Edita Gruberova

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Kammersängerin Edita Gruberová (* 23. Dezember 1946 in Pressburg-Ratzersdorf, slowakisch Bratislava-Rača, Tschechoslowakei; † 18. Oktober 2021 in Zürich, Schweiz), die „Königin der Koloratur“, war eine slowakische Sopranistin.

Leben

Edita Gruberová war die Tochter des deutschstämmigen Slowaken Gustav Gruber und seiner ungarischstämmigen Frau Etelka († 1984). Von 1961 bis 1968 studierte sie am Konservatorium und an der Akademie der Darstellenden Künste in Bratislava. 1968 debütierte sie am Opernhaus von Bratislava als Rosina im Barbier aus Sevilla. Nach ihrem Studienabschluss war sie von 1968 bis 1971 am Theater von Neusohl, slowakisch Banská Bystrica, tätig. 1970 debütierte sie als Königin der Nacht an der Wiener Staatsoper, wo sie nach ihrer Flucht aus der Tschechoslowakei am 23. März 1971 ab 1972 unter Vertrag stand.

Bis zu ihrer Scheidung 1983 war sie mit dem slowakischen Musiker Štefan Klimo († 1983) verheiratet. Seit 1985 lebte sie mit ihren beiden Töchtern in der Schweiz, wo sie am Zürcher Opernhaus engagiert war und sich als Sonderbotschafterin der Schweizer Freunde der SOS-Kinderdörfer engagierte. In zweiter Ehe war sie verheiratet mit Friedrich Haider.

Nach ihrem Bühnenabschied am 27. März 2019 beendete „die Gruberová“ im September 2020 ihre Gesangskarriere.[1]

Gruberová und Salzburg

Edita Gruberová gehörte zur Stammbesetzung der Opernaufführungen der Salzburger Festspiele in den Jahren 1974 bis 1991, wo sie in den Rollen der Königin der Nacht (Die Zauberflöte, 1974, 1978 bis 1983), der Konstanze (Die Entführung aus dem Serail, 1975), des Tebaldo (Don Carlo, 1976, 1977, 1978), der Roma Prologo und Religione (Il Sant'Alessio, 1977, 1978), der Zerbinetta (Ariadne auf Naxos, 1979 bis 1982), der Donna Anna (Don Giovanni, 1990, 1991) sowie als Titelfigur der Norma (2010) brillierte. Außerdem trat sie in den Jahren 1975, 1976, 1979, 1980, 1983, 1984, 1985, 1989 und 2013 in zahlreichen Konzertaufführungen auf.

Ehrungen (Auswahl)

  • 1980: Berufstitel Kammersängerin
  • 1988: Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper
  • Ehrendoktorwürde der Hochschule für Musische Künste Bratislava
  • 1997: Slowakischer Orden des Weißen Doppelkreuzes
  • 1997: Bayerischer Verdienstorden
  • 1999: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
  • 1999: Echo Klassik als Sängerin des Jahres
  • 2005: Echo Klassik für die beste Operneinspielung des Jahres
  • 2005: Merkur-Theaterpreis
  • 2005: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (Verleihung am 3. Februar 2005)
  • 2009: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (Verleihung am 27. Mai 2009)[2]
  • 2013: Herbert-von-Karajan-Musikpreis der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden (Verleihung am 29. November 2013)[3]
  • 2014: Österreichischer Musiktheaterpreis Goldener Schikaneder für ihr Lebenswerk (Verleihung am 17. Juni 2014)[4]

Weiterführend

Für Informationen zu Edita Gruberova, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Literatur

  • Rishoi, Niel: Edita Gruberova, Ein Portrait. Zürich (Atlantis Musikbuch) 1996.
  • Thiel, Markus: Edita Gruberova. Der Gesang ist mein Geschenk. Biografie. Kassel (Bärenreiter) 2012.

Quellen

Einzelverweise