Rosa Kerschbaumer-Putjata

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Votivbild in der Wallfahrtsbasilika Maria Plain mit Nennung von Dr. Rosa Kerschbaumer

Dr. Rosa Kerschbaumer-Putjata (* 22. August 1851, andere Angabe[1] 21. April 1854, in Moskau, Russland; † 27. Juli[1] 1923 in Los Angeles, USA) war Österreichs erste praktizierende Ärztin und in der Stadt Salzburg als Augenärztin tätig.

Leben

Geboren als Raissa Wassilijewna Schlykowa, heiratete sie den Schauspieler Wladimir Putjata. Nachdem diese Ehe, aus der sie drei Söhne hatte, in ihrem 21. Lebensjahr gescheitert war, ging sie in die Schweiz und studierte, wie bereits ihre Schwester Virginia, in Zürich und Bern Medizin. Sie promovierte im Jahr 1876.

Da sie Augenärztin werden wollte und in diesem Fach damals Wien führend war, ging sie nach Wien und lernte bei dem berühmten Ophthalmologen Prof. Dr. Ferdinand Ritter von Arlt (* 18. April 1812 in Obergraupen, Böhmen; † 7. März 1887 in Wien), k.k. Hofrat und Professor der Augenheilkunde.[2]

Mit Arlts Assistenten Dr. Friedrich Kerschbaumer schloss sie 1877 ihre zweite Ehe und ging mit ihm nach Salzburg.[3] Hier führte sie von 1881[4] gemeinsam mit ihrem Ehemann in der Villa Eleonore, Schwarzstraße 32, eine Augenheilanstalt.

Nachdem sie 1890 aufgrund einer „allerhöchsten Entschließung“ Kaiser Franz Josephs eine Sondergenehmigung erhalten hatte, die sie (zehn Jahre vor der Zeit, in der Frauen in Österreich überhaupt zum Medizinstudium zugelassen wurden) berechtigte, die rund 60 Betten umfassende Augenklinik alleine zu leiten, trennte sie sich am 8. Juni von ihrem Mann und führte die Heilanstalt erfolgreich weiter. Dr. Friedrich Kerschbaumer war dann noch als Assistenzarzt im Kinderhospiz Lauffen (damals noch bei Bad Ischl, heute zur Stadt gehörend). Er starb dort am 28. Jänner 1906 im 59. Lebensjahr.

Sechs Jahre nach der Trennung von ihrem Mann verließ sie im Jahr 1896 Salzburg, ging nach Russland, wo sie tausende Menschen entlang der Transsibirischen Eisenbahn behandelte. 1903 wurde sie Primarärztin in Tiflis (Georgien).

Ab 1906 lebte und arbeitete sie fünf Jahre lang in Wien.

Schließlich wanderte sie 1911 im Alter von 60 Jahren nach Amerika aus, wo sie 1923 in Los Angeles starb.

Würdigung

Gedenktafel für Rosa Kerschbaumer in der Schwarzstraße Nr. 32

Neben ihrem Einsatz für Frauenrechte zeichnete sie sich vor allem durch ihr soziales Engagement aus. Durch ihr Wirken konnte die überdurchschnittlich hohe Zahl an Blinden im Land Salzburg deutlich reduziert werden. Ihre medizinischen Forschungsarbeiten gelten auch heute noch nicht als veraltet.

Rosa Kerschbaumer ist Namensgeberin der Rosa-Kerschbaumer-Straße im Salzburger Stadtteil Itzling. An der Schwarzstraße 32 befindet sich eine Gedenktafel für Rosa Kerschbaumer.

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 fraueninbewegung.onb.ac.at
  2. Er war der Vater des Wilhelm Ritter von Arlt, Skipionier und Alpenverein-Gründer Sektion Rauris sowie Freund, Mentor und Mäzen Ignaz Rojachers, Pionier im Raurisertal und Ehrenbürger der Marktgemeinde Rauris.
  3. Zitat Quelle Sabine Veits-Falk: Rosa Kerschbaumer-Putjata 1851–1923, Seite 155: Obwohl Rosa Kerschbaumer geschieden war, haben Friedrich Kerschbaumer und sie wohl kirchlich geheiratet, denn im Verzeichnis der Zivilehen im Wiener Stadt- und Landesarchiv scheinen sie im Jahr 1877 nicht auf.
  4. Sabine Veits-Falk: Rosa Kerschbaumer-Putjata 1851–1923, Seite 75