Heli Austria GmbH

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Notarzthubschrauber Martin 6
Der 2015 neu eröffnete Heliport St. Johann im Pongau
Helikopter der Fa. Heli Austria beim Fallschirm-Zielsprung Weltcup 2016 in Thalgau
Helikopter von Heli Austria beim Fallschirm-Zielsprung-Weltcup 2016 in Thalgau

Heli Austria GmbH ist ein Luftfahrtunternehmen in St. Johann im Pongau.

Allgemeines

Das Roy Knaus gehörende Unternehmen betreibt Hubschrauber für Transport- und Rettungsflüge. Neben dem Standort Heliport in St. Johann im Pongau betreibt das Unternehmen im Winter auch einen Stützung im Enns-Pongau zwischen Radstadt und Flachau.

Klage gegen die Republik Österreich

2009 erarbeitet Austro Control eine Verordnung für das Verkehrsministerium, die den Einsatz der bei Heli Austria GmbH in Verwendung stehenden Hubschrauber des Typs AS-355 für Flüge ab einer bestimmten Höhe untersagten. Diese Höhenvorschrift verbot de facto alle Rettungsflüge in den Alpen, was für das Unternehmen existenzbedrohend war.

Der Verfassungsgerichtshof entschied 2011 jedoch, dass die Verordnung gesetzeswidrig war und daraufhin klagte das Unternehmen die Republik Österreich auf sechs Millionen Schadenersatz für Umsatzverluste und Mehrkosten. Das Verfahren beginnt im März 2012.

Geschichte

1984 wurde das Unternehmen gegründet. Den Start unterstützte Niki Lauda. 2009 betrieb das Unternehmen zwölf Helikopter und hatte drei weitere in Halterschaft.Zum Angebot der Transportflüge wurde auch die eigene Flugrettungslinie „Martin“ in Tirol und Salzburg aufgebaut. Sie wird ganzjährig betrieben, was eine Erhöhung der Sicherheit gewährleistet und die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung verbessert.

Nach dem (unverschuldeten) Tod von Hans Knaus übernahm Roy Knaus bereits im Alter von 21 Jahren den Betrieb und brachte das Unternehmen – trotz einiger Schicksalsschläge und Unglücke – wirtschaftlich auf Kurs. Mit einer neuen Gesellschafterstruktur und einem aufgewerteten Branding Roy Knaus feierte das Unternehmen im Jahr 2009 sein 25-Jahr-Flug-Jubiläum. 2009 beschäftigte das Team über 80 hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Auch der Papst vertraute auf Knaus Flugunternehmens

Besonders Bergbahnen, Forstunternehmen und öffentliche Einrichtungen vertrauen auf die vielseitigen Dienstleistungen des Unternehmens. Zu den Transportflügen zählen auch besondere Personenflüge, wie zum Beispiel die An- und Abreise von Papst Johannes Paul II bei seinen Papstbesuchen.

Zwischenfälle und Unglücke

1989

Im Juni 1989 muss Firmen­gründer Johann Knaus wegen eines technischen Gebrechens in den Zillertaler Alpen notlan­den. Der Pilot und zwei Passagiere verbrin­gen bei Schnee­treiben eine Nacht in dem Helikopter.

1997

1997 stirbt Seniorchef Johann Knaus (51) bei einem Absturz im Ellmautal bei Großarl, Sohn Philipp wird schwer verletzt und ist seither körperlich beeinträchtigt. Es ist der dritte Absturz des Fir­mengründers. Schon im April 1992 stürzt Johann Knaus in Pfarrwerfen ab. Der Ärzte kämpfen wo­chenlang um sein Uberleben. Knaus senior kehrt zwei Jahre später in das Cockpit zurück.

1995 hatte Johann Knaus im Dachsteingebiet abermals ei­nen Unfall. Damals sitzt auch Roy im Helikopter. Beide blei­ben fast unverletzt.

2002

Im November 2002 gibt es einen Unfall in Sölden (Tirol). Beim Absprengen von Lawinen gerät der Hubschrauber in eine Nebelbank. Der Pilot versucht, den Helikopter am Hang ent­lang bis ins Tal zu retten. Der Heckrotor berührt den Boden, die Maschine stürzt ab.

2004

Im Fe­bruar 2004 stürzt Ret­tungshub­schrauber "Martin 1" in St. Johann im Pongau ab - die Patien­tin kommt ums Leben. Vier Monate später stürzt eine Knaus-Maschine in Vor­arlberg bei einer Schutzwald­sanierung ab. Der Pilot stirbt.

2005

Im September 2005 folgt das bisher schwerste Unglück der Firmengeschichte: Ein Hub­schrauber verliert in Sölden einen 700-Kilogramm-Beton­kübel, der eine Gondel trifft. Neun Deutsche, darunter sechs Kinder, sterben.

2006

Ende 2006 kommt zu Pech und Pannen auch noch eine Pleite dazu: Roy Knaus muss Konkurs anmelden. Er schafft den Zwangsausgleich.

2007

Im November 2007 stürzt ein Helikopter in Bad Vöslau (Niederösterreich) ab. Beim Schwebeflug gerät der Heli in heftige Drehbewegungen.

2009

Mai 2009: In Ötz im Tiroler Bezirk Imst verliert ein Knaus­-Hubschrauber eine Holzlast, die direkt auf eine Jausenstati­on fällt. Verletzt wird niemand. September 2009: Bei einem Transportflug verliert ein Hub­schrauber im Defereggental im Osttirol ein 600 Kilogramm schweres Betonteil. Verletzt wird niemand.

2010

Jänner 2010: Neue Sicher­heitsvorschriften treiben das Flugunternehmen an den Rand des Ruins. Die Knaus-Hub­schrauber müssen auf dem Bo­den bleiben - ein Streit mit der Austro Control beginnt. Im Oktober 2011 sieht der Verfassungsgerichtshof die Ver­ordnung als gesetzeswidrig an. Roy Knaus klagt die Republik auf über sechs Mill. Euro Scha­denersatz. Eine Entscheidung soll es im Juni 2012 geben.

Juli 2010: Bei einem Hub­schrauberabsturz in Dienten kommt ein erfahrener Pilot aus der Schweiz ums Leben. Er hat­te Beton zu einer Liftbaustelle geflogen.

2011

Im März 2011 hebt ein Hub­schrauber auf dem Dach der Uni-Klinik Innsbruck unkont­rolliert ab. Der Pilot kann die schlingernde Maschine unter Kontrolle bringen und ein Un­glück verhindern.

2012

Hauptartikel: Hubschrauber-Unglück Großvenediger

Am 29. April 2012 muss der Pilot eines Knaus-Hubschrauber wegen heftigem Föhnwind und Turbulenzen im Gebiet des Großvenedigers das Tragseil in etwa zehn Meter Höhe ausklinken. Die drei Bergretter, die daran hingen und zu einem Bergeeinsatz unterwegs waren, stürzen auf den Gletscher, der Chef der Alpinpolizei Lienz zieht sich dabei tödliche Verletzungen zu.

Nachtflug rettete Abgestürzten

Bei einem Sonnwendfeuer auf dem 2 325 m ü. A. hohen Bernkogel zwischen Rauris und Dorfgastein war in der Nacht vom 16. auf 17. Juni 2012 ein 44-jähriger Dorfgasteiner rund 100 Meter abgestürzt. Der Mann erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. Trotz völliger Dunkelheit wurde er von der Crew des Rettungshubschraubers Martin 6, bestehend aus dem Vorarlberger Pilot Hanno Berghofer (42), Notarzt Werner Landmann und Flugretter Anton Voithofer sen., gegen 00:30 Uhr geborgen und ins Krankenhaus Schwarzach geflogen. Bergrettungs-Einsatzleiter Wolfgang Rohrmoser meinte gegenüber den Salzburger Nachrichten, dass der Nachtflug dem Schwerverletzten das Leben gerettet hatte.

Bei der Flugleitstelle Zell am See ging erst nach Dienstschluss, so gegen 23 Uhr, der Notruf ein. Dienstschluss ist für Hubschraubereinsätze und damit für die Piloten jeweils der Sonnenuntergang, der an diesem Tag um 21:50 Uhr war. Trotzdem entschloss sich Berghofer, den Einsatz zu fliegen und es wurde eine Crew aufgestellt. Die Entscheidung traf der Pilot aufgrund der guten Sichtverhältnisse (wolkenloser, sternenklarer Himmel, kein Wind). Darüber hinaus erhielt er sämtliche notwendigen Informationen über den Landeplatz bezüglich möglicher Hindernisse wie Seile u. ä. Vor dem eigentlichen Einsatz wurde noch ein Erkundungsflug durchgeführt, da sich das menschliche Auge erst nach 20 Minuten an die Dunkelheit gewöhnt hat.

Die Landung auf rund 2 000 m ü. A. erfolgte dann auf einer etwa 100 mal 100 Meter großen freien Wiese. Dort waren rund 15 der insgesamt 40 aufgestiegenen Bergretter, die mit ihren Lampen ein U gebildet hatten. In der Mitte war eine rote Lampe aufgestellt. Das war das Richtungssignal für Berghofer.

Der Stützpunkt Zell am See war der einzig noch erreichbare Rettungsstützpunkt gewesen, da es in Österreich keine Nachtbereitschaft bei der Flugrettung gibt.

Mit diesem Einsatz wurden aber auch kritische Stimmen widerlegt, die im Zusammenhang mit dem Hubschrauber-Unglück Großvenediger laut geworden waren, die hinter solchen (extremen) Einsatzflügen nur die Gier nach schnellem Geld gesehen haben wollen. Bei solchen Einsätzen, wie eben auch dieses Beispiel vom 16. Juni 2012 zeigte, steht der Mensch im Vordergrund und die Menschen, die ihn retten, begeben sich selbst und wie in diesem Fall freiwillig in Gefahr. Dass das Pongauer Flugrettungsunternehmen bisher allen Widrigkeiten meistern konnte, ist ein Glücksfall meinte Christoph Reiser von den Salzburger Nachrichten in seiner Rubrik "Standpunkt" in der Ausgabe vom 18. Juni 2012.

2017

Ein Rettungshubschrauber war am Dienstagabend, den 1. Juli 2017, bei der Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner auf der Grenze von Osttirol und Kärnten ins Rotieren gekommen, hatte hart am Boden aufgesetzt und war dann umgekippt. Der Heli schwebte zu diesem Zeitpunkt knapp über dem Boden, da er kurz zuvor einen Patienten aufgenommen hatte, erklärte Heli-Tirol Geschäftsführer Roy Knaus am 2. Juli. Der Heli war gegen 20 Uhr wegen eines medizinischen Notfalls gerufen worden. Der Patient dürfte beim Unfall verletzt worden sein, berichtete die Polizei. Er wurde vom Rettungshubschrauber C7 ins Krankenhaus Lienz geflogen. Der 53-jährige Notarzt erlitt leichte Verletzungen und wurde im Krankenhaus Zell am See ambulant behandelt. Die zwei weiteren Mitglieder der Besatzung des Unfallhubschraubers, der Pilot und ein Flugretter, blieben unverletzt.[1][2]

Anschrift

Heli Austria GmbH
Heliport
5600 St. Johann im Pongau
Telefon: (0 64 62) 42 00
E-Mail: fly@heli-austria.at

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle www.salzburg24.at, abgefragt am 2. Juli 2017
  2. Link zu einem Bild, das die Schräglage des Heilicopters zeigt