Central-Kino

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Das Central-Kino in der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg in der Linzer Gasse existiert heute nicht mehr.

Geschichte

Ursprünglich war in diesem Gebäude das Bergerbräuhaus untergebracht. Am 14. Jänner 1912 eröffnete der "Zentral-Kinematograph" im ehemaligen Bergerbräu in der Linzer Gasse (späteres Central-Kino). Ein erster Programmhinweis ist in der Ausgabe vom 27. September 1912 in der Salzburger Wacht zu finden. Das Central-Kino war 1928 das erste Tonfilmkino (Tonfilme sind mit Grammophon und Verstärker) im Bundesland Salzburg. Allerdings warben 1929 die Kammerlichtspiele Mirabell auch damit, das erste Salzburger Tonfilmtheater zu sein (ob das Wort theater hier von unterschiedlicher Bedeutung zum Tonfilmkino war, konnte noch nicht geklärt werden).

Das Central-Kino wurde bis 2010 von der Schauspielabteilung des Mozarteums genutzt, um Theater auch in der Zeit zu spielen, in der die Festspiele die Stadt bestimmen. Im Jahr 2005 wurde deshalb die Reihe Young Actors Project gestartet. Zu sehen sind dort modern inszenierte Stücke, die in unregelmäßigen Abständen am Standort in der Linzer Gasse präsentiert werden.

Nach einem Umbau 2011 entstand in diesem Gebäude der City Point Central.

Aus der Geschichte

Von Freitag, den 27. September, bis Montag, 30. September 1912 war der Film "Titanic oder: In Nacht und Eis" zu sehen. Das interessante an dieser Werbeeinschaltung in der "Salzburger Wacht" vom 27. September 1912 war die einspaltige Beschreibung der drei zu sehenden Akten. Es war ja noch die Zeit der Stummfilme, zu der Musik gespielt wurde. Folglich musste man dem Publikum erklären, was es in dem Film sieht.[1] Im selben Jahr im Oktober lief dieser Film dann nochmals zwei Tage. Als Adresse war "Linzer Gasse Bergerbräu" angegeben.[2]

1914 taucht erstmals als Besitzer Max Reheis auf, der auch ein erfolgreicher Salzburger Motorradrennfahrer war.[3]

Am 15. und 16. Jänner 1919 wurde der Film Fünf Minuten zu spät mit Mia Mai und Bruno Kastler gezeigt, ein herrliches Schauspiel in 5 Akten. Die Musik zu dem Stummfilm wurde vom Künstler-Ensemble des Kinos unter Leitung des Kapellmeister Alexander Vogel arrangiert.[4]

1930 heißt es zum Thema Tonfilm im Central-Kino:[5]

Der wirkliche Tonfilm kommt - der Lichtton- Film!
Die bisher und gegenwärtig in Salzburg gezeigten Tonfilme sind mit Grammophon und Verstärker, synchronisierte Filme (ein Verfahren, das bereits im Jahre 1913 im Central-Kino gezeigt wurde.
Das erste Tonfilm-Wunder
der 100 %ige, vollkommene, deutsche Ton- und Sprechfilm "Atlantic" aufgenommen und wiedergeben auf dem Lichton-Wege, kommt in Kürze auf der Lichtton-Apparatur der Weltfirma "Tobis" im Central-Kino zur Aufführung.
Nur der "Lichtton" hat die Zukunft, da Grammaphon-"Platten"-Tonfilme überholt sind; sogar im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten (Amerika) wird vom Grammophon-Platten-Tonfilm auf Lichtton übergegangen.

Ab 2. April 1937 lief der neue Emil Jannings-Film "Der Herrscher" für einige Zeit im Central-Kino.[6]

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 27. September 1912, Seite 7
  2. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 7. Oktober 1912, Seite 8
  3. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 9. Jänner 1914, Seite 6
  4. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 15. Jänner 1919, Seite 11
  5. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 8. April 1930, Seite 10
  6. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 2. April 1937, Seite 7