Leben

Auf die Vorsorgeuntersuchung nicht vergessen

Wer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht, reduziert sein Risiko, schwer zu erkranken, erheblich. Ab dem 18. Geburtstag ist der Gesundheitscheck möglich.

Das Vorsorgeangebot der Salzburger Ärztinnen und Ärzte SN/ärztekammer
Das Vorsorgeangebot der Salzburger Ärztinnen und Ärzte

Die Vorsorgeuntersuchung ist ein enorm wichtiger Gesundheitscheck, den jeder ab dem vollendeten 18. Lebensjahr kostenlos in Anspruch nehmen kann. Das COVID -Jahr 2020 hat einen Rückgang von 10 bis 15 Prozent bei den Vorsorgeuntersuchungen gebracht. Vorher nutzten dieses Angebot jährlich 1,1 Millionen Menschen in Österreich - etwa drei Mal so viele wie noch 1990. Eigentlich sollten mindestens doppelt so viele von dieser sinnvollen Prävention Gebrauch machen.

Vorbeugen statt reparieren

Eine Vorsorgeuntersuchung, die man einmal pro Jahr kostenlos machen kann, wird von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten mit Kassenvertrag aus den Fachrichtungen Allgemeinmedizin (Hausärztinnen und Hausärzte), Innere Medizin und Lungenheilkunde durchgeführt. Auch bei Wahlärztinnen und Wahlärzten kann die Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden. Untersucht werden Größe, Gewicht, Blutdruck, Laborwerte (Leber, Cholesterin, Zucker, bei Frauen auch das Blutbild) und Harnwerte. Auch der PSA -Wert kann bei Männern ab dem 50. Lebensjahr bestimmt werden. Die Patientinnen und Patienten werden von Kopf bis Fuß angeschaut und untersucht. Mit diesen Werten und der körperlichen Untersuchung wird dann eine Gesamtbeurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands vorgenommen. Dieser stellt auch die Basis für mögliche weitere Untersuchungen dar.

Erster Ansprechpartner bei der Vorsorge (Prävention) sollte die Hausärztin bzw. der Hausarzt sein. Die Zusammenarbeit mit allen Fachrichtungen der Medizin ist essenziell. Notwendige präventive Untersuchungen werden empfohlen und bei krankhaften Befunden wird die weitere Abklärung eingeleitet.
Dr. Peter Kowatsch, Vorsorgereferent der Ärztekammer für Salzburg

Sollten schon Vorerkrankungen bekannt sein oder Patienten spezielle Werte interessieren, werden zusätzliche Untersuchungen gemacht. Zum Teil sind diese Untersuchungen allerdings kostenpflichtig. Der Check dient vor allem einem Zweck: "Je früher eine Erkrankung oder drohende Gesundheitsstörung erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung", so Salzburgs Vorsorgereferent in der Ärztekammer, Dr. Peter Kowatsch. Bei der Untersuchung wird auch das Rauch-, Alkoholkonsum- und Bewegungsverhalten protokolliert. Ein besonders großes Problem stellt Übergewicht dar. Gerade seit der Coronazeit zeigt die Waage bei vielen Österreicherinnen und Österreichern ein paar Kilogramm zu viel an. Mit dem Bauchumfang ist aber nicht zu scherzen. Bei Männern sollte dieser nicht mehr als 102 Zentimeter betragen und bei Frauen nicht mehr als 88 Zentimeter. "Das Herz-Kreislauf-Risiko steigt mit jedem Zentimeter an Bauchumfang. Daher ist jede Anstrengung und Aktivität hilfreich und gesund, die dazu beiträgt, den Bauchumfang zu verkleinern", so Kowatsch.

Die Vorsorgeuntersuchung deckt Krankheiten auf, die nicht offensichtlich ins Auge fallen. Das sind vor allem Bluthochdruck und Diabetes, aber auch häufige Krebserkrankungen. "Bei Diabetes verspürt man einen größeren Durst, aber sonst merkt man häufig gar nichts. Auch einen erhöhten Blutdruck spürt man nicht. Wenn Rohre lange Zeit unter hohem Druck und hoher Temperatur stehen, dann werden sie schneller schadhaft als Rohre, die dieser Belastung nicht ausgesetzt sind. Genauso ist es bei den Arterien, den "Leitungsrohren des Blutes" durch unseren Körper", so Kowatsch.

Früh übt sich, wer gesund bleiben will

Schon ab 18 Jahren sollte man die Untersuchung durchführen, um einen Basis-Check zu machen. Das hat den großen Vorteil, dass bereits der junge Mensch um seine genetischen Prädispositionen weiß und man bereits mit kleinen Veränderungen des Lebensstils viel Gutes im Körper bewirken kann. Komplett gesunde und junge Menschen können den Rhythmus auf alle zwei bis drei Jahre verlängern. Spätestens nach dem 50. Lebensjahr sind jährliche Gesundenuntersuchungen mehr als sinnvoll.
"Mit zunehmendem Alter kommen weitere Überprüfungen hinzu. So können die Vorsorgeuntersuchungen ihre optimale Wirksamkeit entfalten", so Kowatsch.

Der Impfcheck bei der Vorsorgeuntersuchung

Nehmen Sie Ihre Impfunterlagen zur Untersuchung mit. Ihr Arzt des Vertrauens wird Sie auf Impfungen, die aufzufrischen sind, hinweisen und Ihnen wichtige und notwendige Impfungen empfehlen. Impfungen sind mit die erfolgreichsten Vorsorgemaßnahmen der Medizingeschichte.

Vorsorge beginnt schon vor der Geburt

Schon während der Schwangerschaft sollten alle Mutter-Kind-Pass-Termine eingehalten werden und bis zum sechsten Lebensjahr ist es für eine optimale gesunde Entwicklung Ihrer Kinder ein großer Vorteil, wenn der Hausarzt und Kinderarzt die Kinder durchcheckt.


 

Gastautor
Dr. Peter Kowatsch
Vorsorgereferent der Ärztekammer für Salzburg


Aufgerufen am 17.05.2022 um 03:18 auf https://www.sn.at/leben/auf-die-vorsorgeuntersuchung-nicht-vergessen-115837576

Kommentare

Schlagzeilen