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Josef Sailer

Josef Sailer

Bakk.comm. Josef Sailer, MBA (* 1975) ist (seit 2017) Stadtrat für Umweltangelegenheiten der Stadt Hallein und ehemaliger Vorsitzender des Zentralausschusses der Personalvertretung der Bediensteten des Landes Salzburg.

Vorgestellt (2010)

"Wirkungsorientierte" Verwaltung, Human Resources, Grundlagen des Managements: Das sind Themen, mit denen sich Josef Sailer nach Dienstschluss beschäftigt.

Salzburgs oberster Personalvertreter studiert Public Management an der University of Salzburg Business School (SMBS). Beamtengewerkschafter einerseits, MBA-Student in Sachen Verwaltungsreformen andererseits: Ist das nicht ein klassischer Widerspruch?

Keineswegs, sagt der sozialdemokratische Gewerkschafter (FSG). "Reformen werden zu 98 Prozent von den politischen Interessen blockiert. Die Beamten sind moderner als ihr Ruf. Ich habe das kürzlich selbst bei der Wohnbauförderung erlebt. Da sind die Beamten weniger bürokratisch als etwa Banken."

Auf den Einwand, dass der behördenerfahrene Bürger oft andere Erfahrungen macht, antwortet Sailer mit der Routine des geübten Gewerkschafters. Schuld seien nicht die Beamten, sondern die dauernden Gesetzesänderungen.

Eine erste große Herausforderung wird für ihn das "Nachverhandeln" des Beamtensparpakets sein. "Wir wollen das Gleiche wie alle öffentlich Bediensteten in Österreich auch: 0,9 Prozent Gehaltserhöhung." Diese Forderung wird Sailer mit der Regierungsspitze ausstreiten müssen. An Selbstbewusstsein scheint es ihm nicht zu mangeln. "Ich bin schon länger Personalvertreter als Wilfried Haslauer Landeshauptmannstellvertreter."

Aufgewachsen ist der Sohn eines Mechanikers und einer Krankenschwester in Wals-Siezenheim. Nach Matura und Präsenzdienst arbeitete er zwei Jahre bei der Salzburger Sparkasse am Schalter. Dann wechselte er in den Landesdienst, wo er sich früh als Personalvertreter engagierte. Acht Jahre verbrachte er in der Liegenschaftsverwaltung. Nebenbei studierte er Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. Die vergangenen beiden Jahre war er in der Gemeindeabteilung.

Jetzt ist Sailer als freigestellter Personalvertreter dort angelangt, wo er hin wollte. Als Vorsitzender des Zentralausschusses ist er seit 1. Februar 2010 für die Interessen der 2500 Landesbediensteten zuständig. Die oft gehörte Vokabel vom "Besitzstandswahrer" gefällt ihm naturgemäß nicht. "Ich möchte das Bild vom Beamten zurückrücken." Sein Wunsch an die Politik: "Man sollte daran gehen, die interne Bürokratie abzubauen, etwa das Abliefern von Tätigkeitsberichten. Man sollte die Bereiche reduzieren, wo sich die Verwaltung selbst Arbeit macht."

Quellen

Zeitfolge