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Josef Voithofer (Gastronom)

Josef Voithofer

Josef Voithofer (* 16. März 1956 in Wagrain, Pongau) ist Leiter der "Kongress Gastronomie Salzburg".

Voithofer wuchs auf einem Bauernhof auf dem Gutratberg im Gemeindegebiet von Hallein auf. Er absolvierte eine Lehre als Koch beim Gasthof Schorn in St. Leonhard und arbeitete nach einem Auslandsaufenthalt von 1977 bis 1987 als Koch im Gasthof Die Pflegerbrücke in Salzburg, anschließend als Direktor der Nordica-Hotels. 1990 gründete er die Kongress Gastronomie Salzburg.

Vorgestellt

Josef Voithofer eilt durch die Gänge seines Firmengebäudes im Gewerbegebiet beim Schlachthof in Salzburg. "Hier haben wir das Geschirr, da die Kaffeemaschinen. Wo die Mitbewerber eine haben, haben wir zehn. Mit unserer Infrastruktur sind wir für bis zu 10.000 Gäste gerüstet", sagt Voithofer und stapft Richtung Küche, wo Mitarbeiter das Essen für eine der vier geplanten Abendveranstaltungen vorbereiten.

"Alles Gute zum Geburtstag!", gratuliert Voithofer einem Angestellten, der gerade Schnitzel klopft. Voithofer ist mit seinem tiefen Bass und seinem leichten Pongauer Dialekt nicht zu überhören. Dazu legt er beim Sprechen ein Höllentempo vor.

Ist er ungeduldig? Gibt er als Unternehmer gern Gas? Voithofer überlegt, sagt: "Ich weiß nicht." Seine Assistentin, die sich mit ihrem Chef ein kleines Büro teilt, muss lachen. "Gut, ich neige schon dazu, Druck zu machen. Das wird aber auch gefordert von den Kunden. Ich bin insofern ungeduldig, als dass ich etwas gleich haben will, wenn ich mir was in den Kopf setze. Ich bin spontan. Das ist auch ein Vorteil eines Familienunternehmens, dass man Entscheidungen sofort umsetzen kann."

Das Familienunternehmen, die "Kongress Gastronomie Salzburg", führt Voithofer zusammen mit seiner Frau Dorothea und seinem Sohn Martin. Er hat die Firma 1990 gegründet, als er die Gastronomie für das (alte) Salzburger Kongresshaus übernommen hat. Mittlerweile ist die Firma zu einem großen Catering-Unternehmen mit 40 Mitarbeitern und sechs Mill. Euro Umsatz gewachsen. Voithofer betreibt außerdem die Gastronomie bei der Salzburger Messe und in der Salzburgarena.

"Das ist insofern wichtig, da wir hier nicht nur die Hälfte unseres Umsatzes erwirtschaften, sondern auch immer mit neuen Kunden in Kontakt kommen", erklärt der Gastronom.

Als Caterer ist er beim Nachtslalom in Schladming ebenso dabei wie bei großen Galadinners einer Fluggesellschaft in Berlin.

Während der UEFA EURO 2008 ist Voithofer außerdem "Master-Konzessionär" für die Fanzone ("Public Viewing") in der Altstadt und wird dort die gesamte Gastronomie beliefern. Den Wirten ist er als harter Verhandler bekannt.

"Geschäft ist Geschäft. Wir beschäftigen uns mit der EURO seit einem Jahr. Man muss sehen, dass allein die Kosten für die Stromanschlüsse 223.000 Euro betragen, die Kühllogistik 23.000 Euro kostet oder die Zelte 150.000 Euro kosten. Das muss alles einkalkuliert werden. Wir wollen ja ein Fußballfest für die Salzburger ausrichten." Erwartet werden 15.000 Gäste täglich.

Für Voithofer gibt es als Caterer aber auch nach unten keine Grenze. Man arrangiere auch Essen im privaten Kreis für ein Halbes Dutzend Gäste. "Wir machen das oft, etwa wenn Firmenchefs ihre Topkunden zu sich nach Hause einladen. Das ist groß im Kommen", sagt Voithofer.

Serviert wird bisweilen, was dem Chef vor die Flinte gekommen ist. Voithofers großes Hobby ist die Jagd. Was er in Großarl oder Faistenau erlegt hat, wird direkt im Betrieb verarbeitet.

O-Ton

  • Wichtig ist mir die Kundenpflege, der persönliche Kontakt. Ich habe keinen Computer auf meinem Schreibtisch stehen und schreibe keine E-Mails. Dafür habe ich Mitarbeiter. Es gibt bei mir keine Veranstaltung, die über E-Mail ausgemacht und fixiert wird. Ich nehme mir Zeit für die Kundschaft, ich bin mit jedem Kunden in persönlichem Kontakt. Außerdem hab‘ ich ganz wenig Verträge, bei mir zählt der Handschlag. Ob ich schon auf die Nase gefallen bin? Ja. Aber ein Vertrag ist auch nur ein Blatt Papier.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten