Pfarrkirche zum hl. Erasmus

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Ansicht der Pfarrkirche Fuschl am See von der Wolfgangseestraße
die Pfarrkirche
Innenansicht der Pfarrkirche
Pfarrkirche Fuschl am See, Innenansicht II

Die Pfarrkirche zum hl. Erasmus ist seit 1891 römisch-katholische Pfarrkirche der Pfarre Fuschl in der Flachgauer Gemeinde Fuschl am See. Fuschl mit seiner Kirche gehört zum Dekanat Thalgau und ist dem hl. Erasmus von Antiochia[1] geweiht, das Patrozinium wird am 2. Juni begangen.[2]

Lage

Die Kirche steht im Ortszentrum von Fuschl am Kirchenplatz. Sie ist von einem Friedhof umgeben.

Geschichte

1665 ließ ein Salzburger Bürger, einem Gelübde gehorsam, an der Pilgerstraße nach St. Wolfgang eine Kapelle errichten.

1798 ersuchte der Brunnwirt für die dem hl. Erasmus geweihte Kapelle um Einrichtung eine „Curatie“ mit regelmäßigen Gottesdiensten. Diese wurde von Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo bewilligt und 1803 eingerichtet. Weiters wurde der Bau einer neuen Kirche beschlossen und der Bauplatz – gegen den Widerstand des Brunnwirts – am heutigen Standort im Dorf Fuschl festgelegt.

Im Jahr 1804 wurde der Bau der neuen Kirche begonnen. 1806 konnten die ersten Gottesdienste gefeiert werden, doch erst 1810 wurden die ersten Sitzbänke aufgestellt. Der die Kirche umgebende Friedhof wurde wegen des Widerstandes der Mutterpfarre Thalgau ebenfalls erst 1809 angelegt. In selben Zeitraum spendeten Nachbarpfarren Einrichtungsgegenstände, die sie nicht mehr benötigten; so kamen aus St. Wolfgang zwei Seitenaltäre. Allerdings gelang es damals dem Pfarrer von Thalgau für einige Zeit das Beichtrecht für Fuschl in der Pfarre Thalgau zu sichern.

1870 richtete ein Blitzschlag geringen Sachschaden an. Am 10. Juni 1880 schlug jedoch abermals ein Blitz in den Kirchturm ein. Der darauffolgende Brand zerstörte große Teile des Gebäudes, nur der neubarocke Hochaltar und eine Madonnenstatue konnten weitgehend gerettet werden. Durch gemeinsame Anstrengung der ganzen Gemeinde konnte bereits im Oktober 1880 wieder das Turmkreuz aufgesteckt und die Kirche geweiht werden.

Im Jahr 1891 wurde die Kirche durch die Gründung der Pfarre zur Pfarrkirche erhoben.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs mussten im Jahr 1916 die Kirchenglocken für die Rüstungszwecke abgeliefert werden. Sie wurden im Jahr 1922 ersetzt. Auch 1942 mussten, wegen des Zweiten Weltkriegs, die Glocken geopfert werden. Sie konnten im Jahr 1949 ersetzt werden.

Im Zuge einer umfassenden Renovierung wurde im Jahr 1951 der junge Tiroler Künstler Wolfram Köberl beauftragt, die Gewölbedecke mit einem Fresko zu bemalen. Er wählte als Thema die Aufnahme Marias in den Himmel.

Im Jahr 2006 wurde der Kirche anlässlich ihres 200-jährigen Bestehens eine Generalsanierung zuteil.

Ausstattung

Hochaltar

1848 erwarb die Ortsgemeinde einen mit dem Altarbild „St. Erasmus im Bischofsornat“ versehenen Hochaltar, der die Brände überstand und erhalten geblieben ist.

Orgel

Die erste Orgel, wahrscheinlich ein Positiv, schenkten die Franziskanerpater aus Salzburg der jungen Gemeinde. Als dieses 1856 während eines Stundengebetes am 3. Fastensonntag (= 24. Februar 1856) den Geist aufgab, wurde von Wohltätern ein neues Instrument mit sechs Registern gespendet, es kostete 500 fl. und wurde von Ludwig Mooser hergestellt. Den Brand am 10. Juni 1880 überstand die Mooser-Orgel nicht, sie wurde vernichtet. Schon bald danach bat die Kirchenverwaltung das Konsistorium um Bewilligung zum Ankauf einer Ersatzorgel, die Orgelbauer Mauracher „… in Wien bei den Pater Lazaristen …“ für 600 fl., ohne Transportkosten, angeboten hatte. Am 25. Jänner 1881 teilte das Konsistorium mit, dass „… vorläufig weitere Beträge nicht mehr zur Verfügung“ stünden, am 31. Mai 1881 aber genehmigt sie den Kauf der „Lazaristen“-Orgel.
Im Jahr 1962 wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch einen Neubau der Firma Dreher & Reinisch ersetzt, der Entwurf dafür stammt von Domkapellmeister Prof. Joseph Messner.

Disposition

I. Manual (56 Tasten C–g3)
Rohrflöte 8'
Prinzipal 4'
Kleingedackt 4'
Oktav 2'
Mixtur 11/3' (3fach)
II. Manual (wie Manual I)
Gedackt 8'
Salicional 8'
Prästant 4'
Nachthorn 2'
Quinte 11/3'
Pedal: (30 Tasten C–f1)
Subbass 16'
Stillgedackt 16' [Anm. 1]
  • Koppeln: Normalkoppeln, Oberoktavkoppel II – I, Tiefoktavkoppel II – I.
  • Spielhilfen: Cescendowalze, Tuttiknknopf, Auslöser, Crescendo „ab- und an“, Aut. Ped. Umschaltung „an“.[3]
Anmerkungen
  1. Windabschwächung von Subbass 16'

Seit der Entfernung der Dreher-Orgel in der Faistenau am 19. Juni 2017 gilt die Fuschler Orgel als das schlechteste Instrument des Dekanats Thalgau.

Quellen

Fußnoten

  1. Wikipedia: [1], aufgerufen am 27. Juli 2017.
  2. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 277.
  3. Roman Schmeißner: Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau. Diplomarbeit: Pädagogische Akademie des Bundes in Salzburg 1982, S. 30f.