft. Für alle Soldatenkinder des Mönchsbergs war im Schlössl eine Schule untergebracht. Als Lehrer fungierte ein Gefreiter oder Korporal, der gleichzeitig auch den Mesnerdienst in der Schlosskapelle versah. Nach den Soldaten zogen Invalide, Offiziere und Mannschaft ein, die den Mönchsberg zu bewachen hatten, anschließend scharf bewachte Sträflinge des Zuchthauses, die in den Hallen des Schlössl arbeiten mussten.

Nach den Napoleonischen Kriegen wurde es nach der Lagerung von Schießpulver als Lazarett verwendet.

Nach einer wechselvollen Geschichte − u. a. war der Zündholzfabrikant Ludwig Achleitner ab 1858 Besitzer, am 18. Juli 1892 erwarb es der russische Oberst Basilius von Paschkoff (Namensgeber der Paschkoffwiese) − ist es seit 1926 im Besitz der Kongregation der Pallottiner.

Ab 1922 lebte hier Alexej Stachowitsch, der Gründer des Werkschulheims Felbertal.

Bis 1941 war es dann Priesterseminar der süddeutschen Pallottiner-Provinz. Am 17. November 1944 wurde der Südflügel durch einen Bombenangriff zerstört. Der Wiederaufbau zog sich noch Jahre hin. Erst im Jahr 1954 konnte das Johannes-Schlössl fertig gestellt und eingeweiht werden. Zehn Jahre später erhielt das Schlössl eine neue St.-Johannes-Kapelle, die im November 1964 eingeweiht wurde.

Heute ist das Johannes-Schlössl ein religiöses Gästehaus der Pallottiner.

Bilder

  Johannes-Schlössl – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen