Gollhofer Moden

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Gollhofer Moden war ein Salzburger Textilgeschäft, das der Familie Gollhofer gehörte.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Betrieb 1791, gegründet von Ignaz Kalhofer dem Älteren - damals noch als Kürschnerei.

Von 7. Dezember 1970 bis 31. Dezember 1995 bestand die 'Viktor Gollhofer Gesellschaft m.b.H. & Co. KG', seit 1. Jänner 1996 die 'Viktor Gollhofer Gesellschaft m.b.H.' (Gollhofer Moden) in der Stadt Salzburg am Mirabellplatz Nr. 4, Ecke Paris-Lodron-Straße Nr. 2.[1] [2]

2019: Salzburger Traditionshaus Gollhofer sperrt zu

Elf Jahre nach der Übernahme von Gollhofer Moden in Salzburg zog Christoph Wimmer einen Schlussstrich - schweren Herzens. Als Grund nennt der Unternehmer den Umbau des Hauses, der drei Jahre dauern soll.

Leicht habe er sich die Entscheidung nicht gemacht, sagte Christoph Wimmer. Der 54-jährige Unternehmer und Schneidermeister aus Schleedorf hat vor elf Jahren das Modehaus Gollhofer übernommen und führte es mit vier Mitarbeitern. Mit Gollhofer Moden schließt ein Salzburger Traditionshaus.

"Die Lage ist 1a, und das bleibt sie auch weiterhin." Dennoch: Wimmer sperrt sein Geschäft Ende Oktober 2019 zu. Warum? Er sei keiner, der halbherzig bei der Sache sei. Nicht bei seiner Mode - diese komme nicht aus dem fernen Osten, sondern zum überwiegenden Teil aus Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern - und auch nicht bei der Führung seines Geschäfts. Es war die bevorstehende dreijährige Umbauphase des Hauses, die beim Unternehmer die Alarmglocken schrillen hat lassen.

Erst im Vorjahr hatte Christoph Wimmer erlebt, was es heißt, eine Baustelle neben dem Geschäft zu haben. "Das hat uns so richtig wachgerüttelt", sagt seine Frau Hildegard Wimmer. Mehrere Monate wurde der Busterminal in unmittelbarer Nachbarschaft umgebaut. "In dieser Zeit ist unser Umsatz um 30 bis 40 Prozent eingebrochen", erklärt Christoph Wimmer. Das könne man eine Zeit lang aushalten, aber nicht über mehrere Jahre.

Seit einem halben Jahr wusste der Unternehmer vom Ausmaß des Umbaus. "Das Haus wird eingerüstet, in den oberen Stockwerken sollen neue Wohnungen entstehen. Es wird laut, staubig und drei Jahre sind eine sehr lange Zeit." Seine Frau und er hätten schlaflose Nächte verbracht, das Für und Wider abgewogen. Der Entschluss, das Geschäft zuzusperren, sei letztlich eine Vernunftentscheidung gewesen. Lieber setze er einen sauberen Schlussstrich, bei dem Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter schadlos ausstiegen, als dass er zuwarte und in eine unsichere Zukunft steuere.

Neben dem Umbau gibt es noch weitere Punkte, die zur Entscheidung beigetragen haben: Die ständige Diskussion um das enorme Verkehrsaufkommen trage dazu bei, dass immer weniger Einheimische aus dem Umland zum Einkaufen in die Stadt fahren würden. "Sie haben schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn sie auch Teil der Verkehrslawine sind." Und: Mit der Umstellung auf das Slot-System bei Touristenbussen hätten die Besucher kaum noch Zeit zum Geschäfteschauen und Einkaufen.

Wie es für ihn beruflich weitergeht, wusste Wimmer Anfang September 2019 noch nicht. "Vielleicht orientiere ich mich neu und mache etwas ganz anderes - aber damit beschäftige ich mich, wenn ich hier abgeschlossen habe."

Quellen

Einzelnachweise