Bahnsport

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Motorradbahnrennen am 26. Juni 1955 auf der Trabrennbahn Salzburg-Parsch
Motorradbahnrennen 1955 - ein Sandbahnfahrer in Aktion
ein Beiwagengespann mit neigbarem Beiwagen (durch das Lenkrad im Beiwagen gesteuert)

Bahnsport ist der Überbegriff im Motorsport für Sandbahn-, Grasbahn-, Speedway-, Shorttrack- und Eisspeedwayrennen, die sich durch verschiedene Bahnlängen und technischen Details der Motorräder unterscheiden.

Geschichte

Zwischen 400 und 1000 Meter sind die Speedway- und Langbahnen (Sand- und Grasbahnen) kurz. Gefahren werden pro Rennen mehrere Läufe, jeder Lauf dauert vier Runden.

Gefahren wird mit Einzylinder-Viertakt-Motorrädern mit 500 cm³ Hubraum, ohne Bremsen, beim Speedway auch ohne Schaltgetriebe, auf der Langbahn nur mit einem Zweigang-Getriebe. Die Spezialmotorräder für Bahnrennen haben eine besonders umweltfreundliche Technik: Als Kraftstoff ist ausschließlich Methanol zugelassen, das fast rückstandsfrei verbrennt, geschmiert werden die Motoren mit rein pflanzlichen Ölen.

Diese Motorräder erreichen auf der Sandbahn Höchstgeschwindigkeiten von 180 km/h. Da die Motorräder wie erwähnt über keine Bremsen verfügen, wird das Sportgerät mittels Gashahn, Lenker und Gewichtsverlagerung durch die Kurven gesteuert. Dabei ist der rechte Fuß auf einem Steigbügel fixiert und mit dem linken, der durch einen Stahlschuh geschützt wird, wird das Motorrad über den Bahnbelag balanciert.

Während im Speedway Skandinavier und Engländer (Sand), sowie Russen und Schweden (auf Eis) schier unschlagbar sind, führen auf den Sand- und Grasbahnen derzeit die Deutschen. Auch bei den Seitenwagen sind deutsche Gespanne international führend.

Die ersten Sandbahnrennen in Österreich fanden 1911 in Baden bei Wien statt. Die große Zeit der Sandbahnrennen war dann in den 1920er und 1930er Jahren. Damals fuhr man allerdings mit normalen Motorrädern, denn die Entwicklung zu Spezialmaschinen begann erst kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Bekannte und auch international erfolgreiche Fahrer seinerzeit waren Leopold Dirtl (tödlich verunglückt im Bahnsport), Lucky Schmidt, Karl Kodric, Michael Gayer (fuhr auch bei den Großglockner-Rennen mit), Rupert Karner (tödlich verunglückt im Bahnsport), Peppi Walla, Karl und Poldi Killmeyer, Martin Schneeweiß fuhr auch bei den Großglockner-Rennen mit, wurde 1937 in Prag erster Europa-Sandbahnmeister, tödlich verunglückt im Bahnsport), Leopold Dirtl (tödlich verunglückt im Bahnsport), Peppi Kamper - Salzburger waren keine darunter.

Bahnsport und Salzburg

Salzburger Bahnsportler

Der bekannteste Eisspeedwayfahrer Salzburgs ist Franz Zorn, genannt Franky. Er war 2000 Vizeweltmeister und 2008 Europameister im Eisspeedway.

Salzburger Bahnsportveranstaltungen

In Saalfelden - Lenzing finden alljährlich Läufe zur Eisspeed-Weltmeisterschaft statt. Auch in St. Johann im Pongau finden immer wieder Eisspeedwayveranstaltungen statt.

Blicken wir auf Bahnsportereignisse in früheren Jahren in Stadt und Land Salzburg zurück:

... erstes Int. Motorrad- und Auto Eisrennen Zell am See auf dem Zeller See für Automobile und Motorräder, das ab 1956 als Gedächtnisrennen im memoriam Prof. Ferdinand Porsche bis 1961 veranstaltet wurde
am 8. Juni: Sandbahnrennen auf der Parscher Trabrennbahn
  • 1957, 1. September: Sandbahnrennen auf der Trabrennbahn in Salzburg-Parsch
  • 1966 stand im österreichischen Motorsportkalender als Termin der 9. Oktober auf der Trabrennbahn in Liefering. Ob ein Rennen tatsächlich stattfand, konnte noch nicht eruiert werden[1]

Bahnsportveranstaltungen in der Umgebung von Salzburg

Hochburg des Bahnsports ist die Stadt Mühldorf am Inn, die jahrhundertelang zum Erzbistum Salzburg gehörte. Dort wird vor allem Sandbahn gefahren.

Zentrum im Winter ist Inzell in Bayern, wo auch Weltmeisterschaftsläufe stattfinden.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Austro Motor, internationale Auto- und Motorrundschau, Wien, Ausgabe 2/1966, aus dem Motorrad-, Literatur- und Bildarchiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer