Pinzgauer Spaziergang

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Der Pinzgauer Spaziergang. Hier ein typisches Wegstück. Es liegt unterhalb des Gernkogels.
Ausblick auf die Leoganger Steinberge vom Weg von der Schmittenhöhe zum Kettingtörl
Das östliche Ende des Pinzgauer Spazierganges eröffnet einen ersten Blick auf die Glocknergruppe
Der Ausblick vom Maurerkogel nach Nordwesten reicht weit über das Glemmtal hinaus.
Klammscharte mit Notunterstand. Im Hintergrund die Hohen Tauern oberhalb von Niedernsill

Pinzgauer Spaziergang ist die Bezeichnung für einen Bergwanderweg in den Oberpinzgauer Grasbergen, die Teil der Kitzbüheler Alpen sind.

Allgemeines

Sein Name ist Programm. Der Pinzgauer Spaziergang ist bei Schönwetter ein solcher. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass dieser Spaziergang auf hohem (Seehöhen-)Niveau verläuft und eine gewisse Ausdauer erfordert. Und die Notunterkunftshütte an der Klammscharte erinnert daran, dass die Begehung dieses Weges bei Schlechtwetter ebenso zur Gefahr werden kann, wie andere Bergtouren.

Der Pinzgauer Spaziergang kann in unterschiedlich langen Etappen begangen werden und es führen auch einige Aufstiegshilfen in seine Nähe. Er führt hoch über dem Oberpinzgauer Salzachtal an den Südabhängen der Gipfel der Pinzgauer Grasberge entlang, stets mit bester Aussicht auf die Hohen Tauern, im östlichen Abschnitt auf die Glocknergruppe und im Westen auf die Granatspitzgruppe. Gleichzeitig ermöglicht der Weg an allen Scharten und Törln aber auch den Blick nach Norden auf das Pinzgauer Glemmtal und die dahinter liegenden Bergketten.

Bedauerlicherweise wurde auf den neuen gelben Hinweistafeln aus der so treffenden Bezeichnung „Pinzgauer Spaziergang“ fälschlicherweise ein „Pinzgauer Spazierweg“ gemacht, was vermeintlich dasselbe bedeutet, aber diese alte bildhafte Bezeichnung verfälscht.

Wegverlauf

Der Pinzgauer Spaziergang beginnt an seinem östlichen Ende beim Kettingtörl (1 865 m ü. A.), das südwestlich unterhalb der Schmittenhöhe (2 000 m ü. A.) liegt und von dort in etwa 20 Minuten Gehzeit erreicht werden kann. Hier zweigt der Weg zur Pinzgauer Hütte (1 700 m ü. A.) ab. Der Pinzgauer Spaziergang führt weiter über den Kettingkopf (1 865 m ü. A.) bis zur Kesselscharte (1 844 m ü. A.). Hier zweigt der Weg auf den Maurerkogel (2 074 m ü. A.) ab, ein leicht erreichbarer Gipfel mit wunderschöner Aussicht auf die Glocknergruppe und die Bergketten im Norden.

Der Hauptweg führt südlich am Maurerkogel und nördlich an der Hochsonnbergalm vorbei und erreicht etwas später das Rohrertörl (1 918 m ü. A.). Es gibt auf diesem Streckenabschnitt eine Wegverbindung zur Hochsonnbergalm, die in weiterer Folge den Abstieg nach Piesendorf ermöglicht.

Das Rohrertörl befindet sich zwischen Maurerkogel und Gernkogel (2 175 m ü. A.) und ermöglicht nach Norden hin den Abstieg nach Viehhofen, der durch den Exenbachgraben, einem der Seitentäler des Glemmtales führt. Beim Rohrertörl zweigt der markierte Weg auf den Gernkogel ab. Der Hauptweg führt weiter nach Westen Richtung Klammscharte (1 993 m ü. A.), wofür von der Schmittenhöhe aus etwa drei Gehstunden zu veranschlagen sind. Etwa halbwegs zwischen Gernkogel und Klammscharte zweigt der Weg nach Niedernsill ab. Die Klammscharte befindet sich zwischen dem Niederen Gernkogel (2 153 m ü. A.) und dem Zirmkogel (2 215 m ü. A.), der von der Klammscharte aus bestiegen werden kann.

Von der Klammscharte führt der Pinzgauer Spaziergang weiter in westlicher Richtung am Südabhang des Hochsonnberges (2 150 m ü. A.) entlang, wo er sich nach einer Gehzeit von ca. 45 Minuten teilt. Der Strang, der nun in nördlicher Richtung abzweigt, führt in wenigen Minuten zum Klinglertörl (2 059 m ü A.) und weiter über das Seetörl (1 964 m) bei den Hackelberger-Seen und am Saalbachkogel vorbei bis zum Schattberg (Glemmtal) im Mitterpinzgauer Glemmtal.

Von dieser Abzweigung an wendet sich der Pinzgauer Spaziergang vorübergehend in einem Bogen nach Süden, wo er im Gelände der Bachrainalm weiter am Hochkogel (2 249 m ü. A.), am Hochsaalbachkogel (2 212 m ü. A.) und am Medalkogel (2 123 m ü. A.) vorbei nach Westen führt. Hier wendet sich der Weg erneut in südliche Richtung, immer den Südabhängen der nördlich liegenden Gipfel folgend. Südlich der Medalscharte (2 058 m ü. A.) teilt sich der Weg erneut und kann auf dem südlichen Strang die Sonnbergalm besucht, bzw. kann man in weiterer Folge im Bereich von Uttendorf Abstiege in das Salzachtal wählen.

Der Pinzgauer Spaziergang führt nun am Lamperbichlkogel (2 036 m ü. A.) vorbei und erreicht bald das Sommertor (1 939 m ü. A.). Hier zweigen wieder mehrere Wege nach Norden und nach Süden ab, auf denen man Uttendorf einerseits und Saalbach-Hinterglemm andererseits erreichen kann.

Nach dem Sommertor quert der Pinzgauer Spaziergang den Südabhang des Rabenkopfes (2 074 m ü. A.) und schwenkt dann erneut nach Süden, um den Pihappenkogel (2 117 m ü. A.) an dessen Südseite zu umgehen. Anschließend wendet sich der Wegverlauf wieder nach Norden um im Bereich der Haslach Hochalm weiter nach Westen bis zur Murnauer Scharte (1 959 m ü. A.) zu führen. Dabei werden der Manlitzkogel (2 247 m ü. A.), die Zehentner Stange (2 114 m ü. A.) und der Mittagskogel (2 092 m ü. A.) rechts „liegen gelassen“.

Von der Murnauerscharte führt der Pinzgauer Spaziergang südlich am Leitenkogel (2 015 m ü. A.) vorbei. Bald darauf zweigt der Weg zur Bürglhütte, die auf 1 699 m ü. A. liegt, nach Süden ab. Im Norden der Bürglhütte befindet sich der Geißstein (2 363 m ü. A.), der höchste grasbewachsene Gipfel Europas.

Der Hauptweg führt weiter nach Westen über das Gelände der Kesselalm, deren Almgebäude verfallen sind, bis zur Sintersbachscharte (2 035 m ü. A.), die exakt auf der Grenzlinie zwischen dem Bundesland Salzburg und dem Bundesland Tirol liegt. Von hier aus führen Wege nach Mittersill und nach Jochberg in Nordtirol.

Die Sinterbachscharte bildet denn auch das westliche Ende des Pinzgauer Spaziergangs. Ein Bergpanoramaweg, der an den Hohen Tauern entlang führt und Ausblicke gewährt, die ihresgleichen suchen.

Quellen

  • Eigene Begehung (Teilabschnitte)
  • Topografische, Österreichische Karten des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen, alle 1:25 000, 3221 – West Zell am See, Wien, 2008, 3220 – Ost Saalbach, Wien, 2009 und 3220 – West Mittersill, Wien 2009