Stieglkeller

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick auf den Stieglkeller oberhalb der Festungsgasse, links erkennt man den Gastgarten
Karte
Stieglkeller, Eingang in der Festungsgasse
Festungsgasse mit Eingang zum Stieglkeller
über dem Eingang

Der Stieglkeller ist ein Biergarten samt Gastwirtschaft in der Festungsgasse in der Altstadt der Stadt Salzburg am Fuße des Festungsbergs.

Geschichte

Urkundlich erwähnt wurde die Brauerei als Prew an der Stiege - die Stieglbrauerei zu Salzburg, erstmals 1492 in der Gstättengasse.

1820 erwarb der damalige Stieglbrauer Josef Schreiner das Haus Festungsgasse Nr. 206. Die in den Festungsberg getriebenen Keller gestaltete er um und nutzte den über ihnen angelegten Garten zur Ausschank des Kellerbieres während der Sommermonate. Das war die Geburtsstunde des Stieglkellers in der Vorläuferform, wie er sich uns heute präsentiert.

Bald schon erfreuten sich der Gastbetrieb samt Gärten großer Beliebtheit bei der Salzburger Bevölkerung. Noch heute kann man an der Festungsgasse die alten Verkaufslokale erkennen, deren Eingangstüren von niedrigen Steinmauern mit Marmorplatten gesäumt sind. Hier wurden wohl allerlei Fleisch, Wurst und Brot verkauft, das man sich dann "einige Etage höher" mitnahm, wo es das Bier gab. Alte Namensschilder verraten, wer dort zuletzt verkauft hatte.

1838 erwarb dann die Stieglbrauerei selbst die offizielle Schankgenehmigung für Garten und Lagerkeller. Da es sich bei der Terrasse ja um ein Befestigungswerk handelte, musste der Bau von der militärischen Geniedirektion noch genehmigt werden. 1840 entstand der noch heute bestehende Lagerkeller, umgebaut von Franz und Anna Haindl. 1860 wurde noch ein zweiter Felsenkeller errichtet (siehe: Gedenktafel).

1901 wurde der Betrieb nach Plänen von Jakob Ceconi erweitert. Der Münchner Architekt Franz Zell gab dann in den Jahren 1925/1926 dem Stieglkeller sein heutiges Aussehen, der anfangs jedoch nicht auf breite Zustimmung unter der Salzburger Bevölkerung stieß.

Noch heute ist die Beliebtheit des Stieglkellers ungebrochen, hat er doch auch einen großen Saal für Veranstaltungen und bietet von seinem Gastgarten und seinen Arkaden wunderbare Blicke über die Altstadt.

Anekdoten ohne Wahrheitsanspruch

Aufgrund des zeitlichen Unterschiedes zwischen der Entstehung des Gastbetriebs und den Lebzeiten der beiden Künstler kann es sich nur um eine Anekdote ohne Wahrheitsanspruch handelt. Darüber hinaus nennt die neuere Quelle[1] sehr genau die von Mozart tatsächlich besuchten Bierlokale. Der Stieglkeller ist nicht darunter, konnte er ja auch nicht, da er als Lokal noch nicht existierte.

Die Anekdote

Die ehrsame Bürgerschaft mit ihren Sippen, wohl auch das fürsterzbischöfliche Kriegsvolk in dienstfreier Zeit, kamen hier zusammen, um bei einem Kruge brauen Gerstensaftes die Ereignisse des Tages zu erörtern. Hier pokultierten einst an schönen Tagen oder Abenden auch Johann Michael Haydn und Meister Wolfgang Amadé Mozart von denen ein alter "Schnadahüpfel" berichtet, das mit den Worten begann:

Als am Stieglkeller
Auf den hölzern Teller
Michel Haydn gessen hat sein Wurst
Und mit alten Tropfen
Von an guaten Hopfen
Der große Mozart hat gelöscht sein Durst...

21. Jahrhundert

Am 1. Mai 2012 eröffnete der Stieglkeller nach einer Renovierung unter neuem Pächter. Nach Georg Imlauer übernahm nun Josef Gassner den Betrieb. Zuvor investierte die Besitzerin, die Stieglbrauerei zu Salzburg, rund eine Million Euro in neue Lifte, Heizung und eine Rundumerneuerung. Allein für die neuen Toiletten wurden 140.000 Euro ausgegeben. 30 Mitarbeiter werden in der Küche beschäftigt sein. Neu ist auch ein Selbstbedienungsbereich. Und - 2012 soll die Halbe Bier um 20 Cent billiger sein als 2011. An Stromkosten fallen monatlich rund 6.500 Euro an.

Geführt wird das Unternehmen von Stefan Schweinester. Sein Stellvertreter ist der Sohn Gassners, Stephan Gassner.

Bildergalerie

Quellen

  • Salzburger Fotografien 1880 - 1918 aus dem Atelier Würthle, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4
  • Salzburger Nachrichten, 25. April 2012


Fußnoten