Erzherzog-Rainer-Kaserne

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Einfahrt zur Rainerkaserne
Rainerkaserne: Tor von innen
Wirtschaftsgebäude
Rainer-Kaserne, Panorama
Reitergemälde an der Rainerkaserne in Glasenbach

Die Erzherzog-Rainer-Kaserne, ursprünglich Kaserne Glasenbach, später nur mehr Rainerkaserne genannt, in der Flachgauer Gemeinde Elsbethen beherbergte eine Gebirgsjägerdivision des Österreichischen Bundesheeres und hat 1960 ihren Namen nach dem Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59 erhalten.

Geschichte

Nationalsozialisten bauen Kaserne Glasenbach

Die Kaserne Glasenbach wurde in den Jahren 1938 bis 1940 von den Nationalsozialisten erbaut und ist weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. Die in alpenländischer Bautradition errichtete Kaserne am Standort des Generalkommandos XVIII für die Reichsgaue Salzburg, Tirol (mit Vorarlberg), Kärnten und Steiermark wurde ungewöhnlich repräsentativ ausgestattet. Regionale Baumaterialien (Marmor) und traditionelle Bauformen sollten der Kaserne eine herausragende Form geben, da ihr eine Vorortfunktion für den Obersalzberg zukam.

Camp Truscott

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Kaserne Glasenbach das Verwaltungs- und Betreuungszentrum des Lagers Glasenbach der Amerikaner, in dem Nazi-Verdächtige interniert waren. Das Lager selbst dehnte sich jedoch auf der linken Salzachseite auf dem Gebiet der heutigen Alpensiedlung aus.

Die von den USFA benützte Kaserne erhielt am 18. Juli 1947 den Namen Camp Truscott, nach dem gefallenen Hauptmann der Rainbow Division Al Truscott. Die Enthüllung der Namenstafel nahm Generalmajor Harry J. Collins vor.

Zweite Republik

Nach der Übergabe der Kaserne an Österreich am 15. Oktober 1955 wurde diese zur Ausbildungskaserne. Zum 1. Oktober 1956 waren in der Kaserne Glasenbach zwei der 15 in Salzburg stationierten Kompanien des Österreichischen Bundesheeres untergebracht. Das Feldjägerbataillon 29 bezog am 7. September 1956 die Kaserne Glasenbach und übernahm die Tradition des Rainerregimentes. Damit wurde die Kaserne Glasenbach 1960 in "Rainerkaserne" umbenannt. Zudem wurde auch die wiedergegründete Militärmusik Salzburg in Elsbethen untergebracht. Das FbJ 29 wurde 1963 zum Ausbildungsregiment 8, 1967 auch offiziell per Erlass "Rainerregiment", später dann (1979) zum Landwehrstammregiment 82 bzw. 1994 zum Jägerregiment 8. Dieses wurde 1999 aufgelöst.

Am Vorderfager in Richtung Schwaitlalm existierte am südöstlichen Ausläufer des Gaisbergs ein kleiner zur Kaserne gehörender Truppenübungsplatz.

Von Seiten des Bundesheeres waren 2005 noch die Sanitätsanstalt Salzburg, die Sanitätslehrkompanie, die Lehrkompanie des Militärkommandos, die Militärpfarre, die Militärmusik, die Heeresbauverwaltung und die Betriebsstaffel in Glasenbach stationiert.

Im Juni 2005 verkündete der damalige Verteidigungsminister Günther Platter das Aus für die Kaserne im Zuge der Heeresreform 2010. In den kommenden Jahren wurde die Rainerkaserne vermehrt für nicht-militärische Zwecke genutzt. So diente sie 2006 bis 2008 als Ausweichquartier für die HTL Hallein und vom Sommer 2011 bis zum April 2012 war sie Heimstätte des SOS Clearing House, der Betreuungseinrichtung für minderjährige Flüchtlinge, die allein nach Österreich kommen. Daneben wurden zwischen 2010 und 2012 hier auch Polizeischüler ausgebildet.

Bei der Bewerbung für Olympia 2014 war die Rainerkaserne als Standort für das olympische Dorf im Gespräch, was aber seitens der Gemeinde Elsbethen abgelehnt wurde.

Das Areal der Kaserne ist rund 178 000 Quadratmeter groß. Es umfasste im Letztzustand vor dem Verkauf 25 Gebäude mit einer Fläche von rund 60 000 Quadratmetern.

Verkauf an Red Bull

Volker Viechtbauer (Red Bull) und Heinz Hufler (Salzburger Militärkommandant) bei der Schlüsselübergabe

Seit 2008 stand die Kaserne offiziell zum Verkauf. Ende März 2012 stufte das Bundesdenkmalamt wesentliche Teile des Baues als schützenswert ein und stellte die Toreinfahrt und die Gebäude entlang der Halleiner Landesstraße, die Sporthalle und einige Mannschaftsgebäude unter Schutz. Die Begründung des Amtes: Die Kaserne sei die einzige militärische Anlage in Salzburg, die während der NS-Zeit (zwischen 1938 und 1940) erbaut worden und auch weitgehend im Original erhalten ist.

Am 30. Oktober 2012 wurde bekannt, dass der Energy-Drink-Konzern Red Bull die Kaserne um 23 Millionen Euro gekauft hat.[1] Am 29. Mai 2013 wurde in einem Festakt mit symbolischer Schlüsselübergabe und Einholung der Bundesflagge die Rainerkaserne vom Militärkommando Salzburg an den Getränkekonzern übergeben. Eine mögliche Übersiedelung der Konzernzentrale aus Fuschl ist frühestens für 2015 vorgesehen. Der neue Grundstückseigentümer arbeitet derzeit an einem "Masterplan Rainerkaserne" für die Nutzung des Areals.[2]

Weblinks

 Erzherzog-Rainer-Kaserne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen