Ernst Florian Winter

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Professor Ernst Florian Winter (* 16. Dezember 1923, Wien; † 16. April 2014) war ein Schwiegersohn von Georg Ludwig von Trapp.

Leben

1923 als Sohn des Wiener Vizebürgermeisters Ernst Karl Winter geboren, flüchtete sein Vater 1938 mit seiner Frau und sieben Kindern - das achte war gerade unterwegs - vor den Nazis nach Amerika. Er studierte an der New Yorker Columbia-Universität Rechtswissenschaft und Internationales Recht.

Er meldete sich freiwillig zur US-Army, bei der er zwei der Trapp-Söhne, Rupert von Trapp (* 1911; † 1992). und Werner von Trapp (* 1915; † 2007). , traf. Er nahm sich vor, genau zu "Florian", also am 4. Mai, seine Heimat zu befreien. Als die amerikanischen Truppen im Frühjahr 1945 in die Nähe von Österreich gelangten, wies ihn sein Kommandant der 84. US-Infanteriedivision Black Hawk mit einem Vortrupp an, im Innviertel in einem Vierkanthof die Unterkunft vorzubereiten: es war die Privatbrauerei Schnaitl in Gunderthausen im Innviertel in Oberösterreich. Und am 4. Mai 1945 überschritt er mit seinem Fahrrad als erster amerikanischer Soldat die Grenze zu Österreich bei Burghausen.

Schon acht Tage nach der Ankunft im Innviertel kam Winter im Mai 1945 mit der US-Armee in die Stadt Salzburg, wo er die Villa seines Schwiegervaters Georg von Trapp im Stadtteil Aigen inspizierte. Nach weiteren Kriegsdienstjahren heiratete er 1948 am Ostermontag Johanna von Trapp (* 1919; † 1994). Die begabte Sopranistin verließ seinetwegen den berühmten Trapp-Chor, was zum Bruch mit ihrer Stiefmutter, der Baronin Maria Augusta (* 1905; † 1987) führte.

Das Paar hatte sieben Kinder, mittlerweile dreiundzwanzig Enkelkinder und fünf Urenkel.

Professor Winter hatte im Laufe seines Lebens in 83 Ländern gelebt und gearbeitet. 1960 kam er nach Österreich zurück, um die Studienrichtung der Politikwissenschaften zu etablieren. Auf Wunsch von von Bruno Kreisky übernahm er 1964 die Leitung der Diplomatischen Akademie Wien. Obwohl er diese Position nur bis 1967 bekleidete, blieb Winter der Einrichtung sein Leben lang verbunden. Bis zum Sommer 2012 war er für die junge Generation noch ein hochgeschätzter Vortragender und Zeitzeuge vieler historischer Ereignisse.

Zuletzt lebte er als Bergbauer in Osttirol im Defreggental, wenn er nicht gerade im Ausland - zB drei Jahre im Kosovo - tätig war.

Auszeichnung

Am 3. Mai 2008 erhielt Professor Winter den Egon-Ranshofen-Wertheimer-Preis[1]. Am 4. Mai besuchte er dann nochmals in Gedenken an seine erste Wiederkehr nach Österreich die Brauerei Schnaitl.

Einzelnachweis

  1. benannt nach dem 1984 in Ranshofen, Innviertel, geborenen Journalisten, Politikwissenschafter und Diplomaten Dr. Egon Ranshofen-Wertheimer; dabei werden Auslandsösterreicher ausgezeichnet, die sich auf besondere Weise für Österreich eingesetzt haben

Quellen