1. Salzburger Gebirgstrachten-Verein Alpinia

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Alpinia Tresterer 2013
Alpinia Tresterer um 1909

Der 1. Salzburger Gebirgstrachten-Verein "Alpinia" ist ein Brauchtumsverein in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Der Verein wurde als erster Trachtenverein im damaligen k. u. k. Österreich am 6. Mai 1891 durch Anton Blum als Obmann, Josef Langer, Hans Eberhartinger, Josef Peham sowie Leopold Brandauer (Vater des Heimat- und Trachtenforschers Kuno Brandauer) gegründet. Er ging als Abspaltung aus dem 1881 gegründeten Edelweiss-Club Salzburg hervor.

Pinzgauer Tresterertanz

Zwischen 1904 und 1909 wird der "Pinzgauer Tresterertanz" von einem damaligen Alpinia -Mitglied in die Stadt Salzburg gebracht. Dieses arbeitete damals als Fuhrunternehmer und lernte den Brauch im Pinzgau zwischen Krimml und Zell am See kennen. Die Tanzmelodie konnte es auf einem Kamm mit Seidenpapier blasen und die typischen Tanzschritte wurden auf seine Anleitung hin im Verein eingelernt und sind in dieser Form bis heute erhalten.

Die Trestererkostüme enthalten viele Elemente der festlichen Brokatanzüge der Männer zwischen Barock und Rokoko: die Stoffe, Stofffarben und Schnitte von Kniehose und heute zur Joppe verkürztem Justaucorps, die Seidenbänder und Maschen, Spitzenbesätze, Fazoneteln und Schnallenschuhe. Die Kostüme und Schuhe der "Salzburger Alpinia" wurden nach einem alten Brokatkostüm angefertigt.

In der Stadt Salzburg wird dieser Brauch seit damals, nur mit Unterbrechungen durch die beiden Weltkriege, durchgehend gepflegt. Ab 1946 wurde er im großen Salzburger Adventsingen durch 50 Jahre exklusiv für Tobi Reiser und danach in vielen anderen Adventsingen aufgeführt. Seit 2006 ist die "Alpinia" wieder im "Tobi Reiser Adventsingen" in der Großen Universitätsaula präsent.

Weitere Meilensteine

Am 11. August 1948 beginnt der Brauchtumsverein auf der Festung Hohensalzburg nach langer Pause wieder mit seinen Heimatabenden.

Am 5. Juli 1950 findet nach elfjähriger Pause wieder der traditionelle Heimatabend der "Alpinia", ab sofort jeden Mittwoch im Stieglkeller, statt.

Am 1. September 1951 feiert die "Alpinia" mit einer Festwoche ihr 60-Jahre-Bestandsjubiläum. Höhepunkt ist ein Festzug mit 130 Trachtenvereinen und 30 Musikkapellen. Zehntausende Salzburger säumen die Straßen.

Am 7. Mai 1955 startet der Verein zu einer 14-tägigen Holland-Tournee.

Ein fixer Jahrestermin ist die letzte Rauhnacht am 5. Jänner, wo die Perchtengruppe zu Bauernhöfen am Rande der Stadt Salzburg läuft und ihre Reverenz darbringt.

Seit 1981 ist der Verein Mitglied des Dachverbandes "Gauverband I der oberbayrischen Gebirgstrachtenerhaltungsvereine e. V.".

Tresterergipfel

Am 30. Dezember 2011 hat die "Alpinia" bei der UNESCO in Wien das Element "Pinzgauer Tresterertanz" zur Eintragung in das Weltkulturerbe angemeldet. Grund dafür war die gut 100-jährige Tradition der ununterbrochenen Pflege dieses Brauches im Trachtenverein. Die "Alpinia" hatte auch alle Pinzgauer Tresterergruppen eingeladen, sich an dieser Bewerbung zu beteiligen. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Entstehungsgeschichte des Pinzgauer Tresterertanzes bezüglich überlieferter und wissenschaftlicher Aussagen gibt es vorerst keinen gemeinsamen Konsens in dieser Sache. Auch ein "Tresterergipfel" bei Landesrätin Tina Widmann im Februar 2012 konnte keine Einigung erziehlen.

Am 27. September 2012 stellte die UNESCO den Antrag der ALPINIA zurück, mit dem Hinweis, den Titel zu überdenken, um den Pinzgauer Tresterergruppen eine eventuelle eigene Einreichung zu ermöglichen.[1]

Am 13. März 2013 hat die Österreichische UNESCO-Kommission in einer Fachbeiratssitzung die Aufnahme des Pinzgauer Tresterertanzes der Salzburger Alpinia in das Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes befürwortet. Das beworbene Element entspricht dem Verständnis von lebendigen Traditionen, wie es im UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes dargelegt ist.[2]

Die Verleihung der Urkunde durch die Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, Frau Dr. Eva Nowotny, fand am 3. Juni 2013 im Mozarthaus in St. Gilgen statt.

Quellen

  1. Schreiben UNESCO vom 27. September 2012 an die Alpinia
  2. Schreiben UNESCO vom 15. März 2013 an die ALPINIA