Umfahrung Schüttdorf

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Blick vom Keilberg auf Schüttdorf
Schüttdorf, vom Erlberg aufgenommen

Für den Ortsteil Schüttdorf in der Stadtgemeinde Zell am See wird aufgrund der massiven Zunahme des Verkehrsaufkommens seit Jahren eine Umfahrung Schüttdorf gefordert.

Anlass

Schüttdorf ist mit rund 6.000 von insgesamt knapp 9.000 Bewohnern und Bewohnerinnen der Stadt der bevölkerungsreichste Stadtteil von Zell am See. Nach einem wild wuchernden Wachstum durch den Bau von einem Einkaufszentrum, von Supermärkten und von Wohnsiedlungen, weist Schüttdorf mittlerweile ein überaus hohes Verkehrsaufkommen auf. Vor allem der hausgemachte Verkehr zu den Einkaufszentren, Betrieben und Wohnsiedlungen, aber auch der Durchzugsverkehr bestimmt das Verkehrsaufkommen. Der Durchzugsverkehr erfolgt - von Schüttdorf aus gesehen – aus und in Richtung Zell am See und Saalfelden, aus und in Richtung Oberpinzgau, sowie aus und in Richtung Bischofshofen. In den Stoßzeiten und in der Hauptsaison kommt es daher trotz der Umfahrung von Zell am See, die durch einen Millionen Euro teuren Tunnel führt, weiterhin häufig zu Kolonnenbildung und Staus. Die Belastung der Anrainer durch den „stop and go“-Verkehr und die damit einhergehende Abgas- und Lärmentwicklung ist unzumutbar hoch.

Projekte

Es gibt mehrere Umfahrungsvarianten. Die sogenannte „große“ sowie deren Varianten soll teilweise auf Brucker Gemeindegebiet der Salzach entlang geführt werden, die sogenannte „kleine“ sowie deren Varianten auf einem Damm durch den Ort selbst. Gegen beide Varianten sprechen der Bodenverbrauch und die Interessen der teils massiv und hautnah betroffenen Anrainer und Anrainerinnen. Eine Variante am Bestand, wie sie nach langen und heftigen Diskussionen und Streitereien in Saalfelden derzeit umgesetzt wird, steht angeblich nicht zur Debatte.

Hochwasserschutz

Zu guter Letzt ist im Zusammenhang mit der Umfahrung der für Schüttdorf und den Ortsteil Zeller Moos (Zell am See) dringend erforderliche Hochwasserschutz ein Thema. Dieser betrifft einerseits die Salzach und andererseits den Bruckbergkanal. Grundbesitzer aus Bruck an der Großglocknerstraße haben aber die Zurverfügungstellung der für den Hochwasserschutz an der Salzach benötigten Grundflächen, vorgeblich wegen des für ihre Existenz bedrohlichen Grundbedarfs, mit dem Abgehen von der großen Umfahrungs-Variante verknüpft, was auch durch einen Beschluss der Gemeindevertretung Bruck unterstützt wird. Neben dem dringend erforderlichen Hochwasserschutz an der Salzach - wie die Ausweitung des Flussbettes und die Herstellung von Rezessionsflächen, gilt es aber auch noch den Ausbau und die Verlegung von Teilen des Bruckbergkanals zu planen und umzusetzen, da dessen Fassungs- und Ableitungsvermögen für den Hochwasserschutz der Ortsteile Zeller Moos und Schüttdorf entscheidende Bedeutung hat. Bezeichnenderweise wird nun auch dieses Vorhaben mit einer der Umfahrungsvarianten verknüpft und dafür die dadurch angeblich wesentlich geringeren Kosten als Argument angeführt.

Verkehrsberuhigung

Der Ausgang der Umfahrungs-Diskussion ist derzeit – im Juli 2014 - völlig offen. Andere Ideen zur Verkehrsberuhigung als die erwähnten Umfahrungsvarianten sind nicht in Sicht. Die Vergrößerung des Verkehrsaufkommens, die der Ausbau von Verkehrswegen üblicherweise nach sich zieht, ist kein Thema. Auch eine Variante am Bestand wird angeblich nicht ernsthaft in Betracht gezogen.

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer
  • Gespräch mit Bürgern und Bürgerinnen des Ortsteiles Zeller Moos