Josef Lidicky

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Konsistorialrat Josef Lidicky 2012 bei einer privaten Feier.
Josef Lidicky bei seiner Verabschiedung 2018 in Pension
Verleihung Ritter des Ordens des heiligen Papstes Silvester Oktober 2019 von links: Hermann Drexel, Josef Rupprechter, Erzbischof Franz Lackner und Josef Lidicky.

Konsistorialrat Josef Lidicky (* 8. April 1956 in Taxenbach[1]; † 26. Jänner 2022 in Wagrain) war 20 Jahre Direktor der Salzburger erzbischöflichen Finanzkammer.

Leben

Lidicky war Sohn von Simon und Maria Lidicky, Unterfahrenbergbauersleuten am Gschwandtnerberg in der Unterpinzgauer Marktgemeinde Taxenbach.

Nach dem Besuch des Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum arbeitete er beim Raiffeisenverband. 1978 wechselte er in die erzbischöfliche Finanzkammer. Als „Finanzminister der Erzdiözese“ war Lidicky unter anderem für die Bezahlung der Priester und Mitarbeiter, viele Bildungs- und pädagogische Einrichtungen und die Erhaltung von rund 900 Immobilien verantwortlich – darunter 400 zumeist denkmalgeschützte Kirchen, Kapellen und 220 Pfarrhöfe. In seiner Amtszeit konnten zahlreiche Großprojekte finanziert werden, wie die Sanierung des Priesterseminars oder der Ausbau des Diözesanarchivs mit den Probenräumen für die Dommusik, der Kauf des Christkönig-Kollegs und des ehemaligen Klosters der Monfortaner, das zur Zentrale des Katholischen Bildungswerks umgebaut wurde. Dazu kamen die Sanierung von zahlreichen Kirchen, Pfarrhöfen und anderen kirchlichen Gebäuden. Neben seiner Aufgabe als Finanzkammerdirektor engagierte sich Lidicky ehrenamtlich in seiner Wohnpfarre Anif.

Lidicky war seit 1978 verheiratet und hatte drei Söhne sowie eine Tochter. Er starb am 26. Jänner 2022 bei einem Skiunfall in Wagrain. Der 66-Jährige war mit einem Skifahrer aus Dänemark kollidiert. Der 48-jährige Däne blieb bei dem Skiunfall unverletzt.[2]

2018: Lidicky geht in Pension

20 Jahre stand Josef Lidicky an der Spitze der Finanzverwaltung der Salzburger Erzdiözese. Mit einer Feier im Bildungshaus St. Virgil wurde er am Abend des 26. Juni 2018 in die Pension verabschiedet.

Gesunde Finanzen sind für die Kirche entscheidend: 414 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 232 Priester sorgen dafür, dass der Glaube gelebt wird, aber auch die 700 Immobilien der Diözese - darunter 350 Kirchen, Kapellen und 220 Pfarrhöfe - stellen einen unschätzbaren kulturhistorischen Wert dar. "Einer, der hier seit zwei Jahrzehnten die Fäden kunstvoll zusammenhält, ist Josef Lidicky. Dafür gebührt ihm unser Dank", reihte sich Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf in die Reihe der Gratulanten ein.

Die letzte von Finanzkammerdirektor Lidicky verantwortete Bilanz der Erzdiözese war am 26. Juni 2018 abgesegnet worden. Sie wies für das Vorjahr 54,4 Millionen Euro an Einnahmen und 57,7 Millionen Euro an Ausgaben (inklusive des Priesterpensionsfonds) aus. Der überwiegende Teil der Einnahmen kommt durch den Kirchenbeitrag in die Kassa.

Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat den "Finanzminister der Erzdiözese" zu seiner persönlichen Bilanz befragt.

LMZ: Ist es ein Finanz-Job wie jeder anderer, auf das Geld einer Erzdiözese zu schauen?

Lidicky: Auf den ersten Blick ja. Allerdings sehe ich in der Verantwortung für die Finanzen der Kirche eine dienende Funktion. Es ist wichtig, die vielen Aufgaben der Kirche mit ihren Erwartungen im Dienst an den Menschen gut im Blick zu haben. Die Bezahlung der Priester und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die pastoralen und sozialen Aufgaben, die Verantwortung für viele Bildungs- und pädagogische Einrichtungen und die Erhaltung von rund 700 zumeist denkmalgeschützten Kirchen und Profangebäuden sind eine schöne Herausforderung.

LMZ: Beim Kirchenbeitrag ist man von der Überzeugung der Gläubigen abhängig. Wie geht man mit jenen um, die wegen Glaubensfragen nichts beitragen wollen?

Lidicky: Die Frage ist anders zu stellen. Was bedeutet mir die Kirche, was ist sie mir wert, dass ich sie mit meinem Beitrag unterstütze. Kirche ist eine große Solidargemeinschaft. Die abnehmende Kirchenbindung, der fehlende Zugang zur Glaubensgemeinschaft macht die Bezahlung des Kirchenbeitrages schwieriger. Dennoch staune ich über die hohe Zahlungsbereitschaft, zahlen doch mehr als 85 Prozent der Gläubigen ihren Kirchenbeitrag ohne Mahnung. Transparenz und Dank sind ein wichtiger Ratgeber.

LMZ: Sie übergeben die Erzdiözese in finanziell geordneten Verhältnissen. Was erwartet Ihren Nachfolger?

Lidicky: Viel Arbeit, viel Geduld und Gespür bei der Verteilung der Finanzmittel. Die Personalkosten im Lot zu halten, die fehlenden Priesterberufe mit der einhergehenden Frage der passenden Pfarrstrukturen und viele bauliche Aufgaben sind ein schönes und anspruchsvolles Betätigungsfeld für einen Finanzchef.

LMZ: Als Finanzchef gehen Sie demnächst in Pension. Was bleibt an Interessen, wenn die berufliche Verantwortung für das Geldzählen wegfällt?

Lidicky: Das Interesse am Leben der Kirche bleibt, ihr bin ich zeitlebens mit Leidenschaft verbunden. Freilich schenkt mir die bevorstehende Pension eine neue Freiheit für andere Interessen. Die Kultur unserer Heimat, die Berge mit ihren vielen Möglichkeiten, soziale Netzwerke und besonders die Zeit für die eigene Familie und die Enkelkinder sind Geschenke an das Leben.

LMZ: Wer führt bei Ihnen zu Hause das Regiment beim Geld?

Lidicky: Niemand führt Regiment. Meine Frau und ich haben seit 40 Jahren – so lange sind wir verheiratet – auch beim Geld bedingungslos einander vertraut und immer ein gemeinsames Bankkonto geführt.

Auszeichnung

Am 23. November 2016 wurde Josef Lidicky durch Landeshauptmann Wilfried Haslauer junior und Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg verliehen.[3]

Der Tiroler Landeshauptmann ehrte ihn mit dem "Tiroler Adler-Orden".

Erzbischof Franz Lackner überreichte ihm am 29. Oktober 2019 die von Papst Franziskus verliehene Auszeichnung Ritter des Ordens des heiligen Papstes Silvester.

Quellen

Einzelnachweise

Zeitfolge
Vorgänger

Heinrich Roither

Finanzkammerdirektor der Erzdiözese Salzburg
19982018
Nachfolger

Cornelius Inama