Schloss Seeburg

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Schloss Seeburg (Mitte)
Schloss Seeburg, östliche Ansicht von Weinberg aus
Schloss Seeburg um 1780, in Seekirchen

Schloss Seeburg ist ein Schloss im Gemeindegebiet von Seekirchen, das nahe dem Wallersee auf einer Hügelkante steht. Das Gebäude zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Geschichte

Schon bis zur Einrichtung des Pflegegerichts um 1100 waren die ansässigen Grafen für die Rechtsprechung, die Steuereinhebung, den militärischen Schutz sowie die Urbarmachung für Ansiedlungen zuständig. Der Pfleger Ulrich von Dachsberg aus Aspach im Innviertel begann 1429 mit dem Bau der Seeburg als seines Amtssitzes anstelle eines älteren Anwesens. Dieses dürfte mittelalterlichen Ursprungs gewesen sein.

Gegen das 17. Jahrhundert erlosch das Geschlecht der Dachsberger, und der Erzbischof setzte auch andere Personen als Pfleger ein. Eine der letzten weiblichen Nachkommen der Dachsberger-Familie heiratete Wolf Adam von Haunsperg. Als Nachkommen folgten Neidhart von Haunsperg und Christoph von Haunsperg. Letzterer löste um 1600 das Pfleggericht auf. Dieses wird Sighartstein unterstellt.

Die Tochter von Christoph, Juliane von Haunsperg, heiratete Levin von Mortaigne, einen Salzburger Kammerherr, Gardehauptmann und Pflegerichter aus Golling. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Johann Dietrich, der 1647 die Seeburg in den Besitz der steirischen Freiherren von Prankh übergibt.

Als Besitzer folgen 1724 Adam Franz-Xaver von Paumann, Pfleger in Zell am See, 1731 Johann Adam Ainkäs von Ainkäshofen und Petersheim und 1737 Josef Rupert von Pfeiffersberg. Die folgenden Besitzer bauten die Seeburg im Rokokostil um: 1752 Ernst Maria von Lodron und Antonia Gräfin von Arco. Dabei wurde die Schlosskapelle zum hl. Rupert in der Seeburg erbaut.

Die folgenden Jahrzehnte stellten dann die wahrscheinlich glanzvollste Zeit von Schloss Seeburg dar. Es wurde Treffpunkt seinerzeit berühmter Persönlichkeiten wie Wolfgang Amadé Mozart. 1825 erwarb der geadelte Südfrüchtehändler und Armeelieferant Dismas von Widerwald. Nach dessen Tod wurde das Anwesen versteigert. Damit endete die Zeit von Schloss Seeburg als Adelswohnsitz.

Mathias Bayrhammer, „der Seekirchner Geldhiesl“, hatte mit seiner Bayrhammerschen Stiftung aus seinem riesigen Vermögen eine reich dotierte Armenstiftung verfügt. Lorenz Ibertsperger von Erlach, den noch Bayrhammer 1848 als Stiftspatron einsetzte, kümmerte sich nach dessen Tod 1845 um die Errichtung der Stiftung. Er erwarb 1849 die Seeburg und ließ sie gründlich umbauen (1850 wurde sie um ein Stockwerk aufgestockt, einige Steinlagen der Ringmauer dafür abgetragen, die Zimmer- und Bettenanzahl wurde erhöht). 1850 starb von Erlach, Carl von Ernst wurde Betreuer des Schlosses und 1878 übernahm Amanda Hübsch, Tochter von Lorenz Ibertsperger, das Stiftspatronat bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. 1919 ging das Schloss in die Gemeindeverwaltung von Seekirchen über.

Durch einen Blitzschlag am 21. Juli 1930 brannte der Mansardendachstuhl des Schlosses völlig ab. Vom Juni 1939 bis zum Juni 1941 waren zusätzlich Landdienstmädel einquartiert. Im Winter 1940/41 diente das Schloss als Schülerheim. 1941 wurde es von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) beschlagnahmt. Die Pfründner müssen ausziehen. Anstatt dessen wird der Reichsbann einquartiert.

Ab 1947 diente die Seeburg als Hauptschulinternat. 1977/78 wurden das Stifts- & Heimatmuseum Schloss Seeburg sowie Standesamt, Gemeindesaal und Kindergarten eingerichtet. Nach einer im April 1999 beendeten Sanierung der gesamten Anlage befindet sich die Privatuniversität Schloss Seeburg im Gebäude. Darüber hinaus werden die Räume für Seminare, Feiern und Hochzeiten vermietet. Der Schlosswirt befindet sich ebenfalls innerhalb der Schlossmauern.

Quelle