Salzburger Festspiele

Wagner wird jeglicher Behaglichkeit beraubt

Elisabeth Kulman mit der Camerata Salzburg und dem Dirigenten Roger Norrington  SN/salzburger festspiele/marco borrelli
Elisabeth Kulman mit der Camerata Salzburg und dem Dirigenten Roger Norrington

"Stille wird's, ein säuselnd Weben / füllet bang den dunklen Raum", singt Elisabeth Kulman. Doch unter der satten Tiefe ihrer wunderbaren Mezzostimme säuselt und webt nichts. Aus dem Orchester dringen flatterzüngelnde Flöten und bedrohliche Pizzicati an die Oberfläche. Hans Werner Henzes Fassung von Richard Wagners "Wesendonck-Liedern" verweigert alles Schwelgen im Pathetischen, das andere Orchestrierungen dieser Klavierlieder kennzeichnet. Henze zerlegt den Klang in Einzelteile und fördert das Zerbrechliche dieser Musik mittels kühner Klangreduktion zutage. Der Dirigent Roger Norrington hat sich bei seinem zweiten von drei Salzburger-Festspiel-Konzerten mit der Camerata Salzburg am Montag für diese - gerade ob ihrer dunklen Färbung - erhellende Fassung entschieden. So konnte Elisabeth Kulman über diesem kargen Orchesterklang ihren Part mit liedhaft klarer Stimme wortdeutlich gestalten und forcierte nur - und das brillant - in der Höhe.

7 Tage lang kostenlos und unverbindlich.

Ihr 7-Tage-Test ist bereits abgelaufen. Lesen Sie jetzt weitere 30 Tage kostenlos.

Mehr Infos

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Aufgerufen am 15.12.2018 um 12:50 auf https://www.sn.at/salzburger-festspiele/wagner-wird-jeglicher-behaglichkeit-beraubt-38818849