Wirtschaft

3-G-Regel auf Österreichs Pisten und bei Adventmärkten

Auch im kommenden Coronawinter sollen Skifahren, Winterurlaub und Après-Ski möglich sein, allerdings unter strengeren Auflagen als im vergangenen Jahr. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sowie Tirols Landeshauptmann Günther Platter skizzierten das Reglement am Montag.

Auf Skihütten gilt wie in jedem anderen Gastronomiebetrieb der 3-G-Nachweis. STEFANIE SCHENKER SN/Stefanie Schenker
Auf Skihütten gilt wie in jedem anderen Gastronomiebetrieb der 3-G-Nachweis. STEFANIE SCHENKER

"Es wird in jedem Fall Winterurlaub in Österreich geben", betonte am Montag Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Eine Gefahr bleibt trotz Winterregeln freilich bestehen: Österreich könnte, sollten die Infektionszahlen stark steigen, in wichtigen Herkunftsmärkten wie Deutschland als Risikoland eingestuft werden. Damit könnten Quarantänen für Reiserückkehrer wieder Diskussionsgegenstand werden. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagte über die Winterregeln: "Geimpfte werden sie kaum betreffen, sie werden aber oft ihren Grünen Pass herzeigen müssen."

Seilbahnen

Die Seilbahnen werden zur 3-G-Zone. Das heißt, beim Kauf eines Skipasses müssen Skifahrerinnen und Skifahrer einen Nachweis erbringen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Dem Corona-Stufenplan folgend, gelten auch beim Skifahren ab Stufe 2 (oder 300 belegten Intensivbetten) keine Antigen-Selbsttests mehr. Ab Stufe 3 (oder 400 belegten Intensivbetten) sind nur noch PCR-Tests gültig. Kontrolliert werde stichprobenartig von Polizei und Gesundheitsbehörden, kündigten Tourismus- und Gesundheitsministerium an. Ein gültiger 3-G-Nachweis sei deshalb beim Skifahren stets mitzuführen.

So wie im Vorjahr muss in Gondeln und auf Sesselliften mit Windschutzhaube auch heuer wieder eine FFP2-Maske getragen werden. Das gilt auch für den Einstiegsbereich wie Talstationen und beim Anstellen. Im Gegenzug dürfen die Gondeln heuer voll belegt werden, auch Abstandsregeln gibt es keine mehr. Damit sind auch zusätzliche Absperrgitter nicht notwendig.

Grundsätzlich sei man mit den Regeln "sehr zufrieden", sagte am Montag Salzburgs Seilbahnensprecher Erich Egger. In der Verordnung müsse noch klar geregelt werden, dass auch externe Verkaufsstellen von Skitickets, etwa Hotels oder Skischulen, die 3-G-Regeln zu kontrollieren hätten. Deutlich gemacht werden müsse auch, dass unter Zwölfjährige, für die es bisher keine Impfung gibt, beim Kauf von Saison- oder Wochenkarten "nicht jedes Mal zum Testen müssen, wenn sie Ski fahren gehen", sagt Egger. Man werde noch einen Fragenkatalog an die Ministerin schicken.

Im Tourismusministerium betont man, bei unter Zwölfjährigen würden beim Skifahren dieselben Regeln gelten wie in der Gastronomie, Tests seien freiwillig. Eine Saisonkarte kaufen könnten prinzipiell auch erwachsene, ungeimpfte Skifahrer, diese müssten allerdings dann beim Skifahren jedes Mal einen Test mitführen.

Gastronomie

In der Gastronomie, und das gilt auch für Skihütten, ändert sich wenig bis gar nichts. Hier gilt bereits die 3-G-Regel, welche Tests gelten oder nicht mehr, richtet sich nach dem Corona-Stufenplan.

Unter strengen Regeln kann Après-Ski heuer stattfinden. SN/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL
Unter strengen Regeln kann Après-Ski heuer stattfinden.

Après-Ski

Hier ist noch vieles nicht ganz klar. Fest steht aber: Es wird Après-Ski geben, und zwar auf Basis der 2-G-Regel, wie sie für die Nachtgastronomie gilt. Ab Corona-Stufe 2 haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Aktuell (mit 219 belegten Intensivbetten) sind in der Nachtgastronomie auch noch PCR-Tests gültig. Von 1 G - also Après-Ski nur für Geimpfte -, wie Bundeskanzler Kurz am Wochenende in deutschen Medien erklärt hatte, war am Montag keine Rede mehr. Die große Unbekannte ist derzeit noch, wann die tägliche Après-Ski-Gaudi beendet sein muss. Hier sollen Bezirksbehörden und Gemeinden eine Ermächtigung erhalten, die Sperrstunden vorziehen zu können. "Man kann etwa hergehen und sagen, um 18 Uhr ist Après-Ski zu beenden und um 20 Uhr beginnt der Restaurationsbetrieb", sagt Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Es werde die Möglichkeit geben, beim Après-Ski noch zusätzlich einzuschränken, etwa auch mit Sperrstunden im Freien, "da sind wir noch in Abstimmung", betonte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Generell werde in allen touristischen Bereichen bei zu hohen Infektionszahlen 2 G statt 3 G eine Möglichkeit sein.

Hotellerie

Für die Hotellerie bleibt mit 3 G alles beim Alten. WKO-Hotelierssprecherin Susanne Kraus-Winkler will aber so viele Betriebe wie möglich dazu ermutigen, freiwillig 2 G anzuwenden, also nur Geimpfte oder Genesene zu beherbergen. Ein Ende der Gratis-Coronatests sieht Kraus-Winkler noch nicht gekommen. "Ich glaube, in diesem Winter werden wir sie noch brauchen", sagt die Branchensprecherin, stimmt aber auch zu, dass eine Kostenpflicht bei Tests die Impfrate heben könnte.

Personal

Eine Impfpflicht für Tourismusmitarbeiter wird es nicht geben, auch dort nicht, wo für die Gäste 2 G gilt. Ungeimpfte Beschäftigte müssen aber FFP2-Maske tragen und regelmäßig zum Testen gehen.

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