Wilhelm Ritter von Arlt

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Wilhelm Ritter von Arlt, eine Aufnahme im Rauriser Talmuseum.
Zwei Aufnahmen von Wilhelm Ritter von Arlt aus dem Rauriser Dorfbuch.

Ökonomierat Wilhelm Josef Michael Ritter von Arlt (* 16. November 1853 in St. Albert, Prag, Böhmen; † 24. September 1944 in Rauris[1]) aus der Familie Arlt war studierter Agronom, Realitätenbesitzer, Skipionier und Alpenverein-Gründer Sektion Rauris sowie Freund, Mentor und Mäzen Ignaz Rojachers und Pionier im Raurisertal. Er ist Ehrenbürger der Marktgemeinde Rauris.

Leben

Kindheit und Jugend

Wilhelm Josef Michael Ritter von Arlt wurde als jüngstes von acht Kindern von Maria Theresia von Arlt und Prof. Dr. Friedrich Ritter von Arlt in Prag geboren. Die Schulausbildung genoss er in Wien, wo sein Vater Dr. Ferdinand von Arlt eine augenärztliche Professur an der medizinischen Fakultät der Universität Wien innehatte. Nach Absolvierung des Realgymnasiums studierte der junge Mann mehrere Semester Chemie, Landwirtschaft und bekundete auch Interesse für Bergmannsfächer.

Privat

1878 pachtete Arlt den Meierhof Libesnitz in der Nähe von Prag und gründete dort auch eine Familie. Wilhelm von Arlt war ein fortschrittlicher, offener und innovativer Geist. Als Agrarfachmann erkannte er auch den Wert der Pinzgauer Rinderrasse und führte sie im damaligen Böhmen ein, wo sie einmal weit verbreitet und geschätzt war. So ermöglichte er den Rauriser Bauern einen Absatz ihrer Rinder in Böhmen.

Wilhelm von Arlt war verheiratet mit Franziska von Arlt († 1941 in der Stadt Salzburg)[2], die im zwei Söhne schenkte, Wilhelm und Heinrich.

Arlt wurde wegen seiner Verdienste um den Ort zum Ehrenbürger von Rauris ernannt. Er hatte sich bereits 1893 dauerhaft in Rauris niedergelassen. Er kaufte das ehemalige Landes- und Berggerichtsgebäude und erwarb auch mehrere Almen im hinteren Hüttwinkltal. Im hohen Alter von 91 Jahren verstarb Wilhelm Ritter von Arlt und wurde in Rauris begraben.[3]. Sein Enkel, VR Dr. Ernst Arlt, lebte bis zu seinem Tod 2017 als Tierarzt in Rauris.

Ehrungen

v. Arlt war Ehrenbürger der Gemeinde Bucheben und der Marktgemeinde Rauris.

Rauris

Wahlheimat aus Leidenschaft

Aus Bergleidenschaft kam er 1876 das erste Mal nach Rauris. Viele weitere Besuche folgten. 1893 übersiedelte er ganz dorthin und kaufte das so genannte Landrichterhaus und einige andere Liegenschaften. Auch die Grieswiesalm in Kolm-Saigurn, heute wegen des jährlichen Auftriebes der Norikerhengste über das Tal hinaus bekannt, war in seinem Besitz. 1913 verkaufte er sie an die Pinzgauer Pferdezuchtgenossenschaft, da ihm daran gelegen war die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung im Raurisertal zu fördern.

Goldbergbau

Zu dieser Zeit wurde im hinteren Hüttwinkltal noch Goldbergbau betrieben. Der österreichische Staat plante damals, den Goldbergbau aufzulassen, weil dieser nicht mehr kostendeckend war, und verpachtete ihn 1876 an den einheimischen Hutmann Ignaz Rojacher. Von dessen Persönlichkeit war Arlt beeindruckt, die beiden entwickelten rasch eine innige Freundschaft zueinander. Er wurde zum Freund, Mentor und Mäzen von Ignaz Rojacher. Gemeinsam setzten sie viele neue Projekte um.

Besonderen Anteil nahm er am Goldbaubetrieb in Kolm-Saigurn. Er unterstützte seinen Freund Ignaz Rojacher finanziell. Dadurch konnte dieser 1880 den Bergbaubetrieb endgültig kaufen.

Skipionier aus Rauris

Um den Ertrag im Goldbergbau zu steigern suchte Rojacher immer wieder nach neuen Verfahren. Aus diesem Grunde fuhr er im Winter 1885/86 nach Falun in Schweden, um die dortigen Methoden bei der Eisenverarbeitung kennenzulernen. Dabei wurde er von Wilhelm Ritter von Arlt begleitet. In Schweden sahen sie Menschen mit „Holzbrettern“ herumlaufen. Besonders Arlt interessierte sich für diese neue Fortbewegungsart und nahm sich ein Paar der Holzbretter nach Rauris mit – der Beginn des Skilaufs im Jahr 1886 in Rauris war gegeben.

Im selben Jahr wurde auf dem Sonnblick, auf 3 106 Meter Höhe, die noch heute bestehende Wetterwarte erbaut. Der Bau konnte nur durch die Tatkraft Rojachers und seiner Bergarbeiter vollzogen werden. Rojacher konnte auch hier mit der Hilfe seines Freundes Wilhelm Ritter von Arlt rechnen. Dieser durchstieg als Erstbegeher im Sommer 1887 die Sonnblick-Nordwand, um eine Trasse für eine Telefonleitung zum Sonnblick zu finden. Diese Erstbesteigung beschreibt Arlt im Sonnblick-Jahresbericht 1926.

Arlt hatte also 1886 die Skier in Schweden kennengelernt, er versuchte danach autodidaktisch, sich die Beherrschung dieser Geräte auf den Hängen des Sonnblicks beizubringen. Zu dieser Zeit war das „Knappenross“ das beliebteste Wintersportgerät im Rauriser Tal. Dieses ähnelte in seiner Gestalt ein wenig dem heutigen Snowboard, aber man saß darauf. Mündlich überliefert ist die Geschichte von einer Wettfahrt zwischen Rojacher auf dem Knappenross und Arlt mit Skiern. Der geübte Knappenrossfahrer konnte den noch relativ unerfahrenen Skifahrer schlagen. Arlt freundete sich mit den Skiern aber immer mehr an und am 5. Februar 1894 gelang es ihm, damit vom Sonnblick nach Kolm-Saigurn in 32 Minuten abzufahren.

Das Salzburger Volksblatt schreibt ein seiner Ausgabe vom 4. Jänner 1930:[4]

Arlt setzte seinen ganzen Ehrgeiz ein, um Sieger zu werden, an steileren Stellen schlüpfte er sogar aus der Bindung und fuhr auf den Skiern sitzend drauf los, doch vergebens, das flinke Knappenroß gewann das Rennen. Arlt ließ sich jedoch durch diesen Fehlschlag nicht entmutigen und übte unentwegt weiter. Bald gelang es ihm nun, auch steilere Hänge stehend zu bezwingen. Am 17. April 1895 durchfuhr er bereits die Strecke Sonnblickgipfel—Kolm-Saigurn in der staunenswert kurzen Zeit von 32 Minuten.

Nun wagte sich der Unermüdliche auch auf weitere Ziele und bestieg Schareck, Herzog Ernst und Hocharn, später dann Wiesbachhorn, Bratschenköpfe, Bärenköpfe und Johannisberg. Die Abfahrten über das Karlingerkees sowie nach Heiligenblut gingen glatt vonstatten. Alle diese Fahrten sind von Arlt als Erstlingsskitouren in Anspruch zu nehmen. Seine zähe Energie, hohe Begeisterung und sein großer Mut müssen noch jetzt unsere Bewunderung erregen.

Arlt ging nun über Aufforderung des Alpenvereines daran, seine primitive Stocktechnik auch andern zu übermitteln. Erster Salzburger Skikurs in Rauris. Bergführer und Forstleute als Schüler. Adam Waggerl half dabei wacker mit sowie er auch später im Gasteinertal sich um die Einführung des Skilaufes große Verdienste schuf.

Ein Jahr später benötigte er für dieselbe Strecke nur mehr 15 Minuten. Wilhelm Ritter von Arlt ist damit wahrscheinlich der Erste, der mit Skiern in Österreich von einem Dreitausender abfuhr. Zu bedenken ist dabei, dass die Skier damals keine Kanten hatten und man trug Lederschuhe mit Riemenbindung. 1937 organisierte er das erste Skirennen am Hohen Sonnblick.

In den Folgejahren führte Arlt viele Skitouren auf die Dreitausender der Hohen Tauern durch (Schareck, Hocharn, Johannisberg, Großes Wiesbachhorn u. a.).

Pionier als Bergsteiger

Arlt war auch ein begeisterter und hervorragender Bergsteiger - er hat im Alleingang 1886 erstmals die Nordwand des Sonnblicks bezwungen – und er war ein Pionier des Skisports und Begründer der Sektion Rauris des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Wilhelm Ritter von Arlt wurde Vorsitzender der am 26. August 1896 konstituierten Sektion des Alpenvereins. 1899 ließ er zu Ehren Ignaz Rojachers, der 1891 im Alter von nur 47 Jahren verstorben war, die Rojacherhütte (2 700 m ü. A.) errichten.

Das Interesse Arlts für den Skisport zeigt auch die Tatsache, dass er bereits im März 1902 einen Skikurs für Bergführer in Kolm-Saigurn abhielt. Bis 1917 war er 1. Vorsitzender der Sektion Rauris des Alpenvereins.

Wilhelm Ritter von Arlt und Ignaz Rojacher

Arlt und Rojacher - zwei kongeniale Partner

Wilhelm Ritter von Arlt und Ignaz Rojacher waren kongeniale Partner. Ihr Zusammentreffen war ein Glücksfall. Arlts Herkunftsfamilie war gebildet und gut situiert und Wilhelm selbst war Akademiker. Rojacher kam aus einfachsten Verhältnissen und verfügte nur über eine mangelhafte Schulbildung. Arlt erkannte und schätzte dennoch Talent und Fähigkeiten Rojachers. Er wurde sein Berater, Förderer und Mäzen. Arlt und Rojacher wurden im Laufe ihrer Zusammenarbeit auch zu Freunden.

Gemeinsame Reisen und Innovationen im Goldbergbau

Arlt und Rojacher machten gemeinsame Reisen nach Paris, Schweden, Italien und Russland, um Innovationen im Goldbergbau kennen zu lernen und im Hüttwinkltal umzusetzen. Er hat im Bereich des Bergbaus u.a. auch die Erbauung der Brems- und Horizontalbahn auf den Radhausberg angeregt, deren Überreste im Gelände heute noch zu finden sind. Auf diese Weise kam Kolm-Saigurn 1882 auch zu elektrischem Licht, als weder Wien noch Salzburg elektrifiziert waren.

Der Bau des Sonnblick-Observatoriums

Neben der Förderung und Modernisierung des Goldbergbaues, wurde das Observatorium Sonnblick errichtet. Diese Wetterbeobachtungsstation, das so genannte Zittelhaus, wurde später mehrmals erweitert und modernisiert und hat bis heute seine Bedeutung. Arlt und Rojacher, der 1891 verstarb, haben durch ihr Zusammenwirken in ihrer gemeinsamen Zeit in Rauris die Entwicklung im Ort, im Tal und darüber hinaus mitgestaltet. Sie waren echte Pioniere und sollten nicht in Vergessenheit geraten.

1935, ein Ehrengruß für W. v. Arlt

Das Salzburger Volksblatt schreibt in seiner Ausgabe vom 13. März 1935[5] einen Auszug der Münchner Schriftstellerin E. F. Hofmann[6]

Der Wohltäter des Rauriser Tales. Ein „Ehrengruß“ für W. von Arlt. Das Märzheft der Mitteilungen des D. u. Ö. Alpenvereins bringt einen Ehrengruß an Wilhelm von Arlt, dem sich auch die Salzburger Presse gern anschließen wird. Olga Stüdl, die Tochter des Altmeister^ Stüdl, dem alle Alpinisten ein treues Gedenken bewahren, nennt Arlt den Wohltäter und Beschützer der Sonnblickgruppe.

Am 16. November 1853 in Prag geboren, — sein Vater war der berühmte Professor der Augenheilkunde Hofrat Doktor W. v. Artt, — studierte Arlt Landwirtschaft, Chemie und Bergmannsfächer. Schon als Student zog er in die Berge. 1876 machte er seine erste Glocknertour und lernte dabei die Rauris kennen. Immer wieder zog es ihn in das herrliche Tal. Als er im Jahre 1878 den Meierhof Libesnitz bei Prag pachtete, — dort gründete er eine Familie, — führte er, um den Raurisern Absatz in Böhmen zu sichern, ihr Zuchtvieh dort ein. Jeden Sommer ging er in die Rauriser Berge und nahm besonderen Anteil am Kolmer Betrieb. Rojacher, der das Goldbergwerk gepachtet und für 1876/77 trotz beschränkter Mittel, mangelhafter Bildung — er war armer Leute Kind, gelernter Zimmermann und bergmännisch reiner Autodidakt, — und Krankheit 15 378 kg Gold und 38 175 kg Silber aus den Pochgängen gewonnen hatte, ging es schlecht. Da half ihm, selbst immer still im Verborgenen bleibend, Arlt. Mit seiner Hilfe kaufte Rojacher im Jahre 1880 das Werk mit allen seinen Sachwerten und besonders dem berühmten, 1834 erbauten Erzschleppaufzug Neubau-Kolm, und dem nun beginnenden Fremdenverkehr diente die mit Arlts Hilfe vollzogene Umwandlung des Kolmer Werkhauses in Rojachers Berggasthof, den Anfangsstützpunkt der Sonnblicktouristik.

Damals blühte die alpine Meteorologie empor. Sofort dachte Rojacher daran, auf dem Knappenhause Dauerbeobachtungen einzuschalten. Arlt, der an der Frage lebhaften Anteil nahm, dachte nun an eine Beobachtungsstelle auf dem Sonnblickgipfel, auf dem alle Vorbedingungen für einen meteorologischen und bergsteigerischen Anziehungspunkt gegeben waren. Er besprach die Sache mit Rojacher, der — es ist jetzt gerade 50 Jahre her — mit Hilfe Vater Stüdls den Alpenverein für die Idee erwärmte. Arlt übernahm es, die kürzeste Strecke, namentlich für die Fernsprechverbindung vom Gipfel über Kolm-Saigurn nach Rauris auszukundschaften und erkletterte zu diesem Ende im Sommer 1886 allein die bis dahin unbezwungene Sonnblick-Nordkante. Das brüchige Gestein und der Hängegletscher verboten hier die Anlage, die nun über den gleichfalls von Arlt erstmals erstiegenen Nordostgrat führt. Die feierliche Eröffnung des nach dem Alpenvereinspräsidenten Dr. Zittel benannten Hauses und Observatoriums erfolgte am 2. September 1886.

Ein Touristenstrom ergoß sich, dem Tale reichen Nutzen bringend, nun in das Rauriser Tal. Arlt stand in alpinem Edelmut still abseits. Im Jahre 1888 mußte das nicht mehr zu haltende Goldbergwerk an den belgischen Grafen Rotermund verkauft werden. Die Hoffnung, daß der neue Bergherr den Betrieb mit seinen reichen Mitteln zu neuer Blüte bringen werde, erfüllte sich nicht; schon ein Jahr später stand alles still.

Im Jahre 1890 erneuerte v. Arlt den Pachtverttag von Libesnitz nicht; er wollte ganz in die Rauris ziehen und kaufte den die Gemeinde Bucheben beherrschenden Grieswiesschwarzkogel mit allen, bisher unter fünf Bauern verteilten Almen; den mächtigen Besitz faßte er in eine wirtschaftliche Einheit zusammen. In Kolm, seinem Lieblingsgebiet, baute sich Arlt ein kleines Häuschen. — Im Jahre 1891 starb Rojacher und nun übernahm v. Arlt allein die Sorge um das liebe Rauriser Tal. Mit Schmerz beobachtete er das sinnlose Vorgehen einer belgischen Gesellschaft, der Nachfolgerin Rotermunds, die, darangehend, die Goldminen auszubeuten, die Förderanlagen zerstörte und so den Bergsegen endgültig verschüttete. Um den durch dieses unverständliche Vorgehen brotlos gewordenen Bergknappen zu helfen, gründete er eine Art Bergführerschule und tat alles, um den Fremdenverkehr zu fördern. Auch den Skilauf führte er im Rauriser Tale ein; er hielt selbst Skikurse ab und wirbt auch heute noch für die Tauernhäuser, um sie als Skihütten in den Winterverkehr einzugliedern. Hier ist einzufügen, daß Arlt in seinem reichen Bergsteigerleben viele große Touren unternahm. Noch als Achtziger besuchte er im Anschluß an eine Tageswanderung Rauris—Heiligenblut und zurück bei 30 Zentimeter Neuschnee den Sonnblick.

Um 1900 waren Kolm und der Hüttenwinkel in kräftigem Aufstrieb. v. Arlt übersiedelte nach Rauris und richtete im „Schernthaner" ein neuzeitliches Mustergut ein. Er hob Fisch- und Geflügelzucht, Obst- und Kartoffelbau, dem Tal zum Nutzen. Arlts Namen begegnet man im Raurisertale überall. Das prächtige Wasser, das er beim Bodenhause fassen ließ, heißt vielfach schon Arltguelle, einer der schönsten Aussichtspunkte bei Kolm wird der Arltblick genannt, und bald mag wohl der Ausdruck Artlgrat (Artlweg, Arltanstieg) in Literatur und Karten eingereiht werden. An Ehren hat es ihm, der der Sektion Salzburg des D. u. ü. Alpenvereins sein Häuschen im Hüttenwinkel übergab, nicht gefehlt. Ihren Höhepunkt werden sie erreichen, wenn im kommenden Jahre das Zittelhaus sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

1936, ein Rückblick auf Arlt

Das Salzburger Volksblatt schreibt in seiner Ausgabe vom 10. September 1936:[7]

Aus Anlaß des Sonnblick-Jubiläums ist eine Erinnerung an Wilhelm v. Arlt zeitgemäß, der bei dieser Gelegenheit mit 83 Jahren in voller Rüstigkeit am 30. August den Sonnblick bestiegen hat. v. Arlt ist im Jahre 1853 als Sohn des Augenarztes und Professors an der Wiener Universität, Dr. Ferdinand Ritter von Arlt geboren. Seine Jugend verlebte er in Wien, zu einer Zeit, wo das Glacis eingeebnet wurde und die ganzen Bauten der Ringstraße erst teils entworfen, teils begonnen wurden. Nach Gastein und Rauris kam er zum ersten Male als die Bahn noch nicht bestand (vor 1876) und von Lend nach Badgastein noch die Postkutsche verkehrte. In diese Jahre fallen auch seine ersten Touren auf den Sonnblick und Großglockner sowie seine Bekanntschaft mit Ignaz Rojacher, der sich vom Hüterbuben zum Pächter des ärarischen Goldbergwerkes in Kolm-Saigurn aufgeschwungen hatte und dann der Käufer dieses Bergwerkes wurde. Auch später blieb Arlt mit Rauris in Verbindung. Im Jahre 1893 übersiedelte er mit seiner Familie in die Stadt Salzburg. Schon 1889 hatte er in der Umgebung von Salzburg gemeinsam mit Brandauer, Graf Lamberg, Kirchmayr, Schweitzer, Zwick und anderen die ersten Skilaufversuche unternommen. 1894, im Februar, erfolgte seine erste Skitour auf den Sonnblick. Rojacher war damals bereits gestorben (1891), die meteorologische Beobachtungsstation am Sonnblick (1886) schon erbaut; vor der Erbauung hatte Arlt als Erster und als Alleingänger zum ersten Male die Sonnblick-Nordwand erstiegen, um auch von dieser Seite des Berges her die Möglichkeiten der Telephonleitung zu erkunden. 1899 erbaute er die Rojacherhütte, zirka dreihundert Meter unter dem Gipfel des Sonnblicks, als Zwischenstation für Bergsteiger; in diese Jahre fällt auch die Erwerbung des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Landrichterhauses in Rauris durch ihn. Bald danach hielt er einen der ersten Skikurse für Bergführer im Sonnblickgebiete ab (Einstocktechnik, Norwegerbindung). Er war und ist heute noch Radfahrer; auch bis nach Zell am See führen ihn seine Touren. In das Jahr 1917 fällt die Erwerbung des Gasthofes „Zur Post" durch Arlt; es ist dies das Besitztum und Sterbehaus von Ignaz Rojacher, an dem nunmehr am 29. August eine Gedenktafel enthüllt wurde. Im Jahre 1935 wurde Arlt Ehrenbürger von Rauris und Bucheben und er ­hielt vom Alpenverein das Goldene Edelweiß für 50-jährige Zugehörigkeit.

Literatur

Weblinks

  • ANNO, Wiener Zeitung, Ausgabe vom 9. März 1887, Seite 10, Parte seines Vaters mit Angaben über seine Geschwister und deren Gatten
  • alpinwiki.at, eine historische Aufnahme von Wilhelm Ritter von Arlt
  • www.zeno.org Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte, abgefragt am 15. Dezember 2020

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 27. September 1944, Seite 3, Meldung von seinem Tod
  2. Sterbebuch der Dompfarre Salzburg, Band X, S. 168.
  3. Salzburger Woche, Ausgabe Pinzgauer Nachrichten, 15. Jänner 2015, ein Beitrag von Siegfried Kopp, Talmuseum Rauris
  4. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 4. Jänner 1930, Seite 5
  5. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 13. März 1935, Seite 5
  6. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 3. Mai 1935, Seite 9
  7. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 10. September 1936, Seite 8