Fritz Obrutschka

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Fritz Obrutschka (* 12. Juli 1894 in Wien; † 6. November 1956 in Schwarzach im Pongau) war Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und Bürgermeister der Gemeinde Bad Gastein.

Biographie

Der gebürtige Wiener besuchte die Volks- und Bürgerschule und daran anschließend die Hotelfachschule. In Badgastein (damalige Schreibweise des Ortsnamens) übernahm er als Pächter das im Ortsteil Böckstein gelegene Hotel Tauernbahn.

Im Juli 1935 löste er Richard Hildmann, der das Bürgermeisteramt der Landeshauptstadt übernahm, als Regierungskommissar (= Bürgermeister) von Bad Gastein ab.

Am 22. Februar 1936 wurde er als 13. Bürgermeister von Bad Gastein bestätigt. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde der ehemalige Heimwehrführer noch am Tag des Einmarsches der deutschen Truppen in Salzburg von den neuen Machthabern abgesetzt. Als kommissarischer Bürgermeister folgte ihm für zwei Monate der Oberbank-Angestellte Rudolf Bünker in das Amt, im Mai 1938 setzten die Nationalsozialisten ihren Parteigenossen Sepp Wörther auf den Bürgermeistersessel.

Obrutschka fungierte von 1937 bis 1938 als Präsident des Österreichischen Heilbäderverbandes und zeigte sich auch noch als Landesgewerberat und Innungsstellvertreter aktiv.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er während der ersten Legislaturperiode Leopold Figls vom 19. Dezember 1945 bis zum 11. Februar 1948 als Mitglied der ÖVP Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat.

Badgastein während seiner Amtszeit

Während der Amtszeit Obrutschkas wurden zu Weihnachten 1935 erstmals elektrisch beleuchtete Christbäume an öffentlichen Plätzen aufgestellt. Am 31. Mai 1936 kam es zur Eröffnung des Gasteiner Museums. Vom 27. bis 29. Juni des selben Jahres wurde die 500-Jahr-Feier Bad Gasteins mit einem großen Festzug, Volksfest und Banketten begangen. Bei der Eröffnungsfeier begrüßte Obrutschka Persönlichkeiten wie den damaligen Bundespräsidenten Miklas und den Schriftsteller Franz Karl Ginzkey. Zu der drei Tage währenden Feier kamen neben vielen Einheimischen auch etwa 5 000 auswärtige Besucher. Am 28. Juni 1936 nahm Bundespräsident Miklas die Eröffnung des durch Dr. Emmerich Granichstädten gestifteten Gasteiner Forschungsinstitutes vor. Weiters folgten die Erweiterung des Bahnhofsvorplatzes, die Eröffnung des Spielcasinos im Kurkasinogebäude (9. Juli 1937) und die Wiederaufnahme des Goldbergbaus in Böckstein (15. Dezember 1937).

An Gästen erfreute sich Bad Gastein während der Amtsperiode Obrutschkas am rumänischen Außenminister Titulescu (1935), dem Künstler Arturo Toscanini (1936), der Gattin des englischen Premiers Winston Churchill, der Mutter des US-Präsidenten Franklin Roosevelt, am ungarischen Außenminister Von Darány und an Kronprinz Wilhelm von Preußen (alle 1937).

Quellen