Kajetanerplatz

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Der Kajetanerplatz gegen Ende seiner Neugestaltung 2021. Zu sehen ist das Landesgerichtsgebäudes. Links des Gebäudes verläuft die Kaigasse, rechts geradeaus die Schanzlgasse, an der entlang sich ebenfalls der Kajetanerplatz erstreckt.
Karte
Abgrenzung von Kajetanerplatz und Schanzlgasse; rot umrandet die Gebäude der Schanzlgasse.
Der Kajetanerplatz gegen Ende seiner Neugestaltung 2021. Rechts im Bild das Landesgerichtsgebäudes, vor dem die Schanzlgasse entlang des Kajetanerplatzes verläuft. Links im Hintergrund das historische Gebäude des Theatinerklosters, das die Kajetanerkirche umgibt (links das Eingangstor in die Kirche).
Das Bild zeigt in der Mitte die Fläche des eigentlichen Kajetanerplatzes, denn links verläuft die Kaigasse und rechts des Landesgerichtsgebäudes kommt die Schanzgasse von der Nonntaler Hauptstraße herauf.
Das nordöstliche Ende des Kajetanerplatz gegen Ende seiner Neugestaltung 2021. Zu sehen ist links das Landesgerichtsgebäude und am unteren Bildrand mündet von rechts der Rudolfskai in den Rudolfsplatz.
Der leere Kajetanerplatz (2020)
Das Bild zeigt den eigentlichen Kajetanerplatz vor dem alten Bautrakt des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, der einst Teil des Theatinerklosters war. Dahinter erhebt sich die Kuppel der Kajetanerkirche. (2018)
Gertrude Hillinger-Diener-Brunnen, der 2020 verändert und versetzt werden soll.
Kajetanerplatz und Justizgebäude; mit Parkplatz (2010).

Der Kajetanerplatz ist ein Platz im Südosten des Kaiviertels, das sich im Südosten der Salzburger Altstadt befindet.

Beschreibung

Die Namensgebung erfolgte nach dem Gründer des Theatiner- oder Kajetanerordens, dem hl. Kajetan (* Oktober 1480 in Thiene bei Vicenza, Veneto; † 7. August 1547 in Neapel), dessen Name das an diesem Platz bestandene Theatinerkloster trug.

Der Kajetanerplatz umfasst knapp 850 Quadratmeter und erreicht an seiner größten Breite 35 m.

Der Kajetanerplatz liegt zwischen dem Gebäude des ehemaligen Theatinerklosters mit der Kajetanerkirche im Nordwesten, dem Salzburger Landesgerichtsgebäude im Osten und einer Reihe von Häusern im Süden gegen den Festungsberg hin. Von Westen kommend mündet die Kaigasse bei Haus Nr. 40 auf den Platz. Er erstreckt sich polygonal auch noch ca. 60 m die Schanzlgasse entlang, in dessen Teil sich früher der Gertrude Hillinger-Diener-Brunnen befand (heute vor dem Gebäude des ehemaligen Theatinerklosters), sowie an der Nordostseite des Landesgerichtsgebäudes bis Ecke Rudolfskai-Rudolfsplatz.[1]

Folgt man amtlichen digitalen Stadtplan von Salzburg, so wird der längliche Teil zwischen Landesgerichtsgebäude und Nonnberg als "Schanzlgasse" bezeichnet, die mit Gebäude Nr. 2[2] ziemlich genau parallel zur Westkante des Landesgerichtsgebäudes beginnt. Die Häuser ab Nr. 2 tragen an der Südseite des Platzes alle Schanzlgasse. Lediglich drei Häuser im Westen des Platzen hin zum Beginn der Kaigasse tragen die Adressen Kajetanerplatz 3, 4 und 5. Nummer 1 trägt das Landesgericht.

So gesehen erstreckt sich der Platz an sich als schmaler Streifen als Verlängerung der Kaigasse bis zum Rudolfsplatz, wenn man von einer "Ausbuchtung" an der südwestlichen Ecke des Landesgerichtsgebäudes absieht. Und der dem Besucher als eigentlicher Platz erscheinende Raum ist eine Ausweitung der Schanzlgasse.

Geschichte

Im Eckhaus, allerdings schon mit Adresse Schanzlgasse, wohnte von Oktober 1797 bis Ende April 1798 Alexander von Humboldt. Hier schrieb er 1804 den noch heute umstrittenen Satz: "Die Gegenden von Salzburg, Neapel und Konstantinopel halte ich für die schönsten der Erde." Denn er war nie in Konstantinopel gewesen (einer der geschichtlichen Irrtümer, die auch in Salzburg geschehen sind).

Am 20. April 1953 wurde beim Wiederaufbau des durch Bomben im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Hauses Kajetanerplatz 5 eine sehr schöne, gut erhaltene Kassettendecke entdeckt; das Haus gehörte 1549 bis 1613 der Gasteiner Gewerkenfamilie Weitmoser.[3]

In der Früh des 26. Juli 2014, einem Samstag, prallte ein Betrunkener Pkw-Lenker gegen den Kajetanerbrunnen. Der Unfalllenker, ein rumänischer Staatsangehöriger, fuhr noch eine kurze Strecke weiter und parkte das beschädigte Fahrzeug in der Nähe des Unfallortes. Eine Streife der Polizeiinspektion Rathaus konnte den Lenker und seinen Beifahrer ausforschen. Ein Alkotest ergab bei dem Lenker 1,44 Promille. Der Beifahrer wurde bei dem Unfall verletzt[4].

Fußgängerzone

Schon 1999 beschloss der Salzburger Gemeinderat, dass im Zuge eines Baus der Süd-Garage in Nonntal der Platz Fußgängerzone werden sollte. Im Zuge der Errichtung der Parkgarage Barmherzige Brüder flammte die Diskussion wieder auf. Da die Stadtgemeinde allerdings mit dem Betreiber des Parkplatzes Kajetanerplatz einen längerfristigen Pachtvertrag vereinbart hatte, wurde 2010 (noch) nichts aus einer Fußgängerzone. Sie kam dann aber doch.

"Jedermann in Salzburg freut sich mit den Geschäftsleuten im Kaiviertel. Fast 15 Jahre hat ihr Kampf gedauert - aber im Juni 2011 wird der Kajetanerplatz endlich autofrei. Der Parkplatz kommt weg, die Fläche ist wieder für Menschen da. Zum Bummeln, für Märkte, zum Leben. Eine Jahrhundertchance für das ganze Kaiviertel bietet sich hier. [...]"[5]

"Die Politik hält ihr Versprechen: Der Amtsbericht ist fertig, der Kajetanerplatz wird Ende Juni Fußgängerzone, freut sich Planungs-Stadtrat Johann Padutsch im Gespräch mit der "Krone". Die vorläufige Gestaltung soll das Gartenamt übernehmen: Provisorische Pflanzenschalen kommen. Die "Krone" hat die Geschäftsleute vom Platz immer unterstützt: Ihre große Unterschriftensammlung beeindruckte die Politik. Bei der Eröffnung der neuen Parkgarage der Barmherzigen Brüder gaben Grün, Rot und Schwarz ein Bekenntnis ab. Der Platz, unbestritten einer der schönsten der Stadt, wird autofrei. "Lediglich drei Abstellplätze für die Justitzwache und fünf bis sechs Flächen für die Anrainer werden eingeplant [.]", versichert Johann Padutsch. Alle Einbauten und die hässliche Garagenhütte kommen weg. Sitzbänke sind vorgesehen, zur Abgrenzung des Verkehrs in der Kaigasse sollen die Stadtgärtner große Schalen mit Pflanzen aufstellen. Auch die Gastgärten werden vergrößert."[6]

Seit Juli 2011 ist der Kajetanerplatz nun autofrei.[7]

Märkte

Seit März 2015 ist der Kajetanerplatz wieder ein Marktplatz.
Über das Jahr verteilt finden regelmäßig durch den Veranstalter Altstadt Salzburg Marketing GmbH nun die sechs nachstehenden Märkte, welche den Namen „Schanzlmärkte“ führen, statt[8][9]:

  • "Setzlingsmarkt“
  • „Kitsch, Kunst u. Krempelmarkt“
  • „Sunny Summer Sale“
  • „1. Kunsthandwerksmarkt“ (gemeinsam mit dem Veranstalter „3-Seen-Galerie“-Seekirchen)
  • „2. Kunsthandwerksmarkt“ (gemeinsam mit dem Veranstalter „3-Seen-Galerie“-Seekirchen)
  • „Spiele- u. Musikbazar“
  • "Bio!logisches Salzburg"
Der Bio-Bauernmarkt findet jeden Freitag von 8 bis 13 Uhr statt.
Dieser Markt mit regional produzierten Lebensmitteln fand zuvor am Papagenoplatz statt und wechselte nur den Standort.
BioStände mit Produkten aus Biohofmetzgereien, Biokäsereien, Biobäckereien, mit BioObst & BioGemüse und BioGetränke[10]

Umbau

2020 bis 2021 wurde der Kajetanerplatz neu gestaltet. Der Brunnen wurden nach Diskussionen näher zur Kajetanerkirche versetzt und in der Endphase der Arbeiten Ende August 2021 erhielt der Platz einen gelben Belag ähnlichen jenem in der Hofstallgasse, der allerdings nicht allzu lange Gelb blieb. Dieser gelbe Belag fand unterschiedliche Zustimmung. Den Umbau des Landesgerichts mitgerechnet hatten die Geschäfte und Lokale sechs Jahre lang eine Baustelle vor der Tür gehabt. Kunden und Passanten würden nun das fehlende Grün bemängeln. Allerdings waren die Anrainer in den Planungsprozess eingebunden gewesen. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der Platz nicht gepflastert werde, weil die Politik aus Kostengründen keine Pflasterung beschlossen habe.

Die Gestaltung des Platzes ist noch nicht abgeschlossen. Bis zur Eröffnung am 8. Oktober werden noch Sitzhocker aus Stein aufgestellt. Derzeit (2. September) wird am Standort des ehemaligen Brunnens eine Marktsäule mit dem Trinkwasserspender errichtet. Zusätzlich zu den zwei bestehenden Bäumen am Platz werden Ende September vor dem Landesgericht drei Ulmen gepflanzt. Durch die Leitungseinbauten unter dem Platz sei es aber nicht möglich, mehr Bäume zu pflanzen.[11]

Bauten

Brunnen

Geschäfte und Gastronomie

Eigentlich nicht am Kajetanerplatz, wenn man dem amtlichen Stadtplan folgt

Der Gastgarten des ehemaligen Cafés Posthof, Kaigasse Nr. 43, befindet sich an der Ecke Kaigasse, Pfeifergasse und tatsächlichem Kajetanerplatz.

Nicht mehr vorhanden

Bilder

 Kajetanerplatz – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Digitaler Stadtplan von Salzburg siehe hier
  2. siehe digitaler Stadtplan von Salzburg
  3. Befreit und besetzt, Stadt Salzburg 1945–1955, Seite 406
  4. Salzburger Nachrichten, 26. Juli 2014, online, abgefragt am 9. Jänner 2016
  5. Salzburger Kronenzeitung, Dienstag, 7. Juni 2011, Nr. 18.357, Seite 18
  6. Salzburger Kronenzeitung, Dienstag, 7. Juni 2011, Nr. 18.357, Seite 21
  7. /www.salzburg24.at/ "Kajetanerplatz feiert Autofreiheit" 08.07.2011
  8. www.salzburg-altstadt.at/ Schanzlmarkt
  9. www.stadt-salzburg.at/ Amtsbericht Schanzlmärkte
  10. www.stadt-salzburg.at/ Amtsbericht Schanzlmärkte
  11. www.sn.at, 2. September 2021