Sigmundstor

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Sigmundstor von der Altstadt aus gesehen
Sigmundstor (Neutor) bei Nacht
Sigmundstor, westliche Seite
Sigmundstor, westliche Ansicht mit Mönchsberg

Das Sigmundstor, auch Siegmundstor geschrieben, auch "Neutor" genannt, verbindet die Riedenburg mit der Altstadt von Salzburg.

Name und Schreibweise

Die Inschrift des Tores lautet zwar Siegmundstor. Weil das Tor aber nach dem heiligen Sigismund (auch als heiliger Sigmund bekannt) geweiht ist, scheint die Schreibweise Sigmundstor trotzdem folgerichtiger. Jedoch schreibt es der Magistrat der Stadt Salzburg auf dem offiziellen digitalen Stadtplan von Salzburg Siemundstor, sowie auch Neutor. Der Name "Sigmundstor" hat die bis 1991 geltende offizielle Benennung "Neutor" nicht verdrängen können.

Geschichte

Hofkriegsrat Guidobald Franz Freiherr von Hegi trat 1676 an den Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg heran und schlug vor, den Mönchsberg an der schmalsten Stelle zu durchtrennen. Der Durchstich sollte sich durch den Verkauf von Quadern und durch Robot selbst finanzieren. Dadurch sollte ein erhöhtes Steueraufkommen ermöglicht werden, die Absiedlung feuergefährlicher Betriebe möglich werden, neuer Wohnraum geschaffen, die nicht einfache Verteidigung der inneren Riedenburg sichergestellt und die Verteidigung von Stadt und Festung verbessert werden.

Von 1676 bis 1687 (Tod Max Gandolfs) wurde daher der Steinbruch beim Hofstall betrieben und in 35 m Breite der Berg abgegraben. Erzbischof Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach griff den alten Gedanken wieder auf. Eine Kommission befürwortete in der Folge aber eine Tunnelerrichtung. Hofbauverwalter Wolfgang Hagenauer sollte den von Hagenauer überarbeiteten Plan umsetzen.

1759 entschied man sich für einen Tunnelbau nach Plänen von Johann Elias von Geyer, der am 14. Mai 1764 begonnen wurde. Am 2. September 1765 erfolgte der Durchstich des Berges und 1766 seine Eröffnung. Für die Fassadengestaltung wurde dann aber der Plan der Hagenauers gewählt, die Fassaden beidseitig ansprechend zu gestalten und in Riedenburg als Vorwerk in Form eines Ruinenparks zu verwirklichen. Der Park wurde durch den Tod Sigismunds 1772 nicht mehr ausgeführt.

Fürsterzbischof von Schrattenbach war der einzige Erzbischof, der ein Abbild von sich auf einem öffentlichen Gebäude in der Innenstadt abbilden ließ. Über dem Ostportal an hochöberster Stelle ließ er sein Abbild anbringen und darüber einmeiseln: Te saxa loquuntur (Von dir sprechen die Steine).

Bis ins spätere 19. Jahrhundert war das Sigmundstor von einem Zwinger geschützt, der mit einem Steckentor (d. h. mit Palisaden) geschlossen werden konnte. Um 1830 bestanden auf der Südseite noch ein k.k. Maut- und ein k.k. Wachhaus.

Kurioses

An beiden Einfahrtseiten des Sigmundstores waren um 1896 Schilder angebracht mit der Aufschrift: „Peitschenknallen verboten“. Das war zweifellos sinnvoll, denn der schussähnlich wirkende Knall hätte so manches Pferd zum Durchgehen veranlasst.[1]

Im Sigmundstor betrug Anfang der Motorisierung um 1900 die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge sechs Stundenkilometer[2]

Technik

Der Tunnel ist 135 m lang und hat vom Herbert-von-Karajan-Platz zum Richard-Hildmann-Platz ansteigend eine annähernde Neigung von zehn Metern (7,4 %). Durch diese geringe Neigung wird gemäß historischen Publikationen einfallendes Licht von der Riedenburg her vom Boden geringfügig besser an die Decke geworfen und macht den Tunnel dadurch angeblich etwas heller. Gleichzeitig wird allerdings die Neigung der Lichteinfall von Westen her aber etwas verschlechtert. Der wesentliche Grund für die Neigung des Tunnels liegt aber darin, dass das Westportal mit seiner umgebenden Wehranlage aus militärischen Gründen höher liegen musste als die unmittelbare Umgebung.

Restaurierung 2009/2010

Das Sigmundstor wurde aufgrund von Reparaturarbeiten am Konglomerat vom Herbst 2009 bis ins Frühjahr 2010 zeitweise gesperrt. Beim Ostportal bröckelte der Konglomerat. Die Kosten dafür betrugen rund 760.000 Euro, die zum Großteil von der Stadt Salzburg getragen wurden.

Bildergalerie

Quellen

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974

Weblink

Fußnoten

  1. Quelle: Persönliches Gespräch von Benutzer:Gattermair mit Hans Seefeldner
  2. Quelle Kronland Salzburg, historische Fotografien von 1850 bis 1918, Salzburger Museum Carolino Augusteum, Wolfram Morath (Hrsg.), 2000, ISBN 3-901014-68-3