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Roland Ratzenberger

Das Grab von Roland Ratzenberger auf dem Stadtfriedhof Maxglan

Roland Ratzenberger (* 4. Juli 1960 in Salzburg; † 30. April 1994 in Imola, Italien) war ein österreichischer Automobilrennfahrer, der in Salzburg-Gnigl aufgewachsen war.

Leben

Bereits als Kind (Sohn Rudolf Ratzenbergers) war Roland Ratzenberger ein Fan des Rennsports. Mit 16 Jahren wurde Ratzenberger Mitglied im ersten Salzburger Kart-Rennclub. Nach dem vorzeitigen Austritt aus der HTL Salzburg, Fachrichtung Maschinenbau, und der Beendigung seines Wehrdienstes, konzentrierte sich Ratzenberger voll und ganz auf sein Ziel, Rennfahrer zu werden. Um diesen Traum zu verwirklichen, arbeitete er zunächst bei Walter Lechner in dessen Racing School.

Nach fünf Monaten wechselte er 1980 zu der damals in Italien angesiedelten Jim Russel Int. Racing School als Instructor. Noch im selben Jahr konnte Ratzenberger die von Jim Russel ausgeschriebene "Jim Russel Trophy" für sich gewinnen.

1985 organisierte Ratzenberger schließlich das neue Formel-Ford-Team von Alois Roppes. Neben der Teamorganisation gehörten zu seinen Aufgaben auch die Vorbereitung der Formel-Wagen sowie die Tätigkeit als "Fahrlehrer" und Betreuer für Roppes' Sohn Michael. Dadurch bot sich Ratzenberger die Möglichkeit, eine komplette Saison in der europäischen, der österreichischen und der deutschen Formel Ford zu fahren. In dieser Saison holte sich Ratzenberger den österreichischen und den zentraleuropäischen Meistertitel. Von 19 Rennen, die er in dieser Saison bestritt, gewann der ehrgeizige Rennfahrer elf.

1986 fand Ratzenberger mit "Space Racing" ein Einsatzteam für die britische Formel-Ford-Meisterschaft. In dieser Saison fuhr Ratzenberger zahlreiche Siege ein. Zum absoluten Durchbruch verhalfen ihm aber zwei besondere Siege: jener im "Race of Champions" der Formel Ford und jener beim Formel-Ford-Festival im Brands Hatch.

1987 wurde Ratzenberger von BMW-Motorsport-Chef Peter Flohr zum BMW-Werksfahrer auserwählt. Bei den elf ausgetragenen Tourenwagen-Rennen an denen Roland 1987 teilnahm, landete er sechs Mal unter den besten vier. 1988 entschied sich Ratzenberger, nach etlichen Angeboten aus der Formel 3, für das britische Madgwick-Formel-3-Team. Damit hatte er jedoch eine schlechte Wahl getroffen, da technische Defekte und schlecht vorbereitete Wagen auf der Tagesordnung standen. Nachdem Rolands Formel-3-Wagen bei einem Test zur Hälfte ausgebrannt war, trennte er sich vom Team und konzentrierte sich nur noch auf seine Einsätze in der britischen Tourenwagen-Meisterschaft. Fünf von sechs Rennen beendete Ratzenberger in einem BMW M3 für das Team von Demon Tweeks mit einer Top-Drei Platzierung.

1989 fuhr Ratzenberger in der britischen Formel 3000 für John Travis "Team Spirit". Seinen größten Erfolg in diesem Jahr feierte Roland in der japanischen Gruppe C: nach einem Test im Toyota-Werksteam, ließ er seinen äußerst erfahrenen Teamkollegen um Sekunden stehen. Nach dieser Fahrt wurde Ratzenberger als Toyota-Werksfahrer beim Team SARD für die komplette japanische Gruppe C verpflichtet. Fünf Mal konnte Roland mit dem SARD das Qualifying unter den Top-Drei beenden.

Von 1990 bis 1991 blieb Ratzenberger dem SARD-Team erhalten und feierte seinen größten Erfolge, indem er die zwei wichtigsten Sportwagenrennen in Japan gewann. Auch 1992 fuhr Ratzenberger in Japan in der Gruppe C, wieder mit einem SARD-Toyota Turbo, und holte dabei gemeinsam mit Teamkollegen Eje Elgh und Eddie Irvine drei Podestplätze heraus. Als Ratzenberger 1993 in der japanischen Formel-3000-Meisterschaft samt Teamkollegen auf Platz fünf landete, gab er seine Formel-1-Pläne endgültig auf.

Aufgrund seiner außerordentlichen Leistungen ergatterte Ratzenberger schließlich mit Hilfe von Sponsoren 1994 einen Fahrerplatz im neu gegründeten Formel-1-Simtek-Ford-Team. Doch Ratzenbergers Traum, in der Formel 1 zu fahren, währte nicht lang: beim folgenschweren Rennunfall im dritten Rennen der Saison, dem "Großen Preis von San Marino", verunglückte Ratzenberger in der Villeneuve-Kurve tödlich.

Roland Ratzenberger ist auf dem Stadtfriedhof Maxglan beerdigt.

Weblinks

Quelle

  • Memorial Website von Roland Ratzenberger