Clemens Graf Saint-Julien-Wallsee

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

K.k. wirklichr Geheimer Rat und Kämmerer Clemens Graf Saint-Julien-Wallsee (* 25. September 1845 in Graz; † 23. August 1908 in Salzburg) war der 11. Landespräsident des Herzogtums Salzburg.

Abstammung

Saint-Julien-Wallsee entstammt einem alten Adelsgeschlecht, dessen Wurzeln in der südfranzösischen Provinz Avignon liegen, und das einst den Namen „Guyard“ führte. Die Guyards lassen sich bis in das 11. und 12. Jahrhundert zurück verfolgen, also in die Zeit der französischen Könige Ludwig VI. und Ludwig VII. Im 16. Jahrhundert scheint dann erstmals der Name Saint Julien auf, als ein Heinrich Herr von Guyard und St. Julien in die Dienste Kaiser Ferdinands II. trat und von Ferdinand III. in den Reichsgrafenstand erhoben. Er wurde als Hauptmann über 300 Musketiere am 8. November 1620 in der Schlacht am Weißen Berg verwundet. In den folgenden Jahrhunderten finden sich die Grafen von Saint Julien immer wieder bei wichtigen Ereignissen in der österreichischen Geschichte, so z. B. Oberst Johann Leopold von St. Julien bei der Befreiung Wiens unter Karl von Lothringen im Jahr 1683.

Familie

Clemens Graf Saint-Julien-Wallsee stammt aus der Linie der Herren von Hainstetten und Wolfsegg in Oberösterreich. Sein Vater Johann Clemens Graf Saint-Julien-Wallsee (* 1801) war Ehrenritter des Malteserordens und Obersthofmeister bei Kaiserin Karolina Augusta. Seine Mutter war Leokadie, geb. Gräfin von Sprinzenstein und Neuhaus. 1888 ehelichte Clemens Graf Saint-Julien-Wallsee Georgina, geb. Fürstin Batthyány (* 1856).[1]

Bezug zu Salzburg

Graf Saint-Julien war Präsident der k.k. Finanz-Direktion in Salzburg. Am 14. Dezember 1897 wurde er als Nachfolger von Sigmund Graf Thun-Hohenstein zum Landespräsidenten des Herzogtums Salzburgs ernannt. In dieser Funktion eröffnete er unter anderem gemeinsam mit Bürgermeister Franz Berger 1903 den Mozartsteg.

Am 23. August 1908 verstarb Clemens Graf Saint-Julien-Wallsee noch im Amte stehend. Sein Nachfolger wurde Levin Graf Schaffgotsch.

Ehrungen

Graf Saint-Julien war Ehrenritter des souveränen Malteser-Ritter-Ordens. Er besaß das Großkreuz des rumänischen Ordens "Krone von Rumänien", das Großkreuz des herzoglich-Ernestinischen Haus-Ordens, sowie das Großkreuz des Großherzoglich-toskanischen Zivil-Verdienst-Ordens.

Seit 28. Februar 1900 war er Ehrenbürger der Gemeinde St. Koloman. Auch die Gemeinden Henndorf, Morzg und Oberndorf an der Salzach und andere verliehen ihm ihre Ehrenbürgerschaft.

1904 ehrte die Stadt Salzburg den Landespräsidenten mit der Benennung einer Straße in der Elisabeth-Vorstadt. Die Saint-Julien-Straße führt seither von der Lehener Brücke zur Rainerstraße und weiter zur Gabelsbergerstraße.

Quelle

  • Benutzer:TriQ
  • Salzburgischer Geschäfts-, Volks- und Amts-Kalender für das Jahr 1907. 35. Jg. Salzburg (Mayr) 1907.

Einzelnachweise

  1. * Rettenbacher, August und Barbara Rettenbacher: Chronik St. Koloman. Gemeinde St. Koloman 2007.
Landespräsidenten von Salzburg