Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße

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Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße
Buchtipp: Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße
Autor: Herbert Gschwendtner
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-7025-0674-2

Allgemeines

Das Buch wurde im Rahmen einer Präsentation am 22. März 2012 im ORF Landesstudio Salzburg dem Publikum vorgestellt.

Rezension 1

Pasterze, Mankei-Wirt und Co

Die Großglockner Hochalpenstraße ist unbestritten eine der schönsten Panoramastraßen in Europa, wenn nicht der Welt. Mit dem Folianten von Herbert Gschwendtner hat diese Meisterleistung der österreichischen Bauingenieurskunst nun auch eine entsprechende Würdigung in Buchform gefunden.

Der Autor hat einen Sommer lang die Großglockner Hochalpenstraße und die imposante Berglandschaft der Hohen Tauern sowie die Menschen, die hier leben und arbeiten unter die Lupe genommen.

Herausgekommen ist ein bildgewaltiger, unterhaltsamer Reiseführer für diesen wohl schönsten Nord-Süd-Alpenübergang. Anschaulich bringt Herbert Gschwendtner die Geschichte und die Geschichten, die sich um den Bau dieser 38,5 Kilometer langen Straße ereignet haben, dem Leser näher.

Zudem werden die besten Rastplätze und vor allem die einzigartigen Naturwunder, die es in großer Zahl im Glocknergebiet zu bestaunen gibt, vorgestellt und mit kleinen Tourentipps dem wanderwilligen Befahrern der Panoramastraße ans Herz gelegt. Damit dem Hunger nach einer dieser Naturausflüge abgeholfen werden kann, finden sich in dem Buch kulinarische Empfehlungen zu den einzelnen Gasthäusern, Almhütten und Rastplätzen entlang der Glocknerstraße, wobei auch Besonderheiten wie der legendäre „Mankei-Wirt“ zur Sprache kommen.

Die heimlichen Stars des Buches von Herbert Gschwendtner sind aber die prächtigen Bilder, die die Geschichte des Straßenbaues und die Gebirgspanoramen in erstklassigen Aufnahmen lebendig werden lassen. Ob Pasterze, Adlersruhe oder die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – alle Punkte oder vielmehr die einzelnen Highlights auf und entlang der Straße werden vom Autor mit dem Blick für bestaunenswerte Kleinigkeiten detailliert beschrieben und in den Bilden verewigt.

Als Fazit lässt sich abschließend sagen, dass man auf alle Fälle dieses Büchlein mit auf der Reise über die gut 75 Jahre alte Panoramastraße im Rucksack oder im Handschuhfach haben sollte. Ansonsten läuft der Reisende Gefahr, einzigartige Naturwunder, kulinarische Geheimtipps oder unvergleichliche Aussichtspunkte nicht in ihrer ganzen Pracht und Einzigartigkeit würdigen zu können oder gar an ihnen vorbeizufahren.

Rezension 2

Eine Raststätte, durch deren Mitte die Grenze zweier Gemeinden des Nationalparks Hohe Tauern verläuft, ein Wirt, der verletzte Murmeltiere – Mankeis – aufzieht, Schneefräsen, konstruiert vom Erbauer der Straße, Hofrat Wallack, die schon über 50 Jahre im Einsatz sind, die Geschichte von der Hexenküche, ein Turm auf der Edelweißspitze, der einen wichtigen geografischen Vermessungspunkt in den Alpen darstellt, Kunstwerk „Kraft Wellenberg“, in Stein gehauene Bergmännlein, der schönste Jausenplatz Österreichs, die Glocknersage oder Pfirsiche, Feigen, Melonen, Champagner und Tokayer bei der Erstbesteigung des Großglockners – Herbert Gschwendtner hat einfach ein sympathisches, lesenswertes Buch geschrieben! Und er hat viele noch unbekannte, zumindest weniger bekannte Details aufgegriffen (Blunter Tauern, altes Streckentelefon, Rotmoos im Käfertal u.a.).

Doch nicht nur das. Die ganz- und doppelseitigen Bilder zeigen einerseits schon auch die eindrucksvolle Gebirgslandschaft entlang der Straße, andererseits bietet aber fast jedes Bild ein besonders Detail, wie beispielsweise der Hexenzahn in der Hexenküche, die Türkenbundlilie am Blumenlehrweg Schöneck, auf der eine Biene (oder Hummelart?) sitzt oder das Bild, das den Blick aus einem Tunnel am Gamsgrubenweg zeigt, in dessen Mitte der Großglockner aufragt. Allerdings bin ich mit der Qualität zweier Bilder nicht ganz zufrieden – der Almrausch ist etwas unscharf geraten und ein Bild mit dem Großglocknergipfel, dominant die Seite einnehmend, trägt den Titel „Kasereck-Kapelle“ – die man aber am Bild erst suchen muss (und ganz klar ist das Bild auch nicht - milchig). Aber dies sind wirklich zwei Ausnahme der sonst sehr gelungenen (farblich wie von der Druckqualität) Bilder in diesem Buch.

Vier Dinge möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Erstens: Auf den vorderen und rückseitigen Innenseiten gibt es eine sehr gute Karte, die die Großglockner Hochalpenstraße von Bruck an der Großglocknerstraße bis Heiligenblut, vom Johannisberg bis zum Rauriser Tauernhaus darstellt. Zweitens: Ein Stichworteverzeichnis. Drittens: Ein doppelseitiges Panoramabild von der Edelweißspitze aufgenommen, das die Berggipfel – beschriftet – gegen Westen zeigt und viertens der internationalen Bedeutung der wohl eindrucksvollsten Panoramastraße Europas entsprechend sind alle Texte auch auf Englisch zu lesen – da kann ich mein Englisch wieder gut auffrischen!

Es ist ein Buch, das die Vielfalt der Erlebnisse entlang der über 40 Kilometer langen Großglockner Hochalpenstraße schildert ohne aber ermüdend zu wirken und doch einige Details mitteilend. Es ist ein Buch, das man als Salzburger gerne zur Hand nimmt oder auch an Gäste oder Freunde verschenkt – als sinnvolle, gut gestaltete Erinnerung an eine Hochgebirgsstraße, über deren Erbauung anfangs die Fachwelt lachte und als nicht überlebensfähig abtat. Mehr als 60 Millionen Besucher seit ihrer Eröffnung 1935 haben die Zweifler aber schon bald verstummen lassen.

Quelle