Gerhard Pfaffenbichler

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gerhard Paffenbichler (li.) mit seinem ehemaligen Geschäftspartner Peter Burgstaller

Gerhard Pfaffenbichler (* 26. März 1961 in Unken, Pinzgau) ist ein ehemaliger Salzburger Skirennläufer.

Leben

Pfaffenbichler wuchs in Unken auf und fuhr für den TSV Unken im Salzburger Landeskader. Der eigentliche Riesentorläufer wurde vom ÖSV dann aber zum Abfahrer umfunktioniert und schaffte am 7. Dezember 1980 bei seinem ersten Weltcuprennen in Val d'Isere mit Rang 8 auf Anhieb einen Top10 Platz. Am Ende der Saison fuhr Pfaffenbichler am 5. März 1981 als Dritter in Aspen erstmals aufs Podest. Knapp zwei Jahre später gewann er am 28. Jänner 1983 die Olympiageneralprobe in Sarajevo, sein einziger Sieg in einem Weltcuprennen. Für die Olympischen Spiele 1984 verfehlte er dann aber leider die Qualifikation. Bei seiner einzigen Olympiateilnahme 1988 in Calgary errang er den beachtlichen, aber bei Großveranstaltungen unbelohnten fünften Rang.

Am 13. Dezember 1990 ging seine Karriere abrupt zu Ende: bei einem Trainingssturz in Gröden erlitt er einen Kreuzbandriss und entschied sich danach bei seinem Ausrüster Blizzard seine berufliche Karriere zu starten. 2000 stieg er bei seinem Freund Peter Burgstaller in dessen Eventagentur ein und betreute dort unter anderem den Stiegl-Cup für Hobby-Fußballspieler. Gemeinsam mit dem Veranstalter Harry Jenner brachten sie 2002 auch das FM4 Frequency Festival auf den Salzburgring. 2005 schied Pfaffenbichler aus der Agentur aus.

Gerhard Pfaffenbichler ist seit 1996 Obmann des TSV Unken mit rund 400 Mitgliedern.

Vorgestellt

"Hinten bei der Ennsmannleiten habe ich Ski fahren gelernt. Das war 1965, Lift hat es keinen gegeben, die Piste haben wir selbst getreten - und auch Rennen veranstaltet." Gerhard Pfaffenbichler erzählt von den Anfängen seiner Skifahrerkarriere. Mit elf Jahren kam er in den Salzburger Landeskader, als Jugendlicher in den ÖSV-Kader. Riesentorlauf war sein Metier. Doch der damalige ÖSV-RTL-Trainer nominierte ihn nur als Ersatzmann. Da zeigte sich klar der "eigene Kopf" des Unkeners. "Ich wollte nicht Ersatzmann sein, da trainierte ich lieber im Landeskader."

Doch einem war der großgewachsene und technisch starke Pinzgauer schon aufgefallen: Charly Kahr holte den damals 17-Jährigen in seine Abfahrtstruppe. Da wimmelte es von Stars: Franz Klammer, Werner Grissmann, Hart Weirather, Sepp Walcher hießen die arrivierten, dahinter lauerten die "jungen Löwen" wie Helmut Höflehner, Peter Wirnsberger, Jimmy Steiner, Erwin Resch. Und Pfaffenbichler mischte gleich mit. 1980 kam er in den Weltcup, schaffte im ersten Rennen (Val d'Isere) die Qualifikation (auf Kosten von Grissmann), landete im Rennen auf dem achten Platz. In dieser Saison wurde er österreichischer Meister, stand in Aspen als Dritter erstmals am Stockerl.

1983 stand er in Sarajevo ganz oben auf dem Siegestreppchen. Doch dann folgten Krankheiten, er verfehlte die Qualifikation für die Olympischen Spiele. "Es war ein Seuchenjahr", erinnert er sich. Doch einer hielt weiterhin zu ihm: Charly Kahr. 1985/86 hat er diesen Bestand wieder nötig: "Im Dezember brach ich mir das Schlüsselbein, im Februar in Aare verletzte ich mir das Knie: Kreuzband, Meniskus, Seitenband - alles war hin." Der Kapruner Therapeut Robert Mayer hat ihm damals sehr geholfen, auch mit unkonventionellen Methoden. "Wir haben mit Hypnose gearbeitet, ich halte sehr viel davon, da könnte man auch heute noch viel herausholen", so Pfaffenbichler.

1986/87 kam er durch permanent gute Resultate in die erste Startgruppe in Abfahrt und Super G. Neben einem Sieg schaffte er noch zwei Stockerlplätze, landete insgesamt 22 Mal in den Top Ten (19 Abfahrt, 2 SG, 1 Kombination). Das Karriereende erfolgte abrupt in Gröden, am 13. Dezember 1990. "Im ersten Trainingslauf hatte ich Bestzeit, im zweiten wollte ich noch etwas mehr Gas geben" - doch eine falsche Präparation der "Kamelbuckel" brachte ihn zu Sturz. Folge: "Alles im linken Knie war hin, ich wurde anschließend sieben Stunden lang operiert."

Nur einen Monat später begann Pfaffenbichler wieder mit der Therapie. "Ich habe fünf Tage pro Woche in Reichenhall Wassertherapie gemacht, das war brutal und schmerzlich." Aber es lohnte sich. Bei einer ärztlichen Kontrolle im März wurde "grünes Licht" gegeben. Pfaffenbichler war 29 Jahre alt und überlegte. "Ich hatte von Blizzard-Chef Toni Arnsteiner das Angebot, im Betrieb anfangen zu können."

Am 1. Juli 1991 startete er bei Blizzard eine neue Karriere, wurde Vertreter für das Gebiet Steiermark. Seminare eröffneten ihm Perspektiven, die er in der Firma umsetzen wollte. Das ging nur zum Teil, deshalb ging er. Zusammen mit einem Partner baute er FILA Österreich auf. "Wir steigerten den Umsatz innerhalb von drei Jahren von drei auf 250 Millionen Schilling. Das hat viel Spaß gemacht." Bis es Differenzen mit dem Partner gab. Pfaffenbichler wechselte das "Material", stieg bei der Firma seines Freundes Peter Burgstaller ein. Ab 2000 war er Managing Director bei BSP Consulting Austria in Hallein. Und wieder setzte er einen Meilenstein: Das Frequency-Festival am Salzburgring. "Nebenbei" ist der Obmann des TSV Unken auch Geschäftsführer der Heutal Lifte in Unken.

Erfolge

  • 1 Sieg im Weltcup
  • 2 weitere Podiumsplätze im Weltcup
  • 22 Top10 Platzierungen im Weltcup
  • 1 Olympiateilnahme (1988 - Rang 5)
  • 1x Österreichischer Meister (1981)

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • Pinzgauer Nachrichten
  • FIS Biografie [1]