Margot Hofer

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Dipl.-Vw. Margot Hofer (* 23. Juni 1943 Prag) ist eine Salzburger Politikerin.

Leben

Sie verbrachte ihre Schulzeit in Kärnten. 1964 bis 1969 studierte sie Wirtschaftswissenschaften an der Universität Innsbruck (1969 Dipl.-Vw.). 1970 bis 1975 war sie in einer Steuerberatungskanzlei in Salzburg tätig.

Politische Tätigkeit

Seit 1969 Mitglied der FPÖ, bekleidete sie zahlreiche Parteifunktionen und öffentliche Ämter, unter anderem

Porträt 1997

Der Lippenstift ist zu orange. Das Beigegelb des Blazers zu blaß. Margot Hofer paßt so gar nicht ins Bild der auf Jungmänner gestylten Haider-Partei. Kleidung soll in den Augen der neuen FPÖ-Landesrätin zwar modisch sein, „aber nicht unbedingt der neueste Hit“. „Person und Mode, das muss zusammenpassen“, sagt die 54jährige , die seit 20 Jahren politisch aktiv ist.

Als Kärntnerin ist sie mit ihrem obersten Parteichef verbunden. Geboren allerdings wurde Margot Hofer in Prag. „Wegen dem Arbeitsplatz“ seien die Eltern Ende der 1930er-Jahre vorerst nach Regensburg und dann nach Prag gezogen. Der Vater war als Bauingenieuer tätig und studierte nebenbei Architektur. 1944, „im letzten Augenblick“, ist die Mutter mit den Kindern zurück nach Kärnten. Tochter Margot war ein Jahr alt.

Ihre Geburtsstadt besucht hat die FPÖ-Frau im heurigen Sommer das erste Mal. Dabei wäre sie beinahe einmal zur waschechten Tschechin geworden. „Ich hatte meinen Geburtsschein verloren. Und im Duplikat, das ich angefordert habe, waren alle Namen in Tschechisch geschrieben. Überall stand,ova‘ hintendran“, erinnert sich Hofer. So wurde aus der gebürtigen Platzer eine Platzerova. „Ich hab' zu Hause dann alles nochmal umgedreht und zum Glück das Original mit den deutschen Namen wiedergefunden.

Die Kinder- und Jugendjahre in Gmünd waren glückliche, „ich bin in frischer Landluft aufgewachsen“. Nach der Matura folgten ein Abiturientenkurs der Handelsakademie und eine einjährige Berufspraxis bei einem Bauunternehmen in München, „obwohl ich eigentlich nach Italien gehen wollte“. Gelandet ist sie 1964 schließlich in Innsbruck, um Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Ein Studienkollege hieß Dieter Hofer, ein Salzburger, den die Kärtnerin 1967 ehelichte. Noch ehe vier Jahre später das junge Paar in die Mozartstadt übersiedelte, wurde Margot Hofer in Innsbruck FPÖ-Parteimitglied. „Es war bei einer Studentenveranstaltung der FPÖ. Da bin ich halt einfach Mitglied geworden.“ „Dabei“ sei sie eigentlich immer schon gewesen, „ich hab' von zu Hause nichts anderes gekannt“.

In Salzburg war sie vorerst nur Mutter und Hausfrau. Durch den „Ring Freiheitlicher Studenten“ und Friedhelm Frischenschlager, „der ist mit meinem Mann in die Schule gegangen“, knüpfte die damals 30jährige erste Kontakte mit der FPÖ-Ortsgruppe und dem freiheitlichen Familienverband. „Fast als Quereinsteigerin“ ist Hofer dann 1977 in den Salzburger Gemeinderat eingezogen. Die aktive Zeit als Politikerin begann. Die frühen 1980er-Jahre jedoch sollten ein Härtetest werden.

Nach dem schlechten Wahlergebnis von 1982 tritt der frühere Vizebürgermeister Waldemar Steiner zurück. Anstatt ihres Parteikollegen wird Margot Hofer Stadträtin. Wenig später bricht über die Familie eine Serie von Schlägen herein. „Erst hatte mein Mann einen Skiunfall und lag in der Intensivstation. Dann bekam meine Tochter allergisches Asthma. Zuletzt wurde noch einer meiner Söhne schwer krank, aber keiner wusste, was er hatte“, erinnert sich die heute zweifache Großmutter an „das schrecklichste Jahr überhaupt“.

Wäre da nicht wieder ein männlicher Kollege ausgefallen, hätte die angeschlagene Politikerin womöglich das Handtuch geworfen. Nach der Landtagswahl 1983 nimmt der Rechtsanwalt Robert Aspöck aus beruflichen Gründen sein Mandat nicht an. Margot Hofer springt ein und übersiedelt vom Rathaus in den Landtag, wird später für zwei Jahre freiheitliche Clubchefin und zuletzt Dritte Landtagspräsidentin. 1997 ist sie wieder zur Stelle, als ÖVP und SPÖ Karl Schnell „entmachten“.

Als „politischer Notnagel“ aber will sie sich nicht abstempeln lassen. „Es war nie angestrebtes Ziel von mir, Landesrätin zu werden“, betont Hofer. Sie sei immer den Mittelweg gegangen, um Politik mit Familie verbinden zu können. „Die Nominierung zum Landesrat war für mich eher eine Überraschung, als die Krönung meiner politischen Laufbahn.

Ehrungen

Quellen