Simon Eder

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Biathlon World Cup Oberhof 2014
Simon Eder

Simon Eder (* 23. Februar 1983 in Zell am See) ist ein Salzburger Biathlet aus Saalfelden.

Karriere

Der Sohn des Trainers Alfred Eder, selbst erfolgreicher Biathlet, kam 1995 zum Biathlon und gehört seit 1998 den nationalen österreichischen Auswahlen an. 2002 wurde er Junioren-Weltmeister im italienischen Ridnaun über 15 km, 2004 erkämpfte er in einem Fotofinish Bronze im 10 km Sprint bei der Junioren-WM in Haute Maurienne (FRA). 2007 und 2008 gehörte er der WM-Staffel Österreichs an, die den 6. und 4. Platz erreichten.

In der Saison 2008 holte Eder im Weltcup seine ersten Top-Ten Platzierungen, wobei sein bislang bestes Ergebnis ein 7. Platz im 10-km-Sprint von Pyeong Chang (KOR) ist. Mit 13 Platzierungen unter den besten Zwanzig etablierte er sich auch im Weltcup als vielversprechendes österreichisches Talent. Zum Abschluss der Saison egalisierte er am 16. März 2008 sein bislang bestes Weltcupergebnis als Siebenter im Massenstartbewerb von Oslo. Insgesamt reichte es für Eder zu Platz 18 in der Gesamtweltcupwertung.

Am 24. Jänner 2009 stürmte Simon Eder in der 12,5-km-Verfolgung in Antholz (ITA) vom 19. Startplatz erstmals in seiner Karriere aufs Podium und erreichte Platz 2. Einen Monat später holte er am 22. Februar 2009 mit der Staffel Silber bei der WM in Pyeongchang (Südkorea). Zum Abschluss der Saison gewann Eder am 29. März 2009 den Massenstartbewerb im russischen Chanty-Mansijsk und feierte damit seinen ersten Weltcupsieg.

Starke Saisonergebnisse machten 2009/2010 Hoffnung für Olympia in Vancouver: Ein Staffelsieg in Hochfilzen, ein zweiter Platz in der Verfolgung, ebenfalls in Hochfilzen, dazu drei dritte Plätze (Staffel/Östersund, Verfolgung/Pokljuka, 12,5 km/Ruhpolding). In Vancouver war der 10-km-Sprint durch wechselhafte Wetterbedingungen beeinträchtigt, Eder landete auf dem enttäuschenden elften Platz. In der Verfolgung zwei Tage später, am 16. Februar, verfehlte er nach einer Aufholjagd Bronze nur knapp und wurde Vierter. Das 20-km-Rennen beendete er auf dem sechsten Platz. Die erhoffte Medaille gelang schließlich in der Staffel, die Eder gemeinsam mit Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Christoph Sumann auf dem zweiten Platz hinter Norwegen beendete.

In den folgenden Jahren bremsten Eder vor allem gesundheitliche Probleme oft in der Vorbereitung. Erst im Winter 2013/2014 konnte er wieder konstant Spitzenplätze herausholen. Gemeinsam mit dem selben Erfolgsteam wie bei Olympia in Vancouver gelang im Jänner 2014 in Ruhpolding der erste Staffelsieg seit langem.

Bei den Olympischen Spielen in Sotschi (Russland) lieferte Eder starke Einzelrennen, allerdings verpasste er die Medaillenränge jeweils nur knapp. Im Sprint hatte er als Siebenter nur 13 Sekunden Rückstand auf den Sieger, in der Verfolgung wurde er Achter und vergab die Chance auf einen ganz vorderen Platz erst durch Fehler beim letzten Schießen. Im Einzelrennen über 20 Kilometer erreichte er Platz vier und lag dabei nur 3,3 Sekunden hinter Bronzegewinner Jewgenij Garantschew aus Russland. Die erhoffte Medaille gelang schließlich in der Staffel, die Eder gemeinsam mit Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Christoph Sumann auf dem dritten Platz beendete. Zu Saisonende gelang dem Saalfeldener noch sein 2. Weltcupsieg im norwegischen Oslo.

In der Saison 2014/2015 war Eder Gesamt-Elfter im Weltcup. Höhepunkt des Winters war ein zweiter Platz in der Verfolgung von Antholz (ITA), wobei er sich im Zielsprint dem Sieger Simon Schempp (GER) nur um 0,1 Sekunden geschlagen geben musste. Nur Teilerfolge brachte die Weltmeisterschaft in Kontiolahti (FIN) mit Platz 12 vom 46. Startplatz aus in der Verfolgung sowie der unerwartete fünfte Platz in der Mixed-Staffel.

Die Saison 2015/2016 war bislang seine erfolgreichste. Im Weltcup siegte er im Verfolger in Ruhpolding und belegte noch zwei zweite und ein dritten Platz. Bei den Weltmeisterschaften in Oslo gewann er am 10. März 2016 seine erste Einzelmedaille. Im Einzelwettkampf errang er hinter seinem Teamkollegen Dominik Landerdinger mit dem dritten Rang die Bronzemedaille.

Die Weltcupsaison 2016/2017 verlief durch mehrere Krankheiten nicht nach Wunsch und konnte er bei den Rennen keine Podestplätze erreichen. Nachdem die Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen in den Einzeldisziplinen und im Team-Mixed trotz guter Leistungen nicht ganz nach Wunsch verlief, schaffte die Staffel am 18. Februar 2017 mit Simon Eder, Julian Eberhard, Daniel Mesotitsch und Dominik Landertinger beim vorletzten Wettbewerb mit dem dritten Platz die Bronzemedaille. Tags darauf am 19. Februar schaffte er im Massenstart mit null Fehlern beim Schießen ebenfalls den ausgezeichneten dritten Platz und somit seine zweite Bronzemedaille.

Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang (Südkorea) trat er bei sechs Wettbewerben an und erreichte dabei einen vierte Platz in der Staffel und einen 10 Rang bei der Mixed-Staffel.

Privates

Simon Eder und seine Lebensgefährtin Kati sind seit Sommer 2014 Eltern einer Tochter namens Marlene. Sandra Flunger, die Cousine von Simon Eder, war ebenfalls aktive Biathlonsportlerin und hat als Trainerin maßgeblichen Anteil am Aufbau eines schlagkräftigen österreichischen Frauen-Biathlonteams.

Erfolge

  • 1x Olympia-Silber mit der Staffel (2010)
  • 1x Olympia-Bronze mit der Staffel (2014)
  • 1x WM-Silber mit der Staffel (2009)
  • 3x WM-Bronze (2016 und 2017 sowie 2017 mit der Staffel)
  • 1x Junioren-Weltmeister (2002)
  • 1x Bronze Junioren-WM (2004)
  • 1x Gold Junioren-EM (2003)
  • 3 Weltcupsiege im Einzel
  • 5 Weltcupsiege in der Staffel (inklusive Single-Mixed)
  • 20 Podiumsplätze im Einzel
  • 17 Podiumsplätze im Weltcup mit der Staffel (inklusive Single-Mixed)

Olympische Winterspiele

Platzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Jahr Ort Disziplin Nation
6. 2010 Vancouver Einzelwettkampf CAN
25. 2010 Vancouver Massenstart CAN
4. 2010 Vancouver Verfolgung CAN
2. 2010 Vancouver Staffel CAN
11. 2010 Vancouver Sprint CAN
7. 2014 Sotschi Sprint RUS
8. 2014 Sotschi Verfolgung RUS
4. 2014 Sotschi Einzelwettkampf RUS
4. 2014 Sotschi Massenstart RUS
3. 2014 Sotschi Staffel RUS
28. 2018 PyeongChang Sprint KOR
14. 2018 PyeongChang Verfolgung KOR
11. 2018 PyeongChang Einzelwettkampf KOR
14. 2018 PyeongChang Massenstart KOR
10. 2018 PyeongChang Mixed-Staffel KOR
4. 2018 PyeongChang Team Staffel KOR


Weltmeisterschaften

Platzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Jahr Ort Disziplin Nation
68. 2007 Antholz-Anterselva Einzelwettkampf ITA
6. 2007 Antholz-Anterselva Verfolgung ITA
33. 2008 Östersund Sprint SWE
23. 2008 Östersund Verfolgung SWE
20. 2008 Östersund Einzelwettkampf SWE
4. 2008 Östersund Staffel SWE
15. 2008 Östersund Massenstart SWE
8. 2009 Pyeong Chang Massenstart KOR
2. 2009 Pyeong Chang Staffel KOR
8. 2009 Pyeong Chang Sprint KOR
14. 2009 Pyeong Chang Verfolgung KOR
17. 2011 Khanty-Mansiysk Sprint RUS
14. 2011 Khanty-Mansiysk Verfolgung RUS
17. 2011 Khanty-Mansiysk Einzelwettkampf RUS
9. 2011 Khanty-Mansiysk Staffel RUS
9. 2011 Khanty-Mansiysk Massenstart RUS
46. 2012 Ruhpolding Sprint GER
34. 2012 Ruhpolding Verfolgung GER
23. 2012 Ruhpolding Einzelwettkampf GER
5. 2012 Ruhpolding Staffel GER
10. 2013 Nove Mesto Sprint CZE
12. 2013 Nove Mesto Verfolgung CZE
42. 2013 Nove Mesto Einzelwettkampf CZE
5. 2013 Nove Mesto Staffel CZE
18. 2013 Nove Mesto Massenstart CZE
5. 2015 Kontiolahti Mixed Staffel FIN
20. 2015 Kontiolahti Einzelwettkampf FIN
19. 2015 Kontiolahti Massenstart FIN
12. 2015 Kontiolahti Verfolgung FIN
5. 2015 Kontiolahti Staffel FIN
5. 2016 Oslo Holmenkollen Mixed-Staffel NOR
27. 2016 Oslo Holmenkollen Sprint NOR
16. 2016 Oslo Holmenkollen Verfolger NOR
3. 2016 Oslo Holmenkollen Einzelwettkampf NOR
4. 2016 Oslo Holmenkollen Staffel NOR
11. 2016 Oslo Holmenkollen Massenstart NOR
9. 2017 Hochfilzen Mixed-Staffel AUT
22. 2017 Hochfilzen Sprint AUT
12. 2017 Hochfilzen Verfolgung AUT
12. 2017 Hochfilzen Einzelwettkampf AUT
3. 2017 Hochfilzen Staffel AUT
3. 2017 Hochfilzen Massenstart AUT


Weltcup

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Jahr Ort Nation
3. Staffel 2007 Pokljuka SLO
2. Verfolgung 2009 Antholz-Anterselva ITA
3. Sprint 2009 Trondheim NOR
2. Verfolgung 2009 Trondheim NOR
2. Massenstart 2009 Trondheim NOR
1. Massenstart 2009 Khanty-Mansiy RUS
3. Staffel 2009 Östersund SWE
2. Verfolgung 2009 Hochfilzen AUT
1. Staffel 2009 Hochfilzen AUT
3. Verfolgung 2009 Pokljuka SLO
2. Verfolgung 2010 Hochfilzen AUT
3. Staffel 2012 Antholz-Anterselva ITA
3. Staffel 2013 Ruhpolding GER
3. Staffel 2013 Antholz-Anterselva ITA
2. Einzelwettkampf 2013 Östersund SWE
2. Staffel 2013 Annecy-Le Grand Bornand FRA
1. Staffel 2013 Ruhpolding GER
1. Verfolgung 2014 Oslo Holmenkollen NOR
3. Massenstart 2014 Pokljuka SLO
2. Verfolgung 2015 Antholz-Anterselva ITA
3. Staffel 2015 Oslo Holmenkollen NOR
1. Verfolgung 2016 Ruhpolding GER
2. Einzelwettkampf 2016 Ruhpolding GER
3. Staffel 2016 Ruhpolding GER
2. Single-Mixed 2016 Canmore CAN
2. Single-Mixed 2016 Östersund SWE
2. Staffel 2017 PyeongChang KOR
2. Verfolgung 2017 Kontiolahti FIN
1. Single-Mixed-Staffel 2017 Kontiolahti FIN
2. Verfolgung 2017 Oslo Holmenkollen NOR
1. Mixed Staffel 2017 Oslo Holmenkollen NOR
3. Massenstart 2017 Oslo Holmenkollen NOR
1. Single-Mixed-Staffel 2017 Östersund SWE
2. Staffel 2018 Oslo NOR
2. Single-Mixed-Staffel 2018 Pokljuka SLO
3. Einzelwettkampf 2018 Pokljuka SLO
3. Staffel 2019 Oberhof GER


Bilder

 Simon Eder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quelle