Chronik

Alle in Salzburg verfügbaren Hubschrauber heben für Schneeräumung ab

Bis zu zwölf Hubschrauber sind am Freitag im ganzen Land Salzburg gleichzeitig in der Luft, um dieses lang ersehnte Wetterfenster optimal zu nützen. Die Mission der Piloten und Experten an Bord: Erkundungsflüge, Downwash-Einsätze und, wo es möglich ist, Lawinen absprengen.

Die Rotoren drehen sich, der imposante Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres hebt ab. Im Flachgau ist er gerade unterwegs, um mit dem Wind der Rotorblätter Bäume von der Schneelast zu befreien. Insgesamt steigen am Freitag zwölf Hubschrauber auf, vier Maschinen davon vom Bundesheer, aber auch einige von privaten Unternehmen.

Downwash-Flüge für neuralgische Verkehrsverbindungen

"Das ist für uns besonders wichtig, weil damit eventuell neuerliche Straßensperren vermieden werden können, es kommt ab Sonntag ja wieder viel Schnee, Schneeregen und Sturm", sagt Norbert Altenhofer direkt aus dem Einsatzstab des Landes. Zahlreiche Hubschrauber sind an den neuralgischen Stellen für Downwash-Aktionen und weitere Erkundungen unterwegs.

Fest steht, wo sie fliegen, aber nicht der exakte Zeitpunkt, der ist wetterabhängig:

  • Wiestal Straße
  • Russenstraße
  • Hinterseer Straße
  • Tiefbrunnauer Straße
  • Plainfelder Straße
  • Pass Gschütt
  • Krispler Straße
  • B 162 Richtung Scheffau
  • Bad Vigaun - Rengerberg
  • Abtenau
  • Großarler Landesstraße
  • Filzmooser Straße
  • Loferer Straße
  • Pass Thurn
  • Hochkönig Straße
  • Embacher Landesstraße

Erster Blick ins verschneite Land

Das relativ schöne Wetter ermöglicht am Freitag einen ersten Blick ins Land - und das aus der Luft. "Unsere Lawinenwarnkommissionen haben das sehnsüchtig erwartet, denn so können sie die Lage besser einschätzen, alles für die Sicherheit der Salzburgerinnen und Salzburger sowie aller Gäste im Land", betont Altenhofer. Auch die Salzburg AG bekommt durch die Erkundungsflüge neue Informationen, wo es Schäden bei den Stromleitungen gibt oder in den kommenden Tagen noch geben könnte.

Lawinensprengungen aus dem Hubschrauber

"Wo es möglich ist, werden auch Lawinen vom Hubschrauber aus abgesprengt", sagt Norbert Altenhofer, der auch Leiter des Salzburger Lawinenwarndienstes ist. In Flachauwinkl an der A10 ist auch eine Sprenganlage defekt, ein Hubschrauber wird daher einen Techniker dorthin bringen, der den Schaden unter anderem in Hinblick auf die Tauernautobahn und das anstehende Reisewochenende beheben soll.

Helikopter fliegen seit Montag

Im Bundesland Salzburg sind bereits seit Montag mehrere Hubschrauber zahlreiche Einsätze geflogen, um die Bäume entlang von Bahnstrecken, Straßen, Stromleitungen und Lift- und Seilbahntrassen von der Schneelast zu befreien. Dabei setzten die Piloten gezielt den Luftstrom der Rotorblätter - den sogenannten Downwash - ein, um den Schnee von den Bäumen zu blasen.

"Das wird eigentlich nur gemacht, wenn große Schneemassen zusammen kommen", sagte Roy Knaus, Geschäftsführer des Pongauer Helikopterunternehmens Heli Austria. "Es handelt sich dabei in erster Linie um eine präventive Maßnahme, bevor durch den angekündigten Neuschnee größere Folgeschäden drohen."

90 bis 120 km/h unter dem Rotor

Für die aktuellen Aufträge setzte Knaus überwiegend größere Maschinen vom Typ Bell 212 und Bell 412 ein. "Die Windgeschwindigkeiten unter dem Rotor erreichen hier bis 90 km/h. Wir haben auch eine noch größere Superpuma, mit der Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h erzielt werden." Kalter Schnee lasse sich dabei recht gut und schnell verwehen, bei nassem oder stark windgepresstem Schnee sei der Zeitaufwand größer.

Die Hubschrauber würden bei den Einsätzen etwa zehn Meter über den Baumwipfeln schweben. Eine Aufgabe, die erfahrenen Piloten vorbehalten sei. "Man muss aufpassen, weil geknickte Bäume zurückschlagen können oder etwas in die Höhe schleudern könnten. Und wenn es windig ist, befindet sich der Downwash auch nicht mehr direkt unter dem Hubschrauber, sondern wird versetzt", erklärte Knaus. Er rechnete am Dienstag mit weiteren Einsätzen diese Woche. "Für Freitag sind bereits sehr viele Hubschrauber gebucht, weil hier mit gutem Wetter gerechnet wird."

Auch die ÖBB beauftragten Anfang der Woche den Salzburger Hubschrauberunternehmer. "Wir haben uns Luftunterstützung für die Schneeräumarbeiten geholt, weil Bäume unter der Schneelast auf die Strecke ragen oder umzukippen drohen", sagte ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair am Dienstag. "Wenn der Hubschrauber den Schnee herunter geblasen hat, richten sich die Bäume entweder wieder auf oder man muss die genickten Bäume aus Sicherheitsgründen entfernen, weil ja weiterer Schneefall angekündigt ist."

Derartige Aufträge seien aber "eher die Ausnahme" und würden nur punktuell angewendet. Im Einsatz für die ÖBB stand der Hubschrauber zwischen Saalfelden und Hochfilzen, wo am Sonntagmorgen bei Leogang ein Baum auf eine Oberleitung gestürzt war und in der Folge den Nightjet von Graz nach Zürich lahmgelegt hat.

Quelle: SN

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