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Bayerische Saalforste

Die Bayerischen Saalforste dienten früher der Versorgung der Saline Reichenhall mit Brennholz.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Bayern haben seit Jahrhunderten im Pinzgau 18 500 Hektar (Wald-)Grund für die Versorgung ihrer Saline in Bad Reichenhall mit Holz. Geregelt wurde dieser Besitz nach immer wieder aufflammenden Streitereien im ältesten noch gültigen Staatsvertrag in Europa, der Salinenkonvention von 1829.

Im Gegenzug zur Holzgewinnung der Bayern auf Salzburger Boden durften die - damals schon - Österreicher Salz im Salzbergwerk Dürrnberg auch auf bayerischer Seite gewinnen.

Die heutigen Besitzungen Bayerns aus dieser Salinenkonvention liegen zwischen Leogang und Unken. Von den 18 500 Hektar Grund sind etwa 12 000 Hektar Waldflächen. 40 000 Festmeter werden dort jährlich durch Einschlag gewonnen. 2012 soll dieser Einschlag aber neu geregelt werden.

Die Saalforste, dessen Leiter seit 2011 Thomas Zanker ist, beschäftigen rund 30 Mitarbeiter.

Gliederung

Die Saalforste gliedern sich in fünf Reviere, die von Förstern geleitet werden. Die Reviere sind weiter untergliedert in 70 Distrikte.

Die fünf Reviere im Überblick:

Revier
(Forstbezirk)
Anzahl
Distrikte
Fläche
insgesamt
(Hektar)
Forstfläche
(Hektar)
Sitz Förster
Stand Juli 2015
Koordinaten
(WGS 84)
Falleck 13 5683,2 2803 Weißbach bei Lofer, Hinterthal 7 Christoph Dinger Vorlage:Coordinate
Leogang 14 3552,4 2168 Leogang, Rosental 31 Wolfgang Kux Vorlage:Coordinate
St. Martin 11 4645,2 2589 St. Martin bei Lofer, Dorf 43 Georg Poppel Vorlage:Coordinate
Unken 1 10 2120,1 1773 Unken, Reit 103 Simon Richter Vorlage:Coordinate
Unken 2 22 2507,9 1824 Unken, Niederland 192 Werner Richter Vorlage:Coordinate
Saalforste gesamt 70 18508,6 11158 St. Martin bei Lofer, Dorf 20 Thomas Zanker
Forstbetriebsleiter
Vorlage:Coordinate

Geschichte

Bayerisches Forstamt in St. Martin bei Lofer

Eine ausreichende Versorgung der Reichenhaller Saline mit Brennholz war bis zur Umstellung auf Kohle im Jahre 1911 Voraussetzung für eine rentable Salzerzeugung. Das erforderliche Holz wurde in den Wäldern im Saalachtal geschlagen und auf dem Fluss nach Reichenhall getriftet. Im frühen Mittelalter waren die Wälder um Reichenhall bereits abgeholzt, so dass man die Waldungen saalachaufwärts im Pinzgau nutzen musste. Seit Anfang des 12. Jahrhunderts intensivierte sich deren Nutzung immer mehr.

Eine Urkunde aus dem Jahre 1137 belegt die Schenkung einer Reichenhaller Salzpfanne zusammen mit einem Wald bei Unken (Pinzgau), von wo das Brennholz bezogen werden sollte. Das Einzugsgebiet für die Brennholzbeschaffung vergrößerte sich immer weiter die Saalach und ihre Zuflüsse aufwärts. Die Wälder erstreckten sich, mit Ausnahme des Gebiets zwischen Mittersill und Gerlospass, über weite Teile des Pinzgaus und den Bezirk Kitzbühel in Tirol. Bis in die Täler an der Nordseite der Hohen Tauern müssen einmal Salinenwälder gelegen sein, die aber wegen des enormen Aufwands bei der Holzbringung bereits um 1200 wieder aufgegeben wurden.

Die Grundlage für die Holztrift aus dem Pinzgau beruhte auf dem Grundbesitz der Reichenhaller Siedeherren in diesem Gebiet, das seit 1228 dem Erzbischof von Salzburg gehörte. Erzbischof Rudolf von Hohenegg und Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern schlossen 1285 einen Vertrag über die Holzrechte der Reichenhaller Bürger im Pinzgau. Mit der Verstaatlichung der Saline durch den bayerischen Herzog um 1500 wurde aus den privaten Waldungen schließlich Staatsbesitz. Das Leukental (Raum Kitzbühel und St. Johann in Tirol) und das Pillerseetal waren früher auch Teil der Saalforste. Sie gehörten bis 1504 zu Bayern und konnten für die Holzversorgung der Reichenhaller Saline nicht mehr genutzt werden, nachdem das Gericht Kitzbühel an Tirol gefallen war.

Zur Sicherstellung einer geordneten Holzwirtschaft wurde 1509 mit einer „Waldmeisterstelle“ eines der ersten Forstämter Mitteleuropas eingerichtet und das 1529 erstellte „Waldbuch“ schrieb bereits die nachhaltige Bewirtschaftung für die Salinenwälder vor. Die Besitzverhältnisse an den Waldgebieten wurden 1525 durch das so genannte „Landgebot“ in Mühldorf am Inn geklärt und 1781 durch einen Vertrag noch einmal bestätigt. Im Jahre 1805 ging neben anderen Gebieten das Glemmtal (Saalbach-Hinterglemm) für die Saalforste verloren. Bis ins 19. Jahrhundert lebte der überwiegende Teil der Bevölkerung im Pinzgauer Saalachtal von der Holzarbeit für die Reichenhaller Saline.

Im Jahre 1829 wurde zwischen Österreich und Bayern die Salinenkonvention vereinbart, welche den bayerischen Waldbesitz auf österreichischem Gebiet bestätigte. Das erste „Königlich Bayerische Forstamt auf kaiserlich-königlich österreichischem Gebiet“ war im Grubhof nahe St. Martin bei Lofer untergebracht. Die drei bayerischen Forstreviere Unkental, Saalachtal und Leogangtal wurden 1868 dem Forstamt Reichenhall unterstellt.

Ab 1885 verwalteten die neuen Forstämter in St. Martin bei Lofer, Unken und Leogang die Saalforste. 1911 stellte man die Energieversorgung der Saline auf Kohle um, die Holztrift auf der Saalach kam dadurch fast vollständig zum Erliegen. 1958 trat eine erneuerte Fassung der Salinenkonvention in Kraft. Seit der Forstverwaltungsreform von 2005, die zur Auflösung aller bayerischen Forstämter führte, bewirtschaftet der Forstbetrieb Bayerische Saalforsten in St. Martin bei Lofer die etwa 18 500 Hektar großen Waldungen.

1939 kam Alexander Krimbacher zu den bayerische Saalforsten.

Bewuchs

In den Pinzgauer Wäldern der Bayerischen Saalforste dominiert die Fichte. Zwar sind die Saalforste bemüht, bei der Verjüngung der Wälder einen Bergmischwald mit Fichte, Tanne, Lärche, Bergahorn und Buche zu schaffen; aber im Wald weidende Kühe beißen die zu pflanzenden Bergahorne und {{Buche]]n ab.

Leoganger Bergbahnen

Zehn Hektar Waldflächen sollen für eine zweite Seilbahn der Leoganger Bergbahnen auf den Asitz gerodet werden, weil die bestehende Bahn oft überlastet sei. Ende 2011 waren die Bergbahnen noch in Verhandlung mit Grundbesitzern und Weideberechtigten. Auch mit den Bayrischen Saalforsten mussten sich die Bergbahnen erst einmal über den Wald und Ausgleichsrechte einigen, da die Lifttrasse zum großen Teil über Flächen führt, die den Bayrischen Saalforsten gehören. Diese waren schlussendlich dazu bereit, die benötigte Waldfläche abzutreten, wenn im Gegenzug die Waldweiderechte auf rund eintausend Hektar für 35 Jahre ruhen. Als Ersatz für die Weideberechtigten müssen die Leoganger Bergbahnen Lichtweideflächen außerhalb der Wälder zur Verfügung stellen.

Thomas Zanker, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Saalforste, meinte in diesem Zusammenhang, dass die Beendigung der Waldweide im Interesse der Saalforste sei. Denn die Kühe haben die Gewohnheit, auch junges Laubholz zu fressen.

Quellen