Josef Schellhorn

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Josef Schellhorn (Mitte)
Bei einem Benefizkonzert 2014 des Vereins Time Off im Großen Saal der Stiftung Mozarteum im Mozarteum von links: die Organisatorin von Time Off, Sonja Wieser-Kracher, Josef Schellhorn, nicht bekannt und Christian Struber.

Josef Sepp Schellhorn (* 12. Mai 1967 in Schwarzach im Pongau) ist ein bekannter Salzburger Gastronom und Politiker, insbesondere Neos-Nationalratsabgeordneter.

Leben

Ausbildung und Beruf

Sepp Schellhorn wuchs im elterlichen Betrieb auf und besuchte die Hotelfachschule in Bad Hofgastein. Nach dem Abschluss lernte er im Restaurant Häupl in Seewalchen am Attersee (das im Gault-Millau mit zwei Hauben geführt wird oder wurde). Nach dem Militärdienst und einem Studium der italienischen Sprache in Pisa in Italien arbeitete er im Restaurant „Orso Grigio“ in Trient, wo er mit Bernard Fournier (im Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet oder ausgezeichnet gewesen) zehn Monate am Erfolg des Restaurants weiterarbeitete.

Nach Aufenthalten in Florida in den USA und Paris in Frankreich, die dem Erlernen von Sprache und örtlichen Gepflogenheiten dienten, kam er ins Restaurant „Villa Hiss“ in Bad Gastein unter Jörg Wörther. Hier kletterte er in der Hierarchie bis zum Saucier (Saucenkoch) hinauf. Zur Belohnung durfte er auch bei dem Starkoch Eckart Witzigmann mitwirken. Die beiden Köche wurden auch zu seinen großen Impulsgebern. Im Jahr 1996 übernahm er den Betrieb seiner Eltern, das Hotel der Seehof in Goldegg.

Sepp Schellhorn betreibt in der Stadt Salzburg auf dem Mönchsberg das Restaurant M32 im Museum der Moderne und das Spoon, in Goldegg den Seehof und das Angertal 1180, sowie seit Winter 2010/2011 die Rossalm im Bereich der Stubnerkogelbahn-Talstation in Bad Gastein und die Mittelstation und Talstation in Sportgastein.

Zu Spitzenzeiten beschäftigt Schellhorn in seinen vier Betrieben ungefähr 100 Mitarbeiter. Er hat eine hausinterne Ausbildungsakademie gegründet, an der neben fachspezifischer Ausbildung der Umgang mit Gästen unterrichtet wird.

Politik

In der Vergangenheit war Schellhorn im Wirtschaftsbund aktiv, für die ÖVP im Pongau Gemeinderat und von 2003 bis 2013 Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung. In der ÖVP war er nicht ganz auf Parteilinie, z. B. trat er gegen die „Zwangsmitgliedschaft“ bei der Wirtschaftskammer ein. „Irgendwann hatte ich genug davon, mich anzulügen, und habe mich für die Neos entschieden“, denn in der ÖVP hätte er sich „hochschweigen müssen, um etwas zu werden“, weil „kritische Geister bei den ‚Schwarzen‘ eine Majestätsbeleidigung“ seien.

Im Herbst 2013 kandidierte Schellhorn auf Platz 4 der Neos-Bundesliste für den Nationalrat, für ein Mandat reichte es aber noch nicht. Erst nach Angelika Mlinars Wahl in das Europäische Parlament übernahm Schellhorn im Jahr 2014 deren Sitz im Hohen Haus. Er wurde Wirtschafts-, Tourismus- und Landwirtschaftssprecher und trennte sich von der Funktion des Neos-Landessprechers.

Vor der Nationalratswahl 2019 stieg Schellhorn mit launigen Videos in den sozialen Netzwerken in den Wahlkampf ein und erklärte darin zum Beispiel, warum er immer so grantig dreinschaue. Dann ging er unter dem Titel „Sepp hilft aus“ auf Österreich-Tour. Dabei besuchte er Unternehmen, in denen asylsuchende Lehrlinge kurz vor dem Abschluss abgeschoben wurden, um hier anzupacken – vom Bettenmachen bis zum Abwaschen.

Kultur

Schellhorn ist ein Freund von Literatur und Kultur. Insbesondere ist er Bewunderer Thomas Bernhards und hat im Jahr 2012 „Ein Fest für Thomas Bernhard“ ins Leben gerufen. Zudem vergibt er alljährlich Literatur- und Kunststipendien.

2021 bewarb er sich um den Posten des Präsidenten der Salzburger Festspiele. Schellhorn gegenüber den "Salzburger Nachrichten":[1] "Ja, ich habe mich beworben. Warum sollen sich Menschen, die sich mit Engagement, Erfahrung und Ideen für die Festspiele einbringen können und wollen, nicht bewerben, bloß weil sie der parteipolitischen Farbenlehre nicht entsprechen?" Jede starke und innovative Bewerbung mache diesen Bewerbungsprozess bunter und besser, wer auch immer am Ende vom Kuratorium ausgewählt werde, meint Schellhorn. "Von daher sehe ich das Ergebnis sehr gelassen." Sein einziger Wunsch sei es: "Die Festspielpräsidentschaft sollte weder zu einer Platzhalter-Position verkommen noch zum politischen Spielball werden. Dazu liegt die Latte nach der wunderbaren Helga Rabl-Stadler einfach zu hoch."

Privates

Schellhorn ist Vater von drei Kindern.

Quellen

Einzelnachweis

  1. www.sn.at, 23. November 2021