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Bundesstraße

das Salzburger Landesstraßennetz, Stand 2016, das Bild kann man durch Anklicken vergrößern

Das Bundesland Salzburg hat Anteil an 25 ehemaligen österreichischen Bundesstraßen, jetzt Landesstraßen, die seit einer Novelle 2002 alle unter Landesverwaltung stehen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Bundesverfassung (Art. 10 Abs. 1 Z 9 des Bundes-Verfassungsgesetzes) umschreibt Bundesstraßen als die „wegen ihrer Bedeutung für den Durchzugsverkehr durch Bundesgesetz als Bundesstraßen erklärten Straßenzüge“. Der Bundesgesetzgeber hat damit beträchtliche Freiheit, Straßenzüge zu Bundesstraßen zu erklären oder auch nicht. Heute sind im Land Salzburg nur noch die beiden Autobahnen A 1 (Westautobahn) und A 10 (Tauernautobahn) Bundesstraßen. Bau und Erhaltung der Bundesstraßen sind Sache des Bundes. Sie gehören der Republik Österreich (Bund) und werden von der ASFINAG betreut.

Bundesstraßen wurden zu Landesstraßen

Früher war das Bundesstraßennetz wesentlich umfangreicher und umfasste außer den Bundesstraßen A (Autobahnen) und Bundesstraßen S (Schnellstraßen auch noch die „gewöhnlichen“ Bundesstraßen B.

Mit dem Bundesstraßen-Übertragungsgesetz[1] und dem Salzburger Bundesstraßen-Übernahmegesetz,[2] LGBl. Nr. 61/2002, wurden die Bundesstraßen B in Salzburg mit 1. April 2002 als Bundesstraßen aufgelassen und vom Landesgesetzgeber zu Landesstraßen mit der Bezeichnung „Landesstraßen B“ erklärt. Sie wurden dadurch vom Eigentum des Bundes in das des Landes Salzburg überführt. Verwirrend ist in diesem Zusammenhang nur, dass die alten Bezeichnungen – "B" (für Bundesstraße) mit fortlaufender Nummer" – bis heute beibehalten wurden.

Liste der Bundesstraßen – Landesstraßen B

Die B 1 erreicht das Bundesland Salzburg kurz vor Brunn, Marktgemeinde Straßwalchen, und endet am Bundesstraßen-Grenzübergang Walserberg
Die B 95 erreicht das Bundesland Salzburg kurz vor Kendlbruckin Ramingstein im Lungau und mündet in Mauterndorf in die Katschberg Straße (B 99).
Die B 96 erreicht das Bundesland Salzburg kurz vor Seethal in Tamsweg im Lungau und endet an der Autobahnanschlussstelle St. Michael im Lungau (Mautstelle St. Michael) der Tauernautobahn (A 10).
Die B 99 führt über den Radstädter Tauernpass und den Katschbergpass nach Kärnten und ist die klassische Ausweichroute für Staus auf der Tauernautobahn.
Die B 147 beginnt im Zentrum Straßwalchens an der B 1 und verlässt Salzburg nach wenigen Kilometern in Richtung Innviertel (Oberösterreich).
Die B 150 verläuft beinahe zur Gänze auf Salzburger Stadtgebiet.
Die B 152 führt entlang des Südufers des Attersees über Salzburger Gebiet, steht aber unter oberösterreichischer Verwaltung.
Die B 154 führt größtenteils durch Oberösterreich – besonders durch das Mondseeland –, nur die ersten Kilometer zwischen Straßwalchen und Oberhofen am Irrsee sowie die letzten zwischen Scharfling und St. Gilgen verlaufen auf Salzburger Landesgebiet.
Ebenfalls nur kurz ist die Anbindung an die nach München führende und auf deutschem Gebiet als Münchener Straße (B 304) bezeichnete deutsche Bundesstraße.
Die B 156 verbindet Salzburg mit Oberndorf bei Salzburg und Lamprechtshausen, bevor sie kurz vor Moosdorf die oberösterreichische Landesgrenze erreicht.
Die Abzweigung führt seit dem Bau der Oberndorfer Umfahrung von der B 156 durch den Ort zur Grenze an der Länderbrücke.
Die B 158 führt am Salzburgring vorbei in das Salzkammergut und verlässt kurz nach Aigen-Voglhub das Salzburger Landesgebiet.
Die B 159 führt auf der linken Seite der Salzach von Anif nach Hallein und dann weiter bis zur B 311 nach Bischofshofen.
Die B 160 wird nach wenigen Kilometern zur deutschen B 305, die nach Berchtesgaden und weiter nach Bernau am Chiemsee führt.
Die B 161 verbindet den Pinzgau mit Tirol und ist Teil der Zufahrt von der Inntalautobahn (A 12) zum Felbertauerntunnel.
Die B 162 führt durch das Lammertal bis zur Einmündung in die B 166 bei Lindenthal.
Die B 163 führt von Altenmarkt über Wagrain bis zur B 311 in St. Johann im Pongau.
Die B 164 verläuft südlich des Hochkönigstocks und führt über Saalfelden am Steinernen Meer und Leogang quer durch den Pinzgau, bevor sie am Grießenpass kurz vor Hochfilzen (Nordtirol) das Landesgebiet verlässt.
Die B 165 führt auf der alten Gerlosstraße über den Gerlospass nach Nordtirol in das Zillertal.
Die B 166 führt aus dem Pongau in das oberösterreichische Salzkammergut und überquert am Pass Gschütt die Landesgrenze
Die B 166 führt aus dem Pongau in das oberösterreichische Salzkammergut und überquert am Pass Gschütt die Landesgrenze.
Die B 167 führt durch das Gasteinertal zur Zugverladestelle der Tauernschleuse in Böckstein.
Die B 168 verbindet die zwei Hauptorte des Oberpinzgaus miteinander.
Die B 178 ist die Verbindung vom Kleinen deutschen Eck über Lofer nach Nordtirol und eine beliebte Abkürzung für die Autobahnroute Salzburg – Wörgl über Rosenheim.
Die B 311 war für den Ausbau zur Schnellstraße vorgesehen, daher die hohe 300er-Nummer. Sie führt durch das Salzachtal nach Zell am See und dann Richtung Norden nach Lofer.
Die B 320 führt von Altenmarkt bis kurz vor Mandling auf Salzburger Landesgebiet der Enns entlang.

Geschichte

Beim Zerfall der Habsburgermonarchie bildete sich im Jahr 1918 die Republik Deutsch-Österreich, ab 1919 nur mehr: Österreich, und wandelte sich 1920 in einen aus Bund und Ländern gebildeten Bundesstaat um. Die Reichsstraßen der Monarchie wurden durch das Bundesstraßengesetz von 1921[3] größtenteils übernommen: Die Gesamtlänge des Bundesstraßennetzes betrug 3620,4 km, die der nicht übernommene Reichsstraßen 235 km.[4] Im Land Salzburg hatte im Jahr 1907 die Gesamtstreckenlänge des Reichsstraßennetzes 363,803 km betragen, die Länge der im Jahr 1921 festgelegten Bundesstraßen war jedoch um rund 8 km geringer und betrug 351,7 km.

Bundesstraßen in der Zwischenkriegszeit

Von 1921 bis 1938 bestanden im Land Salzburg folgende Bundesstraßen:[3]

LNr. Name Verlauf 1921, 1933[5] Länge in km
1921/1933
heutige (ungefähre) Entsprechung (im Land Salzburg)
1. Linzer Straße von Salzburg über Straßwalchen zur Landesgrenze [1921:] bei Watzelsberg / [1933:] gegen Frankenmarkt 31,8/31,9 Teil der B 1 Wiener Straße; in der Stadt Salzburg: ident mit der Linzer Bundesstraße
2. Grazer Straße von der Linzer Straße in Salzburg über St. Gilgen zur Landesgrenze bei Aigen 45,5/47,4 B 158 Wolfgangsee Straße; in der Stadt Salzburg ident teils mit der Minnesheimstraße, teils mit der Grazer Bundesstraße
3. Mattighofner Straße von der Linzer Straße in Straßwalchen zur Landesgrenze [1921:] bei Ameisberg / [1933:] gegen Mattighofen 1,5/1,1 B 147 Braunauer Straße
4. Kärntner Straße von Salzburg über Morzg, Werfen und Radstadt zur Landesgrenze am Katschberg 127,8/128,1 B 159 Salzachtal Straße und B 99 Katschberg Straße
5. Steierer Straße von der Kärntner Straße in Radstadt zur Landesgrenze bei Mandling 8,4 B 320 Ennstal Straße
6. Gasteiner Straße von der Kärntner Straße nächst Werfen über Lend nach Bad Gastein 50,2 B 167 Gasteiner Straße
7. Pinzgauer Straße von der Gasteiner Straße in Lend über Mittersill zur Landesgrenze am Pass Thurn 56,8/57,0 B 311 Pinzgauer Straße bis Zell am See – B 168 Mittersiller Straße
8. Münchner Straße von Salzburg zur Staatsgrenze [1921:] bei Rott [1933:] gegen Freilassing 6,6/6,7 B 155 Münchener Straße
9. Innsbrucker Straße von [1921:] Salzburg / [1933:] der Münchner Straße zur Staatsgrenze gegen Reichenhall 8/7,8 Teil der B 1 Wiener Straße bis Wals, dann Großgmainer Landesstraße (L 114); in der Stadt Salzburg ident mit der Innsbrucker Bundesstraße
10. Salzburger Straße von der Landesgrenze am Steinpass über Lofer zur Landesgrenze am Pass Strub 14,1 B 178 Loferer Straße
Gesamtstreckenlänge 351,7/352,7

Umwandlung zu Reichsstraßen 1938 bis 1945

Hauptartikel Reichsstraßen

Bundesstraßen von 1945 bis 2002

Das Bundesstraßengesetz 1948[6] brachte in systematischer Hinsicht die Neuerung, dass Wien als Zentrum des Bundesstraßennetzes angesehen und danach das Bundesstraßennetz neu eingeteilt wurde. Z.B. wurde die „Wiener Straße“ als von Wien über Linz, Salzburg und Innsbruck nach Bregenz verlaufend festgelegt. Landesgrenzen spielten dabei keine Rolle mehr; vorher hatte diese Trasse jedoch z.B. in Oberösterreich von der Landeshauptstadt in Richtung Wien „Wiener Straße“ und in Richtung Salzburg „Salzburger Straße“ “ geheißen, in Salzburg von der Landeshauptstadt in Richtung Linz „Linzer Straße“, in Tirol und im Pinzgau von Innsbruck bis zur Staatsgrenze ebenfalls „Salzburger Straße, usw. Viele unorthographische Getrenntschreibungen wurden geschaffen, z.B. „Ennstal Straße“.

Name Verlauf Länge in km ab heutige (ungefähre) Entsprechung (im Land Salzburg)
Attersee Straße Von der Landesgrenze bei Thalgau zur Wolfgangsee Straße bei Hof 10 1948 L 117 Enzersberg Landesstraße, östlicher Teil der L 103 Thalgauer Landesstraße
Berchtesgadener Straße Von der Salzachtal Straße bei Anif über St. Leonhard zur Staatsgrenze gegen Berchtesgaden beim Hangenden Stein 4 1948 B 160 Berchtesgadener Straße
Ennstal Straße Von der Salzachtal Straße nächst Bischofshofen über Radstadt zur Landesgrenze auf dem Mandlingpaß 32 1948 B 99 Katschberg Straße bis Altenmarkt, B 320 Ennstal Straße
Katschberg Straße Von der Ennstal Straße in Radstadt über Obertauern, Mauterndorf und St. Michael im Lungau zur Landesgrenze auf der Katschberghöhe 55 1948 B 320 Ennstal Straße bis Altenmarkt im Pongau, B 99 Katschberg Straße
Mattighofner Straße von der Wiener Straße in Straßwalchen zur Landesgrenze [gegen Mattighofen 1 1948 B 147 Braunauer Straße
Mittelpinzgauer Straße Von der Wiener Straße in Lofer über Saalfelden am Steinernen Meer und Zell am See zur Salzachtal Straße in Bruckberg 41 1948 Teil der B 311 Pinzgauer Straße
Münchener Straße Von der Wiener Straße in Salzburg zur Staatsgrenze bei Freilassing 4 1948 B 155 Münchener Straße
Obere Murtal Straße Von der Landesgrenze bei Predlitz über Tamsweg zur Katschberg Straße in Mauterndorf 24 1948 B 95 Turracher Straße
Salzachtal Straße Von der Wiener Straße in Salzburg über Anif, Hallein, Golling an der Salzach, Bischofshofen, Lend, Bruck an der Großglocknerstraße, Bruckberg und Uttendorf zur Landesgrenze auf dem Pass Thurn 137 1948 B 159 Salzachtal Straße, B 311 Pinzgauer Straße bis Bruck an der Großglocknerstraße, L 257 Brucker Landesstraße, B 168 Mittersiller Straße
Wiener Straße Von der Landesgrenze bei Straßwalchen über Salzburg zur Staatsgrenze gegen Bad Reichenhall und von der Staatsgrenze am Steinpass über Lofer zur Landesgrenze auf dem Pass Strub 56 1948 B 1 Wiener Straße im Flachgau, B 178 Loferer Straße im Pinzgau
Wolfgangsee Straße Von der Wiener Straße in Salzburg über St. Gilgen zur Landesgrenze bei Aigen-Voglhub 48 1948 B 158 Wolfgangsee Straße
Gasteiner Straße Von der Salzachtal Straße in Lend über Bad Gastein zum Bahnhof Böckstein 29 1949 B 167 Gasteiner Straße
Lamprechtshausener Straße Von der Wiener Straße in Salzburg über Oberndorf bei Salzburg und Lamprechtshausen 29 1949 B 156 Lamprechtshausener Straße
Mondsee Straße Von der Wiener Straße bei Straßwalchen zur Landesgrenze gegen Oberhofen am Irrsee [dann über oberösterreichisches Gebiet] und von der Landesgrenze bei Scharfling zur Wolfgangsee Straße in St. Gilgen 9 1949 B 154 Mondsee Straße
Mooshamer Straße Von der Oberen Murtal Straße bei Tamsweg zur Katschberg Straße bei St. Michael im Lungau 11 1950 Teil der B 96 Murtal Straße
Gerlos Straße Von der Landesgrenze am Gerlospass über Wald und Mühlbach zur Salzachtal Straße nächst Mittersill 35 1951 B 165 Gerlos Straße
Paß Gschütt Straße Von der Salzachtal Straße bei Golling über Abtenau zur Landesgrenze auf dem Pass Gschütt 30 1951 B 166 Paß Gschütt Straße

Das Bundesstraßengesetz 1971[7], schuf die noch heute (2018) für das Land Salzburg maßgebliche Einteilung des Bundesstraßennetzes (jetzt: Netzes der Landesstraßen B). Dabei waren insbesondere einige Schnellstraßen vorgesehen:

  • Jener Teil der B 1 Wiener Straße, der von der Staatsgrenze am Steinpaß über Lofer zur Landesgrenze auf dem Paß Strub und weiter nach Wörgl führte, sollte durch eine Schnellstraße (S 12) ersetzt werden. Diese Schnellstraße wurde allerdings nie gebaut, die Strecke wurde 1999 als B 178 Loferer Straße benannt;
  • ein Teil der B 159 Salzachtal Straße sollte durch die S 11 Pinzgauer Straße, ersetzt werden; daher ließ man die B 159 Salzachtal Straße schon in Bischofshofen enden, dementsprechend wurden andere Teilstrecken der B 159 Salzachtal Straße teils zu Teilstrecken anderer Bundesstraßen erklärt, teils − nach Umplanung der nicht gebauten S 11 Pinzgauer Straße zur B 311 Pinzgauer Straße und deren Fertigstellung − als Bundesstraßen aufgelassen[8] (jedoch vereinzelt als Landesstraßen übernommen, wodurch etwa die L 257 Brucker Landesstraße [siehe dort] entstand).
  • die Ennstal Straße (die von Altenmarkt ostwärts verlief) sollte durch die S 8 Ennstal Schnellstraße ersetzt werden; auch dieser Straßenzug blieb eine normale Bundesstraße.

[vorläufiges Ende des Abschnitts "Geschichte"]

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. BGBl. I Nr. 50/2002.
  2. eigentlich: Gesetz vom 24. April 2002, mit dem die im Land Salzburg bisher bestehenden Bundesstraßen B als Landesstraßen übernommen werden, LGBl. Nr. 61/2002
  3. 3,0 3,1 Bundesgesetz, betreffend die Bundesstraßen, BGBl. Nr. 387/1921; Verzeichnis neu gefasst durch die Verordnung der Bundesregierung vom 9. Juni 1933 über die Erklärung einiger Straßenzüge als Bundesstraßen, BGBl. Nr. 280/1933.
  4. Vorlage der Bundesregierung: Bundesgesetz, betreffend die Bundesstraßen, 253 BlgNR I. GP, S. 20 f.
  5. Bei geringfügigen Abweichungen der Beschreibung folgt der Tabellentext der Fassung von 1933.
  6. Bundesgesetz vom 18. Februar 1948, betreffend die Bundesstraßen (Bundesstraßengesetz — B. St. G.)., BGBl. Nr. 59/1948; Verzeichnis A: S. 301; Verzeichnis B: S. 309; Verzeichnis C: S. 314; Verzeichnis D: S. 318
  7. Bundesgesetz vom 16. Juli 1971, betreffend die Bundesstraßen (Bundesstraßengesetz 1971 — BStG 1971), BGBl. Nr. 286/1971.
  8. Kundmachung des Bundesministers für Bauten und Technik vom 8. Februar 1977 gemäß § 33 Abs. 4 des Bundesstraßengesetzes 1971 hinsichtlich des Landes Salzburg, BGBl. Nr. 112/1977.