Messezentrum Salzburg

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Messezentrum und Salzburgarena (links), Aufnahme vom Hotel Cool Mama.
Messezentrum Halle 1.
Die Salzburgarena und davon Parkplatzflächen.
Das Messezentrum Salzburg, Neubau 2012.
Messezentrum, südwestliche Ansicht.

Das Messezentrum Salzburg befindet sich in der Landeshauptstadt im Stadtteil Liefering.

Geschichte

Die heutige Messezentrum Salzburg GmbH wurde als „Salzburger Ausstellungszentrum Ges.m.b.H." 1973 von den Eigentümern Stadtgemeinde Salzburg, Land Salzburg und Wirtschaftskammer Salzburg ( damals noch Salzburger Handelskammer) gegründet.

Am 10. Jänner 1974 konnten die ersten drei fertigen Hallen mit einer ersten Messe (AutoZum) erstmals genutzt und nach Fertigstellung der vierten Halle (1974) eröffnet werden. Zwei weitere Hallen wurden 1976 eröffnet. Heute ist das Messezentrum Salzburg der führende Fachmessestandort in Österreich.

2011: Neubau einer Multifunktionshalle

Am 1. April 2011 wurde mit dem Abriss der Hallen 10 bis 15 begonnen. Anstelle der alten Hallen entstand bis Herbst 2011 eine neunfach unterteilbare 15 165 Quadratmeter große Multifunktionshalle, die in Verbindung mit einem rund 1 972 Quadratmeter großen Kongress- und Tagungsbereich die Durchführung von Großkongressen und Kongressmessen in der Größenordnung mit bis zu 5 000 Teilnehmern ermöglicht. Bis zu 600 Arbeiter waren gleichzeitig am Bau beschäftigt, bis zu 16 Bagger wurden gleichzeitig eingesetzt, mehr als 4 500 m² Fliesen, 2 000 m² geölte Parkettböden und 350 Kilometer Kabel wurden verlegt. Rund 3 500 m² Glasfläche sorgen für eine helle, freundliche und offene Atmosphäre. Insgesamt 325 Laufmeter mobile Trennwände und Brandschutzschiebetore verschwinden in speziellen "Wand-Garagen".[1] Die Fertigstellung der Halle erfolgte Ende Oktober 2011, die Tagungsräumlichkeiten wurden im Sommer 2012 fertig gestellt. Die Gesamtkosten betrugen 34 Millionen Euro.

Nach der Fertigstellung erhöhte sich die nutzbare Hallenfläche für Messen auf 39 257 Quadratmeter, die Größe des Freigeländes beträgt 21 777 Quadratmeter.[2]

Da die Dachflächen der Messehallen sich bestens für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen eignen, errichtete 2013 die Firma Alpenwatt GmbH auf den Dächern der Hallen 2 und 6 eine Photovoltaik-Anlage. 2015 errichtete die Salzburg AG die zweite Photovoltaik-Anlage.

16 Mill. Euro Fremdwährungskredit bereitet finanzielle Probleme

In den Jahren zwischen 2006 und 2008 hatte man die verschiedenen Kredite der Salzburger Messe GmbH zusammengefasst und in einen Schweizer-Franken-Kredit umgewandelt. Das Land Salzburg hatte dabei das ausschließliche Währungsrisiko für diesen Fremdwährungskredit in der Höhe von damals 80,6 Millionen Franken übernommen.

Die Salzburger Nachrichten schrieben in ihrer Ausgabe am 15. Februar 2013, dass der Kredit mit 16 bis 17 Mill. Euro „unter Wasser“ stehen soll. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ), Chef des Aufsichtsrats, bestätigte die Schieflage beim Fremdwährungskredit. Das Minus sei vom Tageskurs des Schweizer Franken abhängig.

2012 hatte dann die Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft, über die der Kredit finanziert wurde, die Kreditlinien des Messezentrums infrage gestellt. Die Stadt Salzburg hatte daraufhin eine Mill. Euro eingeschossen, damit die Messe liquide bleibt, wie Bürgermeister Schaden damals mitteilte.

Schaden im Jahr 2012: Die Finanzierung über Schweizer Franken sei vor zehn Jahren state of the art gewesen. Viele Experten hätten die Gebietskörperschaften dazu gedrängt, ihre Kosten über neue Finanzierungsmodelle zu senken. 2004 attestierte der Bundesrechnungshof der Stadt ein „professionelles Schuldenmanagement“. Die Prüfer regten aber an, die „Möglichkeiten einer Verschuldung in fremder Währung bzw. einer Zusatzbindung an fremde Währungen bis zu einer Obergrenze gezielt zu nutzen – bei Einhaltung der gebotenen Vorsicht“.

2016: Messezentrum aus Schweizer-Franken-Kredit ausgestiegen

"Aufgrund der Kursentwicklung des Schweizer Franken, insbesondere der Haftungsexplosion auf mehr als 27 Millionen Euro, haben wir die Entwicklung des Währungsmarktes genau verfolgt und positive Zeitfenster gesucht, um aus dem Franken-Kredit auszusteigen. Beginnend mit dem 3. Quartal 2015 und nach einer präzise festgelegten Abbaustrategie wurden insgesamt rund 80,6 Millionen Schweizer Franken in Euro rückkonvertiert. Somit besteht jetzt kein weiteres Wechselkursrisiko mehr. Dadurch, dass wir die positiven Kurswechsel-Zeitfenster ausgenutzt haben, liegt der gesamte Wechselkursverlust inklusive Spesen und Nebenkosten um 800.000 Euro unter den erwarteten 27 Millionen Euro", so Finanzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl am 5. Februar 2016.[3].

Bei der Messezentrum Salzburg GmbH verblieben nach der Rückkonversion des Schweizer-Franken-Kredites Bankverbindlichkeiten in der Höhe von 49,7 Millionen Euro, die jeweils zur Hälfte von der Stadtgemeinde Salzburg sowie vom Land Salzburg behaftet waren. Diese Schulden stammten aus getätigten Investitionen, insbesondere der Errichtung der Salzburgarena im Jahr 2002, sowie dem Neubau der Hallen 2, 3, 5 und 6 im Jahr 2006 nach dem schneedruckbedingten Halleneinsturz.

2020: Corona-Notspital im Salzburger Messezentrum

Hauptartikel Corona-Notspital im Salzburger Messezentrum

Nach Ausbruch der Corona Pandemie wurden Hallen für ein Notspital adaptiert, das jedoch nie benötigt wurde. Wie eine Beantwortung einer Landtagsanfrage am 16. Juni 2020 ergab, lagen die Kosten für Adaptierung und Miete bei mehr als 1,2 Millionen Euro.

2021: Messezentrum kämpft mit alter Mülldeponie

Eine ehemalige Mülldeponie aus den 1960er-Jahren im Untergrund macht Jahrzehnte später noch Probleme. Nun wird bis Herbst 2021 um Millionen saniert. Die Stadt verzichtet ihrerseits auf den Mietzins für die Grundstücke - und zwar bis ins Jahr 2033.

Der Untergrund der Parkplätze Nummer sieben und acht nahe der Salzach - dort, wo die Dult normalerweise stattfindet - setzt sich gehörig. Hohlräume sind entstanden. Die "Wellenlinie" der Stellplatzmarkierung ist mit freiem Auge gut zu sehen, die stehenden Pfützen auf dem Parkplatz derzeit ebenso. Das Areal ist mittlerweile abgesperrt. Die Grundstücke gehören den Eigentümern der Messe. Es wäre Aufgabe der Grundbesitzer, dies zu sanieren. Doch die Eigentümer haben sich darauf verständigt, kein Geld zu investieren. Stattdessen wurde der Mietzinsverzicht in Höhe der Sanierungskosten (laut Amtsbericht 3,7 Millionen Euro) beschlossen, wie Bürgermeister Harald Preuner bestätigt. Die Messe muss sich also selbst um die Sanierung kümmern. Die Stadt verzichtet ihrerseits auf Netto-Mieteinnahmen aus den Grundstücken.

Geschäftsführer Alexander Kribus schildert, dass es im Frühjahr 2020 massive Setzungen gegeben habe. Der Müll verdichte sich, auch aufgrund der Bewegung des Grundwasserspiegels. Geologen hätten dies beurteilt. Nun beginne man im Juni 2021 mit der Sanierung, um rechtzeitig für den Herbst fertig zu sein. Einen Baustopp gebe es nur zwischenzeitlich im Juli, wenn die Medizinstudenten ihren Aufnahmetest absolvieren. Der Untergrund müsse komprimiert und eine neue Asphaltdecke aufgebracht werden. Dann solle "über Jahrzehnte Ruhe sein". 8,4 Millionen Euro seien als "Oberkante" budgetiert, sagt Kribus. Auch bei Hallenböden habe es kleinere Setzungen gegeben.

2021: Die generelle finanzielle Lage des Messezentrums

Seit Jahren lastet ein Schuldenberg auf dem Unternehmen. Dies rührt aus Investitionen, insbesondere der Errichtung der Salzburgarena 2002 sowie dem Neubau einiger Hallen. Und dann war da noch der Schweizer-Franken-Kredit, der explodierte und einen Millionenverlust bescherte. Stadt und Land Salzburg hatten 2020 je zehn Millionen Euro, die Wirtschaftskammer 1,5 Millionen Euro zugeschossen, um den Schuldenberg auf 30 Millionen Euro zu senken. Aufsichtsratsvorsitzender und Stadtchef Harald Preuner spricht von knapp über 20 Millionen, vielleicht 23 Millionen Euro Schulden, die noch übrig seien. Kribus spricht von unter 30 Millionen Euro.

Das Messezentrum habe jedenfalls auch im ersten Corona-Jahr 2020 ein positives operatives Ergebnis geschafft, sagt der Geschäftsführer. Sowohl die Kurzarbeit als auch diverse Förderprogramme habe man genutzt. Das Unternehmen sei nun bis Ende 2021 ausfinanziert. Derzeit sind die Halle 1 und die Halle 10 ohnehin vermietet an das Land - dort befinden sich die Impfstraßen und die Teststationen des Roten Kreuzes. Im Juni habe man eine Fachmesse. Man hoffe, dass man ab 1. Juli bezüglich der Öffnungsregelungen auch berücksichtigt werde und im Herbst mit normalem Programm durchstarten könne. Da wären die Classic Expo Internationale Oldtimer-Messe, die Berufsinfo-Messe oder die Fachmesse für erneuerbare Energien.[4]

Publikums- und Fachmessen

Zwischen 12 und 18 Messen pro Jahr werden von der Messezentrum Salzburg GmbH veranstaltet, die das Messezentrum auch betreibt. Die meisten Fachmessen werden vom Veranstalter "Reed Messe Salzburg GmbH"[5] durchgeführt. Daneben gibt es noch weitere Gastveranstalter.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Alles für den Gast Herbst - Int. Fachmesse für die gesamte Gastronomie und Hotellerie
  • Aelvis - Österreichische Plattform für den Elektro-, Elektronik- und Einrichtungshandel
  • Amadeus Horse Indoors - Springreitturnier und Reitsport-Event
  • Auto Messe Salzburg - Internationale Messe für Auto, Motorrad und Tuning
  • AutoZum Salzburg - Int. Fachmesse für Autowerkstatt- und Tankstellenausstattung, Kfz-Ersatzteile und -Zubehör, chemische Erzeugnisse und Umwelttechnik
  • Bauen + Wohnen Salzburg - Int. Messe für Bauen, Wohnen und Energiesparen
  • Berufs-Info-Messe
  • BWS - Int. Fachmesse für Fertigungsbedarf, Holzbe- und -verarbeitung, Eisenwaren, Werkzeug, DIY-Bedarf, Schloss & Beschlag
  • Classic Expo Internationale Oldtimer-Messe
  • Culinaria Austria - Eats all about Drinks
  • Creativ Salzburg
  • Die Hohe Jagd & Fischerei - Int. Messe für Jagd und Fischerei zeitgleich mit absolut allrad
  • FIT YOUR BODY Salzburg - 3. Int. Messe für Fitness, Wellness, Gesundheit
  • Garten Salzburg - Trendmesse für blühende Erholungsoasen
  • Salzburger Dult
  • Tracht & Country

Messestandbau

Standbauunternehmen wie System Standbau, Tochterunternehmen von Reed Exhibitions, ARt&design messeconsulting, Bluepool und andere sind mit der Planung, Bereitstellung und Ausführung von Messeständen befasst.

Salzburgarena

Hauptartikel Salzburgarena

Die Salzburgarena wurde 2003 für Großveranstaltungen in Betrieb genommen und bietet Platz für bis zu 4 900 Sitzplätzen.[6] Sie verfügt über die größte Holzkuppelkonstruktion in Westösterreich.

Statistik

Jahr Veranstaltungen Messezentrum Salzburgarena
2007 76 36 40
2013 71 36 35
2014 78 43 35
2015 71 31 40
2016 80 44 36
2017 98 67 31[7]

Zufahrt

Panoramaansicht Salzburgarena, Messezentrumsparkplatz, nördliche Zufahrt Richtung Autobahn
Salzburgarena, Messegelände Nordzufahrt

Der Veranstaltungsort hat eine eigene Zufahrt von der Westautobahn, sowie über die Münchner Bundesstraße. Auf dem Gelände stehen rund 3. 000 Parkplätze zur Verfügung. Sowohl die Zu- als auch Durchfahrt ist gebührenpflichtig, ebenso das Parken.

Bilder

 Messezentrum Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

zu Messen:

www.automesse-salzburg.at
www.classicexpo.at
www.dult.at
www.berufsinfomesse.org
www.fj.creativsalzburg.at
www.trachtsalzburg.at/fruehjahr-premiere
www.trachtsalzburg.at/fruehjahr
www.hohejagd.at
www.absolut-allrad.at
www.bauen-wohnen.co.at
www.casa-messe.at
www.fruehjahrsordertage.at
www.gastmesse.at
www.hb.creativsalzburg.at
www.trachtsalzburg.at/herbst-premiere
www.trachtsalzburg.at/herbst

zu Standeinrichter:

offizieller Webauftritt "ARt&design messeconsulting"

Quellen

Einzelnachweise